Freitag, 13. 9. 2002

Unbarmherzig bimmelt um 7 Uhr der Wecker und wir stehen unverzüglich auf. Uihh, war die Nacht vielleicht kurz.

Nach dem Frühstück heißt es, die restlichen wenigen Sachen zusammen packen, das bezieht sich eigentlich nur mehr auf unsere Hüfttaschen. Zwischendurch antworte ich A. auf ihre Mails.

Ideen haben wir : Um 11.45 Uhr gehen wir auf die Terrasse und ich schneide Michi die Haare. Dafür war gestern nun wirklich keine Zeit mehr. Der Tag hat nur 24 Stunden. Ich glaube, wenn uns nun jemand sieht und dann noch weiß, dass in 15 Minuten, also um 12 Uhr, das vorbestellte Taxi vor der Tür wartet, er begreift die Welt nicht mehr
Doch beim Haare schneiden bin ich flott und wir sind rechtzeitig fertig.

Punkt 12 Uhr kommt tatsächlich unser Taxi und ab geht es zum Airport. Als Erstes statten wir dem Lufthansa-Schalter einen Besuch ab – wir wissen ja immer noch nicht, ob das mit dem Visum, das Fr. A. von der Australischen Botschaft für uns erledigt hat, auch wirklich geklappt hat – und einen schriftlichen Ausdruck haben wir nicht in der Hand, lediglich das telefonische OK von Fr. A. Aber manchmal haben auch wir Glück, das Visum ist korrekt, andernfalls hätte uns die Dame am Airport Hörsching auf der Stelle eines ausgestellt – so wird uns zumindest versichert.

Am Flughafen treffen wir unsere Nachbarn samt Sohn mit Freundin. Die beiden Letztgenannten warten auf ihren Charterflug nach Kreta, der aber verspätet ist. Wir gehen gemeinsam etwas trinken und kurz darauf wird es zuerst für J. und S., anschließend für uns Zeit, zu boarden.

Wir haben Sitze Nr. 16 A + B (und natürlich auch Verspätung, eh klar ).
Der Flug nach Frankfurt ist an sich eine kurze Angelegenheit, doch hat uns vorher niemand mitgeteilt, dass bei diesem Flugpreis auch ein 45-minütiger Sightseeing-Flug über und rund um Frankfurt inkludiert ist. Macht uns nichts aus, wir haben ja Zeit…

Der Airportbus wirft uns bei B1 hinaus – A. und W. werden uns direkt am Gate abholen. A. habe ich über das Forum von usa-reise.de kennen gelernt.

Nur, wo sind sie Weit und breit keine Spur von ihnen. Ok, 16.30 Uhr ist der späteste Treffpunkt (sie wissen nicht, wie lange sie ev. im Stau stehen auf der Fahrt nach Frankfurt). Aber mittlerweile ist es fast 17 Uhr. Wozu gibt es eigentlich Handys Klar – damit man jemanden anrufen kann und genau das tue ich. Ich wähle W.s Handy-Nummer, er teilt mir mit, sie warten auf B2. Wir sollen weiterhin auf B1 warten, sie kommen dieses kurze Stück herüber. Zu B 2 haben wir Sichtkontakt – aber da kommt kein W., keine A., Hunderte andere Leute, aber diese beiden nicht. Eine Zeit vergeht, dann läutet Michis Handy. W. ist dran – wo wir denn seien Na, wo denn wohl, auf B2, wie vereinbart – Sprachlosigkeit macht sich breit, sie stünden nämlich auch bei B2. Gut, wir haben die beiden noch nie persönlich gesehen, nur Fotos ausgetauscht, aber so können sich Fotos auch wieder nicht irren – oder Menschen sich in dieser rasenden Geschwindigkeit verändern
Ich schildere W., dass schräg gegenüber von uns ein Duty Free - Laden sei – da schellen seine Alarmglocken Denn wo ein Duty Free ist, können die beiden ohne Ticket natürlich nicht hinein. Daraus lernen wir sehr rasch, es gibt in Frankfurt 2 x B1 und 2 x B2

Nun kommt von W. der Vorschlag – und der einzig Mögliche – wir treffen uns in der Schalterhalle, bei Schalter 600. Nur – wie kommen wir dorthin Wir kennen den Frankfurter Flughafen doch schon ein wenig, aber das Gebiet, in dem wir uns jetzt befinden, kennen wir noch nicht. In einem Geschäft erkundige ich mich, wie man zu den Schalterhallen kommt. Eigentlich ganz einfach – man drehe sich um und gehe den elendslangen Gang, dann stößt man automatisch drauf. Wie wahr, wie wahr Und schon kommt uns W. entgegen – wahrscheinlich nach dem Motto – sonst treffen wir uns heute überhaupt nicht

Kurz darauf sehen wir A., es folgt gleich mal eine herzliche Begrüßung. Von Mails und Telefonaten her kennen wir uns schon ca. 3 1/2 Jahre, aber sie nun mal „lebendig“ zu sehen, ist doch etwas Anderes.
Zusammen gehen wir hinüber ins Sheraton, genau genommen in die Bar. Ich konsumiere einen Milchkaffee, die drei anderen wählen zwischen Bier, Cola und einem Drink etwas aus. Wir haben jede Menge zu erzählen und wir haben viel zu lachen.
A. hat mir die CD „Lemminge“ mitgebracht, nebenbei noch ein Gartenheft, Rätselhefte und für Michael etwas Süßes. Ich habe ihr zwei Cap Colombie mitgenommen und vier Routenplaner von Europa. Von denen habe ich immer noch jede Menge, denn bei den 100 Mini-DV-Kassetten, die ich gekauft habe, waren insgesamt 20 solcher CDs dabei.

Tja, dann wird es Zeit, wieder Abschied voneinander zu nehmen. Die beiden fahren nach D. zurück, planen ein Pizza-Essen – logisch, ist ja Freitag Abend

Wir passieren die Sicherheitskontrolle (nur eine einzige...). Was mich sehr wundert ist, dass wir weder den Camcorder, noch die Digikamera, geschweige denn den Laptop einschalten müssen. Auch sonst wird meinem Gefühl nach viel zu wenig kontrolliert. Ein kurzer Blick, das war's.

Wir gehen in die Business Lounge, da der Flug von Frankfurt nach Singapore ein Business Class-Flug ist, dem Meilenprogramm sei Dank. Dort gibt es ein paar Erdnüsse und ein kühles Getränk für jeden von uns.

Das Boarden übersehe ich beinahe. In dieser Boeing 747/400 haben wir nun – es ist mittlerweile 1.41 Uhr (MEZ) – Sitze Nr. 3A und 3C. B gibt es nicht.

Kaum sind wir in der Luft, wird uns die Speisekarte vorgelegt. Michi bestellt als Vorspeise Putenröllchen, als Hauptspeise Heilbutt mit Gemüse und Mississippi-Reis, den Nachtisch streicht er. Ich wähle als Vorspeise Lachs (lecker!) und als Hauptspeise Lammmedaillons mit Schupfnudeln. Schmeckt auch vorzüglich
Achja, ich vergesse gerade zu erwähnen, dass wir natürlich eine weiße Tischdecke über unser Tischchen gelegt bekommen.

Vorhin wurde in der Maschine das Licht abgedreht, nur mein Monitor strahlt noch Es läuft kein Film, die Passagiere schlafen schon fast alle. Aber hier in der BC haben wir enorm viel Platz. Die Sitze kann man sehr weit umlegen, viel weiter als in der Economy Class und außerdem kann man die Beine hochlegen, was besonders für mich sehr angenehm ist.

Ich werde nun auch erst mal den PC abdrehen und es den anderen nachmachen, denn ich bin hundemüde. Die letzten Wochen hatten es doch in sich.