Sonntag, 22. 9. 2002

Heute soll es vom Victoria River RH zum Keep River NP gehen.

Obwohl wir bereits um 6.30 Uhr aufstehen, gelingt es uns mühelos, erst um 10.30 Uhr abfahrtsbereit zu sein. Ich weiß nicht, wo die Zeit hingekommen ist.

Bevor ich noch so richtig Gas gebe, stelle ich nur 10 km weiter westwärts den Bushie schon wieder ab, denn der Joe Creek Walk ist geplant.

Ich habe gestern Abend auf Drängen von Michi hin so dermaßen viel von diesem Hustensaft genommen, dass mir enorm übel ist, fast zum Erbrechen.

Eigentlich kann ich gar nicht so recht sagen, ob der Walk schön oder nicht schön ist, denn ich habe mit mir selbst genug zu tun: Übelkeit, das Herz rast, einfach elendig. Irgendwie schaffe ich es, nur leider bekomme ich kaum etwas davon mit

Nun sind wir wieder beim Bushie und ich bin dermaßen geschafft, dass Michi weiter fahren muss – entgegen der sonstigen Fahrten. Ich schnappe mir eine Zeit lang das Kopfpolster, lege es zwischen unsere beiden Sitze und schlafe, schlafe, schlafe

Das hat wenigstens einen Vorteil: Ich bin anschließend munter und die Übelkeit sowie das Herzrasen sind fast verschwunden. Ich fühle mich weitaus besser.

Also klemme ich mich wieder hinters Steuer und fahre weiter Michi wundert sich zwar, aber so schnell bringt mich nichts um.

In dieser Gegend beginnen übrigens die berühmtem Boab-Bäume, die teilweise einen enormen Umfang haben.
Vom Kuwang Lookout haben wir eine fantastische Sicht auf die Stokes Range.
Nach ewig langer Zeit, so empfinde ich es jedenfalls, kommt die Abzweigung zum Keep River NP.

Nun beginnt eine ziemlich holprige Fahrt auf einem 4WD-Track. Nichts gegen 4WD-Tracks, im Gegenteil, aber eine Zufahrt bzw. Fahrt in einen NP haben wir uns ein klein wenig anders vorgestellt. Aber hier im Keep River NP ist es die legendäre gravel road, dazu kommen weiß der Kuckuck wie viele Schlaglöcher, aber nicht diese kleinen, nein-nein, wenn schon, dann die richtig großen. Ich weiß nicht, wann hier zuletzt der Grader durchgefahren ist, das muss schon eine Zeit lang her sein.

Es gibt aber auch zur Abwechslung sehr gute Pistenverhältnisse - fast schon wieder zu gut
Nach längerer Fahrt sind wir am hinten gelegenen Jarrnarm Campground. Hier sind kaum Leute, insgesamt sind wir in dieser Nacht zu viert.

Michi hat heute Geburtstag und deshalb machte ich gestern schon den Vorschlag, bis Kununurra durchzufahren und dort in einem Motel zu übernachten, damit er seinen Geburtstag nicht in der ersten Campingnacht seines Lebens verbringen muss. Er war aber nicht einverstanden und meinte, Camping sei ok und somit sind wir jetzt am Jarrnarm Campground.

Ich brutzle Steaks, dazu gibt es Gemüse, was uns ausgezeichnet schmeckt

Irgendwann gegen 22 Uhr beschließe ich, zu duschen Unsere Solar-Außendusche ist wirklich Gold wert.
Danach fühle ich mich frisch und versuche, Michi das schmackhaft zu machen. War er vorhin noch eher ablehnend, sehnt er sich nun auch nach dem erfrischenden Nass und macht es mir nach.

Anschließend richten wir unsere Betten, d. h., vom „Dachgeschoss“ angle ich die beiden Leintücher herunter. Ein wenig umständlich sind wir schon noch, aber es fehlt auch die Übung.

Gegen 23 Uhr gehen wir ins Bett. Lediglich gegen 3 Uhr morgens stehen wir auf und suchen das Plumpsklo auf. So richtig outback-mäßig mit Schlangenstiefeln an den Beinen

Km-Stand am Ende des Tages: 117.683
Tages-Km: 307