Mittwoch, 17. September 2003 :
Weckerläuten ist um 6.30 Uhr angesagt. Dann die übliche Morgenprozedur > ich hüpfe auf und gehe ins Bad, wecke Michi, schicke ihn ins Bad. Allerdings muss ich erwähnen, dass ich in der Zeit, in der Michi im Bad ist, unsere Siebensachen zusammen packe und im Bushie ordentlich verstaue, was einige Zeit später ein Lob seinerseits zur Folge hat. Na, der Tag fängt ja gut an 
Anschließend frühstücken wir wiederum im Motel-Restaurant. Michi nimmt sich das continental, ich bestelle mir das cooked breakfast.
Abfahrt vom Motel um 9 Uhr, zunächst am Western Hwy., allerdings nur bis Ararat, dort verlassen wir ihn und verschlagen uns auf die C222. Das ist eine gute Idee, denn das ist jene Straße, die 1. relativ schmal ist, 2. von kaum jemandem befahren wird und 3. an der man die Grampians zur Linken hat 
In Halls Gap suchen wir das Visitor Center auf, ich sammle alle möglichen Unterlagen und kaufe auch ein paar mehr, Michi findet sich – wie könnte es anders sein – eine Fleece-Jacke, wider Erwarten nicht dunkelblau, sondern knallrot Was ist bloß in ihn gefahren  Er meint zwar, ich solle mir auch solch eine kaufen, aber es widerstrebt mir, denn auf dem Etikett steht „Made in China“ .
Vom Visitor Center aus begeben wir uns auf die weitere Fahrt, die letztendlich wieder am Western Hwy. endet.
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Zuerst besuchen wir den „Reed Lookout“, das ist jene Stelle,
von der wir zum einen eine schöne Aussicht auf die
Grampians haben und zum anderen – wäre das Wetter
wenigstens ein wenig idealer – könnten wir zu den
„Balconies“ wandern. Wandern ist wohl übertrieben,
es wäre nur 1 km pro Strecke, aber dieser elende
Regen und Sturm und dann noch die Warnschilder, die alles
als slippery bezeichnen, sind nicht gerade ermutigend.
Dazu kommt noch, dass wir weder filmen noch fotografieren
könnten, wir haben ja keine Unterwasser-Apparate
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Wir drehen also um, gehen zum Auto und im Handumdrehen
fängt es wieder zu schütten an. Da kann man
wohl sagen – Glück gehabt 
Demnach setzen wir unsere Fahrt fort und nach nicht sehr langer Zeit landen wir wieder am Western Hwy.
In Horsham folgt unsere Mittagspause – um 14.30 Uhr. Im
Reiseführer findet sich der Hinweis, dass es im „Fig
Tree Cafè“ in der Firebrace Street sehr guten Kaffee
und Kuchen gibt, also genau das Richtige für Michi.
Daher nix wie hin. Eigentlich sollte ich gar nicht erwähnen,
auf welche Art und Weise wir zu diesem Cafè finden,
aber ich mache es doch 
Alsoooo, die Firebrace Street ist relativ einfach (na
ja, geht so) zu finden, aber das Cafè dann schon
nicht mehr. Frustriert machen wir uns auf den Rückweg
zum Bushie und ich scherze noch, dass das Cafè
wahrscheinlich direkt hinter unserem Bushie auf der anderen
Straßenseite stehen würde. Michi meint, „na,
das fehlt uns gerade“ – tja, und es hat uns gefehlt
Ich denke, ich traue meinen Augen nicht, das „Fig Tree“
steht tatsächlich haarscharf gegenüber unseres
Bushies auf der anderen Straßenseite
Das darf doch nicht wahr sein
Doch das Cafè entpuppt sich nicht als reines Cafè,
sondern es gibt auch warme Gerichte, was Michi sofort
ausnützt und sich ein paniertes Putenschnitzel mit
Pommes und Salat aussucht. So ein Vielfraß
Ich begnüge mich mit einem Schnitzel ohne Beilage,
bekomme aber zwischendurch ein paar Pommes von ihm ab.
Also zwei Vielfraße  
Da die Zeit voran schreitet, müssen wir auch an die Motelsuche für die kommende Nacht denken. Was bietet sich besser an, als ein Info-Zentrum Normalerweise nichts, aber die Angestellte in Norsham ist schlichtweg eine Versagerin. Sie will uns weis machen, dass es in Tailem Bend nur ein einziges Motel gäbe, mehr nicht. So ein Quatsch, habe ich doch selbst einige Adressen, nur bei ein paar keine Telefonnummern.
Michi ruft also beim Ersten an – "sorry, there's no room free". Sehr beruhigend... Ich habe aber gleich beim Eintritt ins Info-Zentrum entdeckt, dass es offenbar über einen Internet-Access verfügt. Also Google-Suche und natürlich mit Erfolg. Innerhalb von zwei oder drei Minuten habe ich alle nötigen Infos, nämlich die ausstehenden Telefonnummern. Michi ruft beim Nächsten an, blitzt ab, alles besetzt. Beim Dritten wird er fündig, sie hätten noch ein Zimmer frei – na bitte, das genügt uns ja, mehr wollen wir doch gar nicht 
Mittlerweile ist es allerdings knapp 17 Uhr......Die Dunkelheit lässt nicht mehr sehr lange auf sich warten.
Also heißt es, Gas geben, weiterfahren. Leichter gesagt, als getan, denn der ständige Wind, fast schon als Orkan zu bezeichnen, sowie die starken Regenschauer machen es mir nicht gerade leicht.
Kurz vor der Grenze zu Südaustralien (nächster
Ort Bordertown) gibt es eine „gewisse“ Fruchtfliegenkontrolle.
Bedeutet in diesem Fall nichts Anderes, als dass man seine
Früchte bzw. alles, was für die Mitnahme nach
SA verboten ist, zurück lassen muss. Wir haben nichts
und daher fahre ich weiter.
Dumm ist nur, dass es sehr rasch finster wird, es regnet und stürmt. Ich muss mein Tempo auf 50 – 60 km/h reduzieren, da ich an die vielen Tiere denke, die eventuell den Hwy. passieren wollen. Aber so geht's natürlich nicht richtig schnell vorwärts.
Es kommt mir ein Zufall zur Hilfe – ein Truck nähert sich mit ziemlich hoher Geschwindigkeit und überholt mich letztendlich. Was bleibt übrig Richtig – Ihm nach wie der Henker 
Aber das ist nun anstrengender, als ich es erwartet habe. Erschwert wird die Fahrt durch entgegenkommende Trucks, es ist echt hart und ich habe die größte Mühe, den Bushie auf der Straße zu halten – aber es gelingt.
Was sich nicht vermeiden lässt (daran ist der kurze Schlaf von 4 Stunden der letzten Nacht schuld), ist die Müdigkeit, die ziemlich schnell einsetzt. Da kommt Keith gerade richtig, einerseits zum Auftanken vom Bushie und zum Aufmuntern von uns (= Kaffee).
Tankstelle BP Keith:
vorne: 62,59 l
hinten: 29,60 l
$/l = 0,939
Summe total: $ 86,57
Wasser: ok
Öl: ok
bei Tages-Km: 424,4
Gesamt-Km: 180.450
So, weiter geht's 
Nun liegen nur mehr gute 150 km vor mir, das muss doch wohl zu schaffen sein.
Aber es ist nicht leicht, so wie schon weiter oben beschrieben – Regen, Sturm, Roadtrains....
Ankunft in Tailem Bend bzw. im „Motel River Bend“ um 20 Uhr und wir checken ein. Neben uns (wir haben Zimmer Nr. 4) wohnt ebenfalls jemand, wie wir am Licht erkennen können. Michi und ich unterhalten uns wegen des Abstellplatzes vom Bushie und der Herr von Nr. 3, der plötzlich auftaucht, fragt „von wo seid ihr denn?“ (auf deutsch ). Wir erklären ihm, wir seien aus Österreich und er erzählt, er wohne und arbeite seit 20 Jahren in Adelaide. Als ich ausspreche, dass ich ihn beneide, meint er, tja, wenn man nicht arbeiten muss, ist Adelaide sicher schön....
Um 20.45 Uhr SA-time (13.15 Uhr MESZ) rufe ich M&H an. Es ist alles ok, H. ist nur leicht in Panik, weil er nicht überprüfen kann, ob das Motorrad genug oder ev. zuviel geladen wird.
Es folgt das Überspielen der Fotos auf den Image-Tank und auf den Laptop, Schreiben des Tagebuches sowie Lesen. Ins Bett gehe ich um 1.30 Uhr.
Ich stelle fest: Anscheinend gehe ich am selben Tag ins Bett, an dem ich aufstehe 
Tageskilometer: 554,1
Gesamtkilometer: 180.580
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