Samstag, 21. 9. 2002

Wie könnte es anders sein: Um 6.45 Uhr läutet der Wecker. Doch das stört mich nicht, denn ich war ohnehin fast die ganze Nacht munter. Mein Husten verstärkt sich mehr und mehr, teilweise bis zum Brechreiz. Wirklich zum Verzweifeln. Gut, dass Michi nach seinen Angaben kaum etwas davon mitbekam, sonst hätte ich ihm auch noch den Schlaf geraubt. Und meine Stirnhöhlen sind nach wie vor voll mit Eiter. Ich weiß gar nicht, wann es mich das letzte Mal dermaßen arg erwischt hat.

Ich stehe auf und gehe zu den sanitären Anlagen. Alle anderen schlafen noch. Dann beginne ich langsam, die Sachen aus dem Campground-Kühlschrank wieder in unseren Bushie zu verfrachten, unsere Sachen zusammenzupacken, denn heute ist leider Abreise von der Banyan Farm. Schade, aber alles nimmt leider mal ein Ende. Ein Glück, dass uns Wally noch begegnet, denn auch von ihm wollen wir uns persönlich verabschieden.

Und dann gehts weiter.....

Wir fahren die Daly River Rd. ostwärts bis zur Dorat Rd. (= alter Stuart Hwy.), von da ab südlich in Richtung Katherine.

Doch ich bin so enorm müde, Frühstück hatten wir auch keines, dass ich den Vorschlag mache, in Hayes Creek etwas zu konsumieren, es ist ja auch schon nach 11 Uhr, also fast Mittag. Wir bestellen Barramundi & Chips und wie üblich, wird eine Riesenmenge angeliefert. Aber eines ist wenigstens gut – der Kaffee für den Fahrer ist frei

Und weiter geht's nach Katherine. Meine Güte, die paar Kilometer können sich vielleicht ziehen.....

In Katherine besuchen wir den Woolworth. Meine Bedenken, dass es vielleicht dermaßen tiefgekühlt sei wie die drei in Darwin, bestätigen sich Gott sei Dank nicht. Hätte ja noch gefehlt. Es ist sogar fast zu warm. Nun soll niemand sagen, mir kann man es nicht Recht machen Doch, das geht eigentlich ganz leicht

In diesem Woolworth finden wir nahezu alles, was auf unserer Einkaufsliste steht. Es ist zwar eine Sucherei, bis wir alles haben, aber immerhin. Michi ersteht dort sogar seinen gekrempelten Sonnenhut inklusive Mossie-Netz.

In dieser Mall gibt es auch eine Apotheke. Dort kaufen wir einerseits homöopathische Kapseln, andererseits einen ganz gut schmeckenden Hustensaft, er soll angeblich helfen.

Da es schon kurz nach 14 Uhr ist, müssen wir dazu sehen, dass wir weiterkommen.

Doch – halt Wo ist denn die Ampol – Tankstelle Die brauchen wir ja noch, schließlich hat auch der Bushie Durst, nicht nur wir. Und bei der Ampol soll es am billigsten sein. Also nix wie hin
Achja – hier habe ich es notiert: Diese Ampol befindet sich bereits auf dem Victoria Hwy., aber wir sind noch nicht am Victoria Hwy. Also noch ein wenig Geduld. Dank dieses genauen Hinweises finden wir die Tankstelle auf Anhieb.

Tankstelle Ampol/Katherine:
vorne: 54,0 l
hinten: 43,07 l
Preis pro Liter: 97 ct
total bezahlt: AU$ 94,16
Öl: ok
Wasser: ok
Wassertank nachgefüllt, ca. 1/2 Kanister.

Relativ spät kommen wir im Victoria River Roadhouse an, es ist sogar noch hell. Wir bekommen auf Anhieb ein Zimmer (Nr. 3), auf Nr. 1 wohnen zwei Motorradfahrer, einer von den beiden torkelt später stockbetrunken vom Roadhouse ins Zimmer, der andere ist wohl drinnen, denn es brennt schon die ganze Zeit Licht.

Was wir heute noch unbedingt machen möchten, ist der Escarpment Walk. Also noch gut 1 km auf den Victoria Hwy. fahren, dann geht linkerhand die Abzweigung weg. Es ist uns klar, dass wir zu spät dran sind, deshalb nehmen wir auch unsere Stirnlampen mit.
Lieber Himmel Ist der Anstieg vielleicht steil Jetzt weiß ich, weshalb manche Touris diesen Walk nicht gehen. Es geht über Stock und Stein, aber echt steil bergauf. Wenigstens ist der Trail gut markiert, was aber gegen meine Atemnot nicht viel bzw. gar nicht hilft.

Rock Wallaby

gleich ist es geschafft

Ich bin immer noch heiser, huste aus dem letzten Loch, meine Nebenhöhlen sind vereitert, also alles beim Alten.

Nun sind wir auf diesem Escarpment Walk ganz oben angekommen und haben eine herrliche Aussicht auf die Stokes Range. Für den Sonnenuntergang ist es gerade ein paar Minuten zu spät, aber was soll’s.

Ich finde es einfach traumhaft, allerdings steht uns nun der Abstieg in völliger Dunkelheit, nur mit unseren Stirnlampen bewaffnet, bevor. Kein leichtes Unterfangen, vermute ich. Doch es geht viel leichter, als erwartet, dauert zwar, aber gut. Wir haben es ja nicht eilig

Im Victoria River RH sind wir – besonders ich – so geschafft, dass wir nach dem Duschen wie ein Stein ins Bett fallen.


Km-Stand am Ende des Tages: 117.376
Tages-Km: 466