1. Januar 2012:
Vorgestern war unser Vermieter hier und fragte, ob wir
nicht morgen, am Silvesterabend, nach San Bartolomé
kommen möchten. Er hat zusammen mit einem anderen
Herrn eine große Silvesterparty organisiert, viele
Leute werden erwartet und unsere Hilfe beim Essen Servieren
etc. wäre gefragt. Selbstverständlich sagten
wir zu.
Gestern fuhren wir gegen 19 Uhr ins benachbarte Dorf
San Bartolomé und gingen zu Fuß zum Clublokal.
Zunächst waren noch nicht sehr viele Leute hier,
da sie in der Kirche waren. Doch schon bald änderte
es sich und der Saal füllte sich.
Das Essen, typisch kanarisch, war bereits vorbereitet
worden und musste teilweise nur noch wieder aufgewärmt
werden.
| Sieht
das nicht lecker aus? Man könnte den Eindruck
haben, dass es sich bei diesem Gefäß
nur um eine flache Pfanne handelte, doch weit gefehlt,
es waren insgesamt zwei große Töpfe mit
ca. 1/2 m Durchmesser und einer Höhe von ca.
60 cm. Oftmals rührte ich um, damit sich nichts
an den Böden anlegen konnte. |
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Was bei Canarios keinesfalls
fehlen darf, gab es auch heute: Brot in Hülle
und Fülle. Ein Essen ohne Brot ist für
einen Canario undenkbar. |
| Ca.
40 Teller mit Oliven in Mojosauce eingelegt wurden
vorbereitet. |
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In diesem Topf befanden
sich zu diesem Zeitpunkt 25 kg Kartoffeln, diese
dürfen bei einem kanarischen Essen ebenfalls
nicht fehlen. |
| Doch
ehe es ans essen ging, spielte die Band "Santa
Fe" folkloristische Musik und es wurde viel
getanzt. |
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Unser Vermieter, der
nahezu inselweit bekannt ist. |
Kurz nach 22 Uhr war die erste Tanzphase beendet, flugs
wurden zahlreiche Tische und Sesseln aufgestellt und ich
begann mit der Essensausgabe und das ging ruck-zuck! Michi
und andere bedienten die hungrigen Gäste. Aus Zeitgründen
habe ich davon allerdings kein Foto.
Anschließend wurden Tische und Sessel flugs wieder
weggeräumt und der Tanz fand seine Fortsetzung. Die
Band spielte fantastisch und die Stimmung war entsprechend
gut.
Für Mitternacht war etwas typisch Spanisches vorbereitet
worden: 90 Becher mit je 12 Weintrauben.
Der Fernseher wurde eingeschaltet, die Becher mit den
Weintrauben wurden verteilt und man wartete gespannt,
bis die Glocke des Rathauses in Madrid zu schlagen begann.
Im Takt von drei Sekunden aß jeder von uns eine
Weintraube und gleichzeitig wünschte man sich etwas,
von dem man erhofft, dass es im kommenden Jahr eintrifft.
Daher heißen diese Weintrauben "uvas de la
suerte" (= Glückstrauben). Mit dem letzten Schlag
der Glocke waren die Becher geleert und nun wünschte
man sich - großteils mit Küsschen links, Küsschen
rechts - ein gutes Neues Jahr.
Der Brauch mit den 12 Weintrauben geht angeblich ins
Jahr 1909 zurück, das ein Jahr mit einer großen
Weintraubenernte gewesen sein soll. Ursprünglich
sollte jede Sekunde vor Mitternacht je eine Weintraube
gegessen werden. Es gab offenbar in früheren Jahren
ein paar Erstickungstote, daher wurde das "Gesetz"
geändert und von einer auf drei Sekunden verlängert.
Nach dem Neujahrswünschen gingen wir hinaus, um
das Feuerwerk zu bewundern.
Im Saal wurde inzwischen schon wieder getanzt. Nach einiger
Zeit verabschiedeten wir uns und freuten uns über
das "andere" Silvester.
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