Es ist 6.30 Uhr und ich wälze mich schon
die längste Zeit von einer Seite auf die
andere. Ich bin schon seit kurz nach 5 Uhr munter,
denn es gibt den typischen „Darwin Regen“,
es schüttet ½ Stunde wie aus Eimern,
dem folgt eine kurze Regenpause, ehe es erneut
losgeht.
Zwischendurch schlafe ich ein. Jetzt läutet
der Wecker, am liebsten würde ich ihn…
Nun, lassen wir das lieber
Jaja, das kommt davon, wenn man so spät ins
Bett geht.
Abfahrt von B. ist um 10 Uhr bei km-Stand 116.246.
Es ist allerhöchste Zeit, unseren treuen
Begleiter vorzustellen - er hört auf den
Namen "Bushie" 
Na, was wird wohl auf unserem Programm stehen
Nix da von wegen meine Reiseplanung nur halbwegs
versuchen wollen einzuhalten
Wir brauchen schließlich das Fliegennetz,
Schraubzwingen und sonst noch ein paar Kleinigkeiten.
Doch das alles hält uns elendslange auf und
wir können erst um 13.30 Uhr die Fahrt Richtung
Süden beginnen.
Am Plan steht eigentlich, zur Banyan-Farm
zu Kerry und Wally zu fahren. Eigentlich…
Wir sind zunächst ganz gut unterwegs, auch
die Richtung stimmt sogar 
Die Abzweigung zu Berry Springs finden wir auf
Anhieb, was aber dann folgt, ist schon der Härtetest
sondergleichen und ich würde sagen, typisch
Mann, dem die Gäule durchgehen.....
Michi fährt den 4WD-Track Richtung Berry
Springs in einer Riesengeschwindigkeit. Hunderte
Male ersuche ich ihn, er solle doch langsamer
fahren, ich könne mich kaum noch im Bushie
festhalten. Doch es hilft alles nichts, kein Bitten,
kein Schimpfen, kein Nichts. Er fährt, als
wäre er auf der Flucht. Wäre es eine
normale Wellblechpiste, würde es mich nicht
stören, aber die vielen, zum Teil auch tiefen
Schlaglöcher, die sind es. Der Gipfel ist,
als es urplötzlich einen sehr lauten dumpfen
Knall gibt. Ich blicke nach rückwärts
und muss zu meinem Schrecken feststellen, dass
sich der Kühlschrank trotz Verriegelung geöffnet
hat und der gesamte Inhalt im hinteren Teil des
Bushies herumkugelt. Oh Mann, jetzt bin ich wirklich
zornig
Erstens, weil diese Höllenfahrt wahrlich
kein Vergnügen ist und zweitens, weil ich
natürlich, wie immer, den ganzen Kram alleine
beseitigen bzw. einräumen darf
Noch dazu habe ich für diese Raserei insofern
kein Verständnis, da Michi am Montag, einige
Zeit nach der Bushie-Übernahme meinte, der
linke Vorderreifen habe ein Profil, das wohl nicht
mehr tragbar sei.
Jetzt wissen wir, was auf uns
wartet  |
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Zuerst fahren wir zu den Wangi Falls. |
Das Blyth Homestead und die Tolmer Falls streichen
wir. Letztere kennen wir schon und wir wollen
endlich auf den Reynolds River Track. Das erste
Mal fahren wir glatt vorbei. Da könnte ich
eine Story bezüglich Landkarte und Realität
verfassen.
Wir können allerdings schon die ersten Termite
Mounds bewundern, das sind Termitenbauten in verschiedener
Form und Größe.
Die "magnetic"
sind vollkommen flach und in Nord/Südrichtunggebaut.
Scheint sie die Sonne um die Mittagszeit
an, werden sie nur einen Strich als Schatten.
Magnetic Mounds findet man nur hier im Norden
Australiens. |
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Die anderen heißen "Kathedralen",
sie wollen lieber im Trockenen stehen und sind
rundlich gebaut. Das ist die Termitenbauform,
die man am meisten in Australien sieht.
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Wir biegen also in den Reynolds River Track
ein, aber schon nach einem kurzen Stück
ist vor uns ein Gewässer von unbekannter
Tiefe. Länge und Breite sind abzuschätzen. |
Wir sind allein hier, keine anderen Leute weit
und breit. Michi meint, einfach durchfahren und
fertig. Wegen der Dias von M. habe ich aber doch
gewisse Bedenken, zumal es schon 17 Uhr ist und
die Wahrscheinlichkeit, dass heute nochmal ein
Auto verbeikommt, von uns relativ gering eingestuft
wird. Also was bleibt mir anderes übrig,
als mir einen Stecken zu suchen, auf den ich mich
notfalls ein wenig stützen kann und ich mache
mich auf den Weg, zu Fuß dieses Gewässer
zu erkunden. Ich bin nun etwa zu Dreiviertel auf
der anderen Seite, drehe aber um. Das Wasser geht
mir bis gut Kniehöhe, ein klein wenig darüber.
Ich platziere mich neben der Bushie-Tür und
wir stellen gemeinsam fest, das ist zu hoch, da
würde Wasser bei den Türen hereinkommen.
Tja, schweren Herzens sehen wir ein, dass das
heute ein hoffnungsloses Unternehmen sein würde
und beratschlagen, was nun zu tun wäre.
Erstaunlicherweise wird mein Vorschlag, in Batchelor
im Batchelor
Resort zu übernachten, angenommen. Ich
vermute, Michi hat ein schlechtes Gewissen 
Wir bekommen in dem genannten Resort Zimmer Nr.
3, ein sehr großes Zimmer, 1 Doppelbett,
2 single beds, großer Tisch, Farb-TV (den
wir allerdings mangels Zeit nicht nutzen, wozu
auch, wir sind im Urlaub
)
Als Erstes gehen wir ins dazugehörige Restaurant,
wir bestellen Jacun Prowns (hot!), dazu gibt es
etwas Ähnliches wie Bratkartoffeln und jede
Menge Gemüse.
Nach dem Abendessen, es ist schon nach 22 Uhr,
mache ich einen Vorschlag, von dem ich 100 %ig
sicher bin, dass Michi ihn ablehnt – nämlich,
endlich unseren Bushie “wohnfähig”
zu gestalten. Bis jetzt hatten wir ja gar keine
Zeit dazu. Und – Michi stimmt zu
Also geht's los. Ohje, ohje, das ist wirklich
fast Schwerarbeit, zumal wir noch keine Übung
haben. Wir setzen zwar sehr viele Tipps von M&E
in die Realität um, doch natürlich bleiben
noch genug – für uns unklare –
Punkte übrig.
Bis Mitternacht kramen wir im Bushie herum, dann
sind wir, zumindest glauben wir das, zufrieden
und ziehen uns in unser Motel-Zimmer zurück.
Aber es ist noch nicht Ruhe und Schlafenszeit,
nein-nein. Es gilt noch, die Fotos von der Digikamera
auf den Image-Tank und anschließend auf
das Notebook zu speichern, die Akkus wollen geladen
werden und letztendlich soll ich auch wieder meinen
Reisebericht (von gestern) schreiben. Ich bin
im Verzug, das stört mich, lässt sich
aber im Augenblick nicht vermeiden.
Soll ich ganz vorsichtig erwähnen, wann wir
ins Bett gehen? Ok, ich mache es auf die Verantwortung
anderer - es ist 1.30 Uhr, des nächsten Tages
Km-Stand am Ende des Tages: 116.489
Tages-Km: 243