Montag, 16. 9. 2002

Wir stehen um 6:30 Uhr auf, um 7 Uhr gibt es bei B. Kaffee. Wir sitzen auf dem Balkon und genießen die Stille (bis auf B.s Monolog). Nahezu pünktlich fahren wir los. Es ist gar nicht einfach, zum Haus des Bushcamper-Vermieters zu finden, die Hausnummer ist ziemlich versteckt.

Ich dachte immer, es werde Herr B. sein, der uns erwartet – aber es ist ein Herr namens G.
Und B. wartet und wartet und wartet.....Worauf eigentlich

Erstmal kommt das Schriftliche dran wegen des Bushies, dem folgt die Einweisung durch G. Er versucht zwar, dies auf die Schnelle zu erledigen, doch da es unser erster Bushie-Urlaub ist, lassen wir uns alles haarklein erklären (obwohl ich schon vieles von M. weiß). Das Bordwerkzeug ist wider Erwarten relativ umfangreich, trotzdem hoffen wir, dass wir es nicht brauchen werden.

Eigentlich sind wir um 9 Uhr fertig, allerdings muss G. mit Herrn B., der in Perth hockt, Kontakt aufnehmen – und Westaustralien ist um 1,5 Stunden zurück.
Also müssen wir warten, dann ist auch dieser letzte bürokratische Teil erledigt und es kann losgehen.

Übernahme Bushie mit Km – Stand: 116.148

B. bietet an, dass sie mit uns zum Casuarina Shopping Center fährt, sie habe ohnehin dort zu tun. Nun, nein kann man auch nicht sagen. Also fährt sie vor, wir hinter ihr her. Im Casuarina bekommt sie Hunger, denn sie hatte kein Frühstück (wir auch nicht ), also nehmen wir dort gemeinsam unser Breakfast ein.

Dann trennen sich unsere Wege, Michi und ich machen das Casuarina unsicher. Doch zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, wie lange wir an diesem Tag in Darwin unterwegs sein würden. Oh Gott....

Wir bekommen im Casuarina wirklich viel von meiner „Einkaufsliste Darwin“, aber doch nicht alles und genau dieser Rest macht uns schwer zu schaffen. Man glaubt gar nicht, wie schwierig es ist, z. B. ein Fliegengitter zu erstehen oder eine Handlampe, eigentlich Dinge des täglichen Gebrauches für Darwin – denken wir zumindest.

Gegen 20 Uhr gehen wir in die so genannte Backpacker-Street, ist eigentlich nicht der richtige Name, aber er spricht trotzdem für sich. Dort essen wir in einem Restaurant: Michi Barramundi auf Reisbett, ich Barra-Filet mit Bratkartoffeln und Gemüse. Und wie schon vor vier Jahren – eine übergroße Riesenportion.

Wird Zeit, dass langsam wieder Schmalhans Küche bei uns einkehrt

Doch damit ist der Tag und schon gar nicht der Abend zu Ende. Wir fahren kreuz und quer durch Darwin, sehen bei alle möglichen (schon geschlossenen, es ist schließlich 23 Uhr) Geschäften durch die Scheiben, um erkennen zu können, ob sie vielleicht unsere fehlenden Dinge im Laden haben. Nichts dergleichen ist der Fall. Ein wenig betrübt fahren wir zu unserem Zimmer zurück, allerdings füllen wir vorher noch den hinteren Tank auf, der ja leer ist (und so geben wir ihn auch wieder zurück – vorne voll, hinten leer).

Achja, hier habe ich sogar die genaue Uhrzeit unseres Tankstopps: Es ist 23:22 Uhr
Mit dieser Uhrzeit hat es eine besondere Bewandtnis: Michi will mit seiner Kreditkarte bezahlen, doch das funktioniert nicht. Mehrmalige Versuche scheitern.
Leicht entnervt wählt er die Notrufnummer der Kreditkartenfirma und fragt, was los sei. Die Antwort der sehr freundlichen Dame am anderen Ende der Leitung: "Wir mussten ihre Kreditkarte sperren, da Verdacht auf Betrug nahe liegt. Am heutigen Tag wurde nämlich mit ihrer Karte ein 4-stelliger Australien-Dollar-Betrag abgebucht und daraufhin die Karte gesperrt".
Ja Himmel noch einmal Ich habe vor unserer Abreise bei der Kreditkartenfirma angerufen. Einerseits, um das Limit aufheben zu lassen und andererseits habe ich bekannt gegeben, dass wir demnächst nach Australien fliegen und ein 4-stelliger Betrag abgebucht wird
Und jetzt, wo genau dieser Fall eintritt, weiß plötzlich niemand etwas davon
Nachdem der Irrtum aufgeklärt ist, wird die Karte sofort freigeschaltet und Michi kann bezahlen.

Es ist jetzt 24 Uhr, also Geisterstunde, demnach gerade der richtige Zeitpunkt, um erstens duschen zu gehen und zweitens mein Notebook einzuschalten, um wenigstens einen Teil vom Sonntag schreiben zu können. Weit komme ich nicht, aber es ist trotzdem 1.30 Uhr morgens, ehe ich ins Bett finde

Km-Stand am Ende des Tages: 116.246
Tages-Km: 98