Sonntag, 21. September 2003 :

Es geht doch nichts über ein regelmäßiges Leben Laughing Demnach weckt uns der Wecker wiederum um 6.30 Uhr. Genauer gesagt, mich nicht, denn ich bin schon seit 5.30 Uhr munter und döse anschließend nur noch ein wenig vor mich hin.

In der Zeit, in der Michi im Bad ist, packe ich unsere Reisetaschen und die Rucksäcke zusammen, schleppe alles zum Bushie und räume ein. Somit ist wieder Ordnung in der Bude eingekehrt.
Um 7.30 Uhr soll wiederum das Breakfast angeliefert werden, aber daraus wird nichts. Wir warten und warten......Da fällt mir wiederum das gestrige Gespräch mit der Rezeptionsdame ein, in dem ich verstand, ob wir ohnehin wüssten, dass morgen (also heute) das Frühstück im Frühstücksraum serviert werde. Michi hat anscheinend nicht richtig zugehört, jedenfalls ist er fest der Meinung, das Breakfast kommt ins Zimmer und somit warten wir. Punktum Winken Nach geraumer Zeit, in der ich schon langsam unruhig werde, da wir doch den Fährtermin haben, klingelt das Zimmertelefon. Die Empfangsdame ist dran – sie erinnert uns, dass das Breakfast im Frühstücksraum serviert werde!! Ätschhhh!!!! LaughingLaughingLaughing
Wir haben uns zwar im Zimmer schon Tee und Kaffee gemacht, aber beides lassen wir stehen und eilen zum Frühstücksraum. Na endlich, wir kommen doch noch zu einem Breaky Winken

Ausgecheckt haben wir ja schon gestern Abend und so brauchen wir nur noch dieses Motel verlassen – selbiges geschieht um 9 Uhr.

Nun fahren wir im Eilzugstempo nach Penneshaw, wobei mir das Eilzugstempo nicht schwer fällt, denn dem Bushie habe ich seit der Übernahme am vergangenen Sonntag gelernt, wie er zu fahren hat. Er war ganz zu Beginn solch eine lahme Ente, kaum zu glauben Exclamation Aber da man Dieselfahrzeugen ein wenig Disziplin beibringen kann, habe ich es auch diesmal (so wie letztes Jahr) getan und das noch mit Erfolg Winken Ja, da lacht das Herz Exclamation Der Bushie mit 110 km/h die Anhöhe hinauf, das wäre noch vor einer Woche unmöglich gewesen, damals schaffte er mit Müh und Not gerade 80 km/h.

Um 9.45 Uhr kommen wir in Penneshaw an und fahren zum Hafen, wo wir schon die Fähre herankommen sehen. Den Bushie stelle ich in der dritten Reihe von links ab, also nicht Polposition, macht aber nichts. Das denke ich zumindest jetzt im Augenblick...
Dann checke ich ein, was ein völlig problemloser Vorgang ist und begebe mich wieder zum Bushie. Michi filmt unterdessen die herannahende Fähre.

Es dauert nicht sehr lange, kommen die Autos herausgefahren und für uns geht es ans Hineinfahren. Oh Gott, nur nicht daran denken Exclamation Diesmal ist zwar weder ein LKW mit Hänger noch ein Reisebus dabei, aber dafür unendlich viele Fahrzeuge und ich habe ernsthafte Bedenken, dass diese alle in der Fähre Platz haben. Nun, allzu schlimm wäre es für uns nicht, wir müssten halt auf die nächste Fähre warten, aber es wäre verlorene Zeit.
Und ich warte, warte, warte... Ist heute der Tag des Wartens QuestionLaughing Alle dürfen in die Fähre fahren, nur ein paar wenige Auserwählte, zu denen auch ich gehöre, nicht. Plötzlich sehe ich, dass etliche Fahrzeuge bzw. dessen Lenker rücklings in die Fähre fahren müssen. Nur das nicht ExclamationCrying or Very sad Durch das, dass wir unsere drei Reisetaschen hinten im Bushie auf der Rückbank stehen haben, obenauf noch unsere Wanderjacken liegen, sehe ich weder links noch rechts hinaus – und die Spiegel müssen angeklappt sein, sonst wäre zu wenig Platz.
Es kommt, was ich schon kommen sah – ich bin diejenige, die zuletzt in die Fähre fahren soll – und, natürlich, im Rückwärtsgang Exclamation Das verweigere ich glattweg und meine zum Einweiser „ohhh, nooo Exclamation“ Seine Reaktion ist lediglich „that's ok, let me do the job for you“. Das habe ich auch nicht anders erwartet, denn ich beobachtete schon einige Zeit zuvor, wie er anderen Leuten behilflich ist bzw. genauer genommen, deren Fahrzeuge in die Fähre fährt. Demnach ist es mir relativ egal, als einzige Frau am Steuer die Rückwärtsfahrt in die Fähre zu verweigern.
Ich hole mir dann nur noch den Bushie-Schlüssel ab und gehe in der Fähre zu Michi hinauf .
Die Rückfahrt nach Cape Jervis ist total ruhig, wir haben überhaupt keinen Wellengang, das Wetter ist traumhaft schön. Eigentlich schade, dass wir nicht länger auf Kangaroo Island sein können, aber da sind wir wieder beim Thema – die liebe Zeit Crying or Very sad

Auf der Fleurieu Peninsula fahren wir über Yankalilla nach Normanville. In letzterem Ort machen wir Rast und gönnen uns etwas. Michi einen Espresso und einen Karottenkuchen, ich einen Capuccino.

Tankstelle Normanville:

vorne: 56,60 l
hinten: 47,34 l

$/l: 0,955

Gesamt: $ 99,07

Öl: ok
Wasser: ok

bei Tages-km: 91,5
Gesamt-km: 181.483


Kurz hinter Normanville verfransen wir uns und landen in einem Ort, der offenbar an seiner Neuentstehung arbeitet. Es handelt sich um Carrickalinga. Dort sind einerseits die bestehenden Häuser, alles Bungalows, in einem neu wirkenden Zustand und andererseits sehen wir etliche Häuser, die gerade am Entstehen sind. Die Holzfassaden stehen bereits, der Rest wird in Kürze folgen. Auch sämtliche Gärten sind noch etwas spärlich bewachsen, aber man merkt, die Leute geben sich wirklich Mühe.

Der weitere Weg bis nach Adelaide ist zwar von den Kilometern her bei weitem nicht weltbewegend, aber Michi schläft neben mir am Beifahrersitz und ich kämpfe auch ein wenig mit der Müdigkeit. Die zahlreichen Kurven hindern mich allerdings am Einschlafen, denn ich bin ständig mit dem Schalten der Gänge beschäftigt.

Gegen 14.30 Uhr sind wir in Adelaide und finden auch auf Anhieb die North Terrace, in der unser Hotel steht. Allerdings, bis wir endlich das Hotel finden, vergeht etwas Zeit. Genauer genommen – zu finden ist es nicht so schwer, aber wo um alles in der Welt soll man auf der North Terrace mit diesem Riesen von Bushie stehen bleiben Question Nach dem vierten U-Turn wird es mir zu bunt, ich bleibe einfach vor dem Hotel stehen und lasse Michi aussteigen und einchecken. Aber das Stehenbleiben funktioniert nicht lange, kurz darauf hält hinter mir ein Taxi, lässt zwei Leute samt Gepäck aussteigen und dann will das Taxi natürlich weiter, eh klar Crying or Very sad Somit muss ich fort, bleibe aber nur ein paar Meter weiter am linken Straßenrand, wo eigentlich halten und parken verboten ist, stehen. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings erwähnen, dass ich vorhin nicht direkt am Straßenrand der North Terrace stehen blieb, sondern es gibt ein paar Parkbuchten, zwischen denen Bäume gepflanzt sind. Das Seltsame ist nur, dass auch in diesen Parkbuchten halten und parken verboten ist. Wofür sind sie dann eigentlich gedacht Question

Die Zeit, bis Michi wiederkommt, ist für mich fast endlos. Nun kommt, was kommen muss (ich sah es schon zuvor) – der hoteleigene undercover parking place ist nur 2,10 m hoch – und der Bushie 2.70 m. Sehr witzig Crying or Very sad

Michi bemerkt das offenbar auch und holt entsprechende Erkundigungen ein. Es gäbe, ebenfalls auf der North Terrace, allerdings ein paar hundert Meter weiter und dann noch auf der anderen Straßenseite, die Zufahrt zu einem Busparkplatz. Dort sind vom Hotel zwei Parkplätze ständig gemietet, wir müssten allerdings 26 $ / Tag zahlen. Naja, was soll's, wir haben ohnehin keine Wahl. Unser gesamtes Gepäck laden wir vor dem Hotel aus und es wird von einem Angestellten zu unserem Zimmer (363) gebracht.

Und nun kommen wiederum etliche U-Turns, bis wir a) den Parkplatz sichten b) die Einfahrt finden. Echt kein leichtes Unterfangen.
Letztendlich stehen wir vor einem schwer verschlossenen Tor, ringsherum mit Stacheldraht versehen, fast einbruchssicher. Man kann nur mit einem Schlüssel oder einer Karte das Tor öffnen, doch keines von beiden haben wir. Der Herr von der Security, der das Objekt ständig bewacht, sieht uns anscheinend und kommt näher. Michi steigt aus, ich bleibe im Bushie sitzen und kann folgendes nur aus Michi's Erzählungen widergeben:

Michi teilt dem Herrn mit, dass uns das Hotel Grosvenor hergeschickt hätte, da zwei Parkplätze von ihnen ständig reserviert seien und einer davon sei noch frei. Der gute Mann meint, na klar, no worries Winken Anschließend, ohne weiteres Interesse am Parkplatz vom Bushie mit den dazugehörigen 26 $ zu zeigen, fragt der Herr, ob es uns in Australien gefällt etc.
Michi antwortet wahrheitsgemäß, dass es uns sehr gut gefalle und dass wir bereits zum dritten Male hier seien. Daraufhin die Frage, was wir bereits gesehen hätten und wohin es nun ginge. Beim Wort „Outback“ bzw. den Orten Broken Hill, White Cliffs etc. meint der Herr, dass er das wunderbar finde und er wünscht uns einen weiterhin schönen Urlaub in Australien. Michi will zum „Geschäftlichen“ kommen, nämlich zu den 26 $ und fragt, wo er bezahlen könne. Daraufhin der Herr „that's ok, enjoy your holiday“ Laughing Bedeutet im Klartext, er lässt mich den Bushie am Parkplatz abstellen und will überhaupt keinen einzigen Dollar QuestionExclamation – Ehrlich, so etwas gäbe es bei uns nie und nimmer.

Wir gehen zum Hotel zurück, ziehen uns Shorts ( Exclamation ) an und machen uns auf den Weg, ein wenig Adelaide erkunden. Wir kommen beim Borders vorbei und ist es aus und vorbei Winken An Buchgeschäften kann ich einfach nicht vorbeigehen. Wir kaufen ein Buch von Ron&Viv Moon „Flinders Ranges“ (sehr passend Exclamation ) und Michi entdeckt noch zwei Bücher von Hawaii Winken Auch sehr passend für den nächsten Urlaub Laughing
Nur das Buch „Explore Australia bei 4WD“ ist nicht zu bekommen. Wir entdecken bei unserem späteren Spaziergang noch zwei weitere Buchläden, aber sie haben bereits geschlossen, wir wollen es morgen (ups, heute...) versuchen.

Gegen 18.30 Uhr suchen wir ein Restaurant und wählen das „Daniel's“, es scheint uns passend und so ist es auch.
Als Vorspeise gibt es Knoblauchbrot, Michi wählt als Hauptspeise Barramundi mit Pommes und Salat, ich ein Pfeffersteak, ebenfalls mit Pommes und Salat. Wir sind sehr begeistert und fragen uns, ob wir morgen nochmals in Daniel's gehen oder doch ein anderes Restaurant wählen. Naja, mal sehen.

Nach dem Abendessen schlendern wir noch längere Zeit durch die Innenstadt von Adelaide. Später haben wir im Hotel riesigen Spaß mit dem Kompass, denn Michi glaubt mir nicht, dass der herkömmliche Kompass in Australien nicht funktioniert und ist total verblüfft, als der Kompass dort, wo Michi Norden vermutet, Süden anzeigt Laughing > Ätsch ExclamationExclamationLaughing
Wir stellen fest, dass der Kompass überhaupt desorientiert ist, wenn er in die Nähe des Telefons kommt, da verliert er jeden Faden und weiß nicht, wo Norden, Süden etc. ist. Oh Mann, wir lachen uns halb tot Exclamation
Aber auch meine Kompassuhr scheint Michi nicht zuverlässig, dabei bin ich auch jetzt noch der Meinung, sie weiß, wo vorne und hinten ist.

Kurz nach 22 Uhr gehen wir in die Bar neben dem Restaurant, die restauranteigene Bar hat nämlich schon geschlossen und Michi will noch gerne eine Zigarette rauchen.

Nun sitze ich schon die längste Zeit beim Laptop und tippe wie eine Wilde, Michi liest endlich mal die ausgefassten Outback- und Flinders Ranges-Broschüren und ist begeistert Exclamation Na also ExclamationWinken

Tages-km: 179,8
Gesamt-km: 181.572


Es ist nun knapp vor 1 Uhr morgens und ich drehe den Laptop ab, sleep well Exclamation