Sonntag, 29. 9. 2002

Oh Gott, das ist vielleicht eine Nacht
Wir schlafen kaum, ständig schwirren Moskitos um unsere Ohren herum. Wir sind fast am Verzweifeln und werden gestochen ohne Ende. Michi fasst 58 Stiche aus, meine zähle ich gar nicht, ist besser so.

Das Moskitonetz beim Bushie ist nach wie vor montiert, von innen können wir sehen, wieviele Fliegen draußen am Netz sitzen und wahrscheinlich gerne zu uns herein kommen möchten.
Wir frühstücken rasch und fahren los.
Unser erstes Ziel ist der Trailhead der Bell Gorge

Wir stellen das Auto ab, legen die Wanderschuhe an, befördern Getränke in den Rucksack und los geht's. Trotz der frühen Uhrzeit ist es schon ordentlich warm, allerdings ist die Strecke pro Weg nicht allzu lange, ca. 1/2 Stunde. Eigentlich wurden uns Krokodile versprochen, aber wie so oft, sind es leere Versprechungen.

Dafür sehen und filmen wir Warane.

 

 

Bei der Bell Gorge ist es wirklich schön und vor allem haben wir gerade noch den richtigen Zeitpunkt gewählt.

Beim Rückweg zum Auto wird es ziemlich heiß, obwohl es erst 10 Uhr ist. Aber da kommen die anderen Touris erst richtig in Schwung, denn sie reisen gerade zur Wanderung an. Unverständlich in meinen Augen, aber gut, jeder wie er mag.

Nun legen wir die 20 km zur GRR zurück und wir gelangen nach einiger Zeit zum Mount Bell.

Das ist ein sehr schöner Aussichtspunkt an der GRR. Man sieht über den Bell Creek und die King Leopold Ranges, allerdings gibt es keinerlei Service, also keine Toiletten, keine Abfalleimer, kein Nichts. Aber was spielt das schon für eine Rolle – keine

Da unser heutiges Ziel Fitzroy Crossing ist, müssen wir weiter.

Kurz nach der Cnr. GRR/Napier Downs, es ist 12.45 Uhr, sind wir bei der Kreuzung GRR/Fitzroy Crossing/Windjana Gorge/Tunnel Creek.

Diese Strecke heißt nun nicht mehr GRR, sondern Fairfield Leopold Rd.

Um 12.15 Uhr sind wir bei der Einfahrt Windjana Gorge NP.

Hier möchten wir einen kleinen Walk machen, allerdings kommt solch ein Wind, genauer gesagt, ein Sandsturm auf, dass wir es bleiben lassen und im Auto kurz Rast machen, um etwas zu essen.

Dann geht es weiter, der Himmel vor uns verdunkelt sich immer mehr. Es scheint ein schweres Gewitter aufzukommen. Bald fallen auch ein paar Tropfen vom Himmel.

Zuerst denken wir, es könnte eine Bushie-Reinigung werden, aber weit gefehlt. Es wird noch schlimmer, denn durch die paar Regentropfen klebt der rote Sand dann gleich noch viel besser am Bushie fest. Ist aber auch schon egal, ein wenig mehr oder weniger rot, was soll's

Wieso siehst du so ungläubig? Noch nie einen Bushie gesehen?
Um 15 Uhr sind wir beim Tunnel Creek NP, der Teil des Devonian Reef Conservation Parks ist.

Es handelt sich dabei um einen kleinen Fluss der sich seinen Weg durch das poröse Material des Riffs gebohrt hat. Auf einigen Kilometern verläuft er unterirdisch.

Diesen müssen und möchten wir uns genauer ansehen, also gehen wir mit Foto- und Filmmaterial bewaffnet los.
Nach nur wenigen Minuten sind wir beim Tunnel, müssen allerdings ein wenig klettern, um zum eigentlichen Eingang zu kommen, anschließend sind ein paar kleine Wasserwanderungen nötig. Doch dieser Tunnel ist wirklich beeindruckend, von oben kommt durch das eingebrochene Dach Licht herein. Wir sind fast die Einzigen, wahrscheinlich ist den anderen die Kletterei ein wenig zu viel oder auch zu gefährlich, wer weiß. Wir jedenfalls genießen diese kurze Wanderung.

Anschließend geht es weiter. Abwechslung bieten alte, verrostete Autos sowie jede Menge Tiere.

Die Piste lässt sich gut fahren, allerdings wird demnächst der Sonnenuntergang beginnen.

Gegen 16.30 Uhr fahren wir am Devonian Reef Conservation Park vorbei.
Der Name sagt es schon: Es handelt sich um die Überreste eines urzeitlichen Riffs, das in Jahrmillionen durch die Anhebung des Meeresbodens zum Festland wurde

Jetzt in der Abenddämmerung ist das Devonian Reef besonders schön beleuchtet. Meine Güte, wenn wir nur ein wenig mehr Zeit hätten, das wär's…

Doch wir müssen weiter...

Um 17.15 Uhr sind wir an der Cnr. Fairfield Leopold Rd. / Great Northern Hwy.

Ab hier fahren wir ohne Allrad, denn von nun an geht es am GNH bis nach Fitzroy Crossing.

Um 18.30 Uhr sind wir in der Fitzroy River Lodge, also gleich hinter der Brücke links abgebogen und wir sind dort. Ganz einfach, auch wenn es schon finster ist.

Dort gehen wir ins Restaurant und essen sehr gut , allerdings ist die Räumlichkeit nicht ganz nach unserem Geschmack. Aber den Raum wollten wir auch nicht essen

Anschließend wasche ich endlich Wäsche, was aber einen fast 10-minütigen Weg zur Laundry bedeutet, vorbei am Campingplatz.
Es ist sogar eine Waschmaschine frei, also nichts wie hinein mit unseren schmutzigen Klamotten. Dann retour zur Lodge, duschen ist angesagt. Anschließend gehe ich in stockfinsterer Nacht wiederum zur Laundry, um die Wäsche in den Trockner zu werfen, nehme mir aber zur Sicherheit meine Maglite mit, denn der Trockner steht im Freien, kein Licht weit und breit. Wie soll ich ohne Licht die Dollarmünzen erkennen

Auf einer der Waschmaschinen sitzt mittlerweile eine junge Frau, unter ihrem Allerwertesten unsere Wäsche Daneben (am Boden allerdings) sitzt ihr Freund. Ich frage vorsichtig nach meiner Wäsche, sie meint, nur die Hälfte sei trocken, die andere Hälfte sehr feucht, sie habe sie aber getrennt zusammengelegt. Naja, immerhin etwas...

Wir kommen ins Plaudern, sprechen über Australien, gelangen irgendwann nach Hawai'i, dort war sie nämlich auch schon, allerdings aus einem „Zufall“ heraus. Ich glaube, dieser Zufall hatte zwei Beine
Nach einiger Zeit verabschiede ich mich, die feuchte Wäsche hänge ich im Bushie auf, dort drinnen ist es ohnehin sagenhaft warm, die trockene Wäsche nehme ich mit ins Zimmer – fertig, aus Weit nach Mitternacht gehen wir ins Bett.

Begleitet war die Nacht von meinen üblichen hartnäckigen Hustenattacken. Ich möchte langsam wissen, wann das besser wird. Aber Unkraut verdirbt ja angeblich nicht


Km-Stand am Ende des Tages: 119.392
Tages-Km: 306,1