Unbarmherzig bimmelt um 7 Uhr der Wecker und
wir stehen unverzüglich auf. Uihh, war die
Nacht vielleicht kurz.
Nach dem Frühstück heißt es,
die restlichen wenigen Sachen zusammen packen,
das bezieht sich eigentlich nur mehr auf unsere
Hüfttaschen. Zwischendurch antworte ich A.
auf ihre Mails.
Ideen haben wir
: Um 11.45 Uhr gehen wir auf die Terrasse und
ich schneide Michi die Haare. Dafür war gestern
nun wirklich keine Zeit mehr. Der Tag hat nur
24 Stunden. Ich glaube, wenn uns nun jemand sieht
und dann noch weiß, dass in 15 Minuten,
also um 12 Uhr, das vorbestellte Taxi vor der
Tür wartet, er begreift die Welt nicht mehr

Doch beim Haare schneiden bin ich flott und wir
sind rechtzeitig fertig.
Punkt 12 Uhr kommt tatsächlich unser Taxi
und ab geht es zum Airport. Als Erstes statten
wir dem Lufthansa-Schalter einen Besuch ab –
wir wissen ja immer noch nicht, ob das mit dem
Visum, das Fr. A. von der Australischen Botschaft
für uns erledigt hat, auch wirklich geklappt
hat – und einen schriftlichen Ausdruck haben
wir nicht in der Hand, lediglich das telefonische
OK von Fr. A. Aber manchmal haben auch wir Glück,
das Visum ist korrekt, andernfalls hätte
uns die Dame am Airport Hörsching auf der
Stelle eines ausgestellt – so wird uns zumindest
versichert.
Am Flughafen treffen wir unsere Nachbarn samt
Sohn mit Freundin. Die beiden Letztgenannten warten
auf ihren Charterflug nach Kreta, der aber verspätet
ist. Wir gehen gemeinsam etwas trinken und kurz
darauf wird es zuerst für J. und S., anschließend
für uns Zeit, zu boarden.
Wir haben Sitze Nr. 16 A + B (und natürlich
auch Verspätung, eh klar
).
Der Flug nach Frankfurt ist an sich eine kurze
Angelegenheit, doch hat uns vorher niemand mitgeteilt,
dass bei diesem Flugpreis auch ein 45-minütiger
Sightseeing-Flug über und rund um Frankfurt
inkludiert ist. Macht uns nichts aus, wir haben
ja Zeit…
Der Airportbus wirft uns bei B1 hinaus –
A. und W. werden uns direkt am Gate abholen. A.
habe ich über das Forum von usa-reise.de
kennen gelernt.
Nur, wo sind sie
Weit und breit keine Spur von ihnen. Ok, 16.30
Uhr ist der späteste Treffpunkt (sie wissen
nicht, wie lange sie ev. im Stau stehen auf der
Fahrt nach Frankfurt). Aber mittlerweile ist es
fast 17 Uhr. Wozu gibt es eigentlich Handys
Klar – damit man jemanden anrufen kann und
genau das tue ich. Ich wähle W.s Handy-Nummer,
er teilt mir mit, sie warten auf B2. Wir sollen
weiterhin auf B1 warten, sie kommen dieses kurze
Stück herüber. Zu B 2 haben wir Sichtkontakt
– aber da kommt kein W., keine A., Hunderte
andere Leute, aber diese beiden nicht. Eine Zeit
vergeht, dann läutet Michis Handy. W. ist
dran – wo wir denn seien
Na, wo denn wohl, auf B2, wie vereinbart
– Sprachlosigkeit macht sich breit, sie
stünden nämlich auch bei B2. Gut, wir
haben die beiden noch nie persönlich gesehen,
nur Fotos ausgetauscht, aber so können sich
Fotos auch wieder nicht irren – oder Menschen
sich in dieser rasenden Geschwindigkeit verändern

Ich schildere W., dass schräg gegenüber
von uns ein Duty Free - Laden sei – da schellen
seine Alarmglocken
Denn wo ein Duty Free ist, können die beiden
ohne Ticket natürlich nicht hinein. Daraus
lernen wir sehr rasch, es gibt in Frankfurt 2
x B1 und 2 x B2 
Nun kommt von W. der Vorschlag – und der
einzig Mögliche – wir treffen uns in
der Schalterhalle, bei Schalter 600. Nur –
wie kommen wir dorthin
Wir kennen den Frankfurter Flughafen doch schon
ein wenig, aber das Gebiet, in dem wir uns jetzt
befinden, kennen wir noch nicht. In einem Geschäft
erkundige ich mich, wie man zu den Schalterhallen
kommt. Eigentlich ganz einfach – man drehe
sich um und gehe den elendslangen Gang, dann stößt
man automatisch drauf. Wie wahr, wie wahr
Und schon kommt uns W. entgegen – wahrscheinlich
nach dem Motto – sonst treffen wir uns heute
überhaupt nicht 
Kurz darauf sehen wir A., es folgt gleich mal
eine herzliche Begrüßung. Von Mails
und Telefonaten her kennen wir uns schon ca. 3
1/2 Jahre, aber sie nun mal „lebendig“
zu sehen, ist doch etwas Anderes.
Zusammen gehen wir hinüber ins Sheraton,
genau genommen in die Bar. Ich konsumiere einen
Milchkaffee, die drei anderen wählen zwischen
Bier, Cola und einem Drink etwas aus. Wir haben
jede Menge zu erzählen und wir haben viel
zu lachen.
A. hat mir die CD „Lemminge“ mitgebracht,
nebenbei noch ein Gartenheft, Rätselhefte
und für Michael etwas Süßes. Ich
habe ihr zwei Cap Colombie mitgenommen und vier
Routenplaner von Europa. Von denen habe ich immer
noch jede Menge, denn bei den 100 Mini-DV-Kassetten,
die ich gekauft habe, waren insgesamt 20 solcher
CDs dabei.
Tja, dann wird es Zeit, wieder Abschied voneinander
zu nehmen. Die beiden fahren nach D. zurück,
planen ein Pizza-Essen – logisch, ist ja
Freitag Abend 
Wir passieren die Sicherheitskontrolle (nur eine
einzige...). Was mich sehr wundert ist, dass wir
weder den Camcorder, noch die Digikamera, geschweige
denn den Laptop einschalten müssen. Auch
sonst wird meinem Gefühl nach viel zu wenig
kontrolliert. Ein kurzer Blick, das war's.
Wir gehen in die Business Lounge, da der Flug
von Frankfurt nach Singapore ein Business Class-Flug
ist, dem Meilenprogramm sei Dank. Dort gibt es
ein paar Erdnüsse und ein kühles Getränk
für jeden von uns.
Das Boarden übersehe ich beinahe. In dieser
Boeing 747/400 haben wir nun – es ist mittlerweile
1.41 Uhr (MEZ) – Sitze Nr. 3A und 3C. B
gibt es nicht.
Kaum sind wir in der Luft, wird uns die Speisekarte
vorgelegt. Michi bestellt als Vorspeise Putenröllchen,
als Hauptspeise Heilbutt mit Gemüse und Mississippi-Reis,
den Nachtisch streicht er. Ich wähle als
Vorspeise Lachs (lecker!) und als Hauptspeise
Lammmedaillons mit Schupfnudeln. Schmeckt auch
vorzüglich 
Achja, ich vergesse gerade zu erwähnen, dass
wir natürlich eine weiße Tischdecke
über unser Tischchen gelegt bekommen.
Vorhin wurde in der Maschine das Licht abgedreht,
nur mein Monitor strahlt noch
Es läuft kein Film, die Passagiere schlafen
schon fast alle. Aber hier in der BC haben wir
enorm viel Platz. Die Sitze kann man sehr weit
umlegen, viel weiter als in der Economy Class
und außerdem kann man die Beine hochlegen,
was besonders für mich sehr angenehm ist.
Ich werde nun auch erst mal den PC abdrehen und
es den anderen nachmachen, denn ich bin hundemüde.
Die letzten Wochen hatten es doch in sich.