Montag, 23. 9. 2002

Uihhh, schlafen wir gut Bis der Wecker klingelt
Nach der Morgentoilette gibt es ein ordentliches Frühstück und dann geht’s weiter.

Heute steht die Fahrt vom Keep River NP nach Kununurra auf dem Programm. Also eigentlich nicht allzu viel.

Abfahrt ist um 9.40 Uhr – wo ist eigentlich die Zeit zwischen Weckerläuten und Abfahrt geblieben Getrödelt haben wir nicht, offenbar liegt es an meiner mangelnden Übung. Mist, ich muss das Ganze besser hinbekommen, naja, wird hoffentlich noch.

Um 12:45 Uhr sind wir bei der Kreuzung Victoria Hwy. / Lake Argyle Rd.

In Kununurra angekommen checken wir im Mercure Inn Kununurra Hotel ein.

Da wir sehr viel Zeit haben, beschließen wir, zum Lake Argyle zu fahren. Dies ist ein riesiger Stausee südlich von Kununurra. Er ist das Wasserreservoir Australiens.

Die Fahrt dorthin dauert eine ganz schöne Weile, auch deswegen, weil wir immer wieder filmen und fotografieren.

Auch diese schöne Blüte entdecke ich.

Fast am Ende der Straße befindet sich u. a. das Visitor Center mit einem Internet-Access Letzteres nütze ich sofort und klappere meine gmx-Box ab.

Während der Zeit, in der ich Mails schreibe, bucht Michi in diesem Visitor Center den Heli-Flug für übermorgen über die Bungle Bungles, direkt vom Bellburn Airstrip weg. Macht 180$ pro Nase für 1/2 Std. Flug, aber dafür sollen bei dem Heli die Türen ausgehängt sein und er fliegt viel niedriger als irgendein anderer.

Anschließend erkunden wir das Gelände und fahren dann nach Kununurra zurück

Einkaufen muss für die Bungles auch noch sein. Dazu fahren wir zum Coles, diesem Einkaufszentrum, in dem es praktisch alles gibt. Dort verbringen wir gut und gerne drei Stunden. Wenn man solch einen Laden nicht kennt, vergeht unheimlich viel Zeit alleine damit, um festzustellen, wo man was findet. Aber letztendlich haben wir alle sieben Zwetschken zusammen und fahren zum Hotel zurück.

Seltsamerweise ist es immer noch hell und ich mache den Vorschlag, zum Kelly's Knob Lookout zu fahren, dort soll der Sonnenuntergang sehr schön sein. Also nichts wie hin.
Bei der Anfahrt richte ich mich der Einfachheit halber nach dem höchsten „Berg“ in Kununurra, denn der müsste es wohl sein. Naja, manchmal findet auch ein blindes Huhn ein Korn
Wir gehen die paar Stufen hinauf und haben tatsächlich einen wunderschönen Blick auf die Stadt und die bald untergehende Sonne.
Ich blicke ein wenig herum und sehe genau hinter unserem Rücken einen viel höheren „Berg“, auch führt zu Beginn eine ganz schmale Straße dorthin, allerdings für maximal 50 m und endet bei einem riesengroßes Tor. Mist, und genau dort möchte ich doch hinauf

Bei noch längerem Hinsehen sehe ich zwei Männer, die schnellen Schrittes den Berg hinauf laufen, fast joggen. Von dort oben muss die Aussicht fantastisch sein

Ich schlage Michi vor ,dass wir wenigstens bis zu dem Tor gehen, vielleicht sei es gar nicht versperrt, so nach dem Motto „Tor auf“ – „Tor zu“.

Doch Michi will nicht, daher gehe ich halt alleine los und zu meinem Erstaunen folgt er mir dann doch. Das, was wir auch vorher schon gesehen haben, nämlich, dass das Tor geschlossen ist, bestätigt sich nun. Davor große Warnschilder

Wie aus dem Nichts erscheint der erste Jogger, der nicht mal ein T-Shirt trägt und ruft uns zu, wir sollen doch kommen. Zuerst denken wir, er will uns veräppeln – das Tor ist ja geschlossen und oben drüber Nein, das ist erstens zu hoch und zweitens jenseits des Legalen. Der Jogger scheint unsere Zweifel zu bemerken, denn er ruft uns noch etwas Anderes zu – nämlich, wir sollen einfach so tun, als ob wir die in englischer Sprache geschriebenen Schilder nicht lesen können und wir sollen doch durch das Loch im Maschendrahtzaun schlüpfen. Meine Güte, sind wir blind Da klafft doch direkt neben der Türschnalle ein riesengroßes Loch, wir stehen unmittelbar davor und sehen es nicht. Nicht einmal das Schild, das zum Durchsteigen auffordert, sehen wir

Na gut, wir erholen uns von unserer eigenen Dummheit, schlüpfen durch das Loch und dann geht es bergwärts. Es ist ziemlich steil, wir kommen gehörig ins Schwitzen, aber das Schlimmste ist, dass wir auf solch eine Tour überhaupt nicht vorbereitet sind, wir haben nichts zu trinken mit. Der Durst lässt nicht lange auf sich warten, aber das Wissen, dass wir vom Gipfel eine erstklassige Aussicht haben werden, treibt uns voran. Nach einiger Zeit (und ein paar kleinen Pausen – japs ) sind wir oben und es ist einfach großartig, was wir sehen Es ist ein Blick um ganz Kununurra, sozusagen 360°, dazu gehört natürlich auch das Hidden Valley, das in der untergehenden Sonne ein Traum ist.

Blick über Kununurra

Blick über das Hidden Valley

Doch allzu lange können wir nicht bleiben, denn wir wissen, dass es sehr schnell dunkel wird. Da wir keine headlights mithaben, ist ein rascheres Abwärtsgehen angesagt.

Wieder beim Auto, fahren wir direkt nach Kununurra zurück, als Erstes zur BP-Tankstelle, es ist 16.45 Uhr:

vorne: 74,0 l
hinten: 25,4 l
105,9 ct/l
total: AU$ 105,20
Wassertank: nachgefüllt
Öl: ok
Wasser: ok
1 l Öl zur Sicherheit gekauft

Anschließend geht es zu unserem Mercure Inn Hotel. Wir nehmen eine erfrischende Dusche und gehen ins Restaurant Michi isst einen Caesar Salad und ich Barramundi.

Km-Stand am Ende des Tages: 117.848
Tages-Km: 165