Silvester 2011/2012

 

1. Januar 2012:

Vorgestern war unser Vermieter hier und fragte, ob wir nicht morgen, am Silvesterabend, nach San Bartolomé kommen möchten. Er hat zusammen mit einem anderen Herrn eine große Silvesterparty organisiert, viele Leute werden erwartet und unsere Hilfe beim Essen Servieren etc. wäre gefragt. Selbstverständlich sagten wir zu.

Gestern fuhren wir gegen 19 Uhr ins benachbarte Dorf San Bartolomé und gingen zu Fuß zum Clublokal.

Zunächst waren noch nicht sehr viele Leute hier, da sie in der Kirche waren. Doch schon bald änderte es sich und der Saal füllte sich.

Das Essen, typisch kanarisch, war bereits vorbereitet worden und musste teilweise nur noch wieder aufgewärmt werden.

Sieht das nicht lecker aus? Man könnte den Eindruck haben, dass es sich bei diesem Gefäß nur um eine flache Pfanne handelte, doch weit gefehlt, es waren insgesamt zwei große Töpfe mit ca. 1/2 m Durchmesser und einer Höhe von ca. 60 cm. Oftmals rührte ich um, damit sich nichts an den Böden anlegen konnte.
Was bei Canarios keinesfalls fehlen darf, gab es auch heute: Brot in Hülle und Fülle. Ein Essen ohne Brot ist für einen Canario undenkbar.
Ca. 40 Teller mit Oliven in Mojosauce eingelegt wurden vorbereitet.
In diesem Topf befanden sich zu diesem Zeitpunkt 25 kg Kartoffeln, diese dürfen bei einem kanarischen Essen ebenfalls nicht fehlen.
Doch ehe es ans essen ging, spielte die Band "Santa Fe" folkloristische Musik und es wurde viel getanzt.
Unser Vermieter, der nahezu inselweit bekannt ist.

Kurz nach 22 Uhr war die erste Tanzphase beendet, flugs wurden zahlreiche Tische und Sesseln aufgestellt und ich begann mit der Essensausgabe und das ging ruck-zuck! Michi und andere bedienten die hungrigen Gäste. Aus Zeitgründen habe ich davon allerdings kein Foto.

Anschließend wurden Tische und Sessel flugs wieder weggeräumt und der Tanz fand seine Fortsetzung. Die Band spielte fantastisch und die Stimmung war entsprechend gut.

Für Mitternacht war etwas typisch Spanisches vorbereitet worden: 90 Becher mit je 12 Weintrauben.

Der Fernseher wurde eingeschaltet, die Becher mit den Weintrauben wurden verteilt und man wartete gespannt, bis die Glocke des Rathauses in Madrid zu schlagen begann. Im Takt von drei Sekunden aß jeder von uns eine Weintraube und gleichzeitig wünschte man sich etwas, von dem man erhofft, dass es im kommenden Jahr eintrifft. Daher heißen diese Weintrauben "uvas de la suerte" (= Glückstrauben). Mit dem letzten Schlag der Glocke waren die Becher geleert und nun wünschte man sich - großteils mit Küsschen links, Küsschen rechts - ein gutes Neues Jahr.

Der Brauch mit den 12 Weintrauben geht angeblich ins Jahr 1909 zurück, das ein Jahr mit einer großen Weintraubenernte gewesen sein soll. Ursprünglich sollte jede Sekunde vor Mitternacht je eine Weintraube gegessen werden. Es gab offenbar in früheren Jahren ein paar Erstickungstote, daher wurde das "Gesetz" geändert und von einer auf drei Sekunden verlängert.

Nach dem Neujahrswünschen gingen wir hinaus, um das Feuerwerk zu bewundern.

Im Saal wurde inzwischen schon wieder getanzt. Nach einiger Zeit verabschiedeten wir uns und freuten uns über das "andere" Silvester.