Mittwoch, 24. September 2003 :
Um 6.45 Uhr bimmelt der Wecker, um 7.30 Uhr gehen wir zum hot breakfast.
Dem folgt ein neuerlicher Besuch des Visitor Centers, es ist ja nur einen Steinwurf von den übrigen Anlagen entfernt.
Wir holen genaue Erkundigungen bezüglich des „St.
Mary Peak“ ein, den wir heute gehen wollen. Eigentlich
eine irre Wanderung. Start ist beim Visitor Center und
prinzipiell könnte man bis auf den St. Mary Peak
hinauf wandern, doch das letzte Stück ist dermaßen
gefährlich, dass von Seiten des Visitor Centers (und
auch den Reiseführern) davon abgeraten wird und ganz
abgesehen davon, sehen es die hiesigen Aborigines gar
nicht gerne, wenn man den St. Mary Peak besteigt, denn
er ist ihr Heiligtum und das Verbot sollte man genau so
respektieren wie die Nicht-Besteigung des Ayers Rock.
– Übrigens, wenn man die Wanderung zum St. Mary Peak
– entweder die kurze mit 7,2 km oder die lange mit 19,2
km machen will, muss (sollte) man im Visitor Center Bescheid
geben. Sie notieren sich Name und Autokennzeichen. Wozu
Letzteres, weiß ich nicht, da man das Auto für
die Anfahrt nicht benötigt.
Weiters lassen wir uns für die morgige Fahrt des „Skytrek“ vormerken. Auch dazu müssen wir Namen + Autokennzeichen bekannt geben, nebenbei sind 40 $ zu zahlen (pro Auto, nicht pro Person).
Wir bekommen einen noch ungenauen Plan, wo und bis wann wir uns die genauen Unterlagen sowie den (die ) Schlüssel abholen können.
Der Skytrek ist eine 4WD-Strecke, die man nur fahren sollte,
wenn man schon in 4WD-Fahrerei geübt ist.
Ich muss ehrlich sagen, das Personal im Visitor Center ist äußerst zuvorkommend, berät einen bis ins kleinste Detail und nimmt sich für jeden Einzelnen so viel Zeit, wie er benötigt. Das findet man nicht oft.
Tja, und dann wird es ernst bei uns – Wanderung in Richtung St. Mary Peak.
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Unsere Rucksäcke sind entsprechend gepackt, auch
warme Kleidung, (es geht nach wie vor ein regelrechter
Sturm trotz blauem Himmel) sowie jede Menge Mineralwasser.
Start ist beim Visitor Center, von dort geht nicht nur der St. Mary Peak Trail, sondern auch noch andere Trails ab. Jeder einzelne Trail hat eine bestimmte Farbe, nach der jeweiligen Farbe richtet man sich bei der Orientierung.
Wir gehen um 9.20 Uhr los, aber schon nach 10 Minuten werden uns die Jeans sowie die Jacken zu warm. Daher machen wir Halt und legen beides ab, anstelle der Jeans treten Shorts 
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| Rund um uns blüht alles herrlich.
Den St. Mary Peak haben wir fast die ganze Zeit im Auge.
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Der Beginn des Trails ist wirklich einfach und auch nicht anstrengend, allerdings wissen wir von den Informationen vom Visitor Center her, dass es noch anders kommen würde, was uns aber nicht abschreckt.
Nach einiger Zeit des Wanderns raschelt es plötzlich
etwas links von uns. Naturgemäß sehen wir uns
um und müssen nicht lange rätseln, was bzw.
wer daran schuld ist. Es ist ein nettes Tierchen, das
Michi sofort „Pfeffergriller“
nennt
Über diesen Kosenamen lache ich mich halbtot  
Der wirkliche Name lautet "Tannenzapfenskink".
Das Tier hat die optimale Tarnfarbe schlechthin. Es lässt sich aber relativ geduldig fotografieren und filmen.
Mit der Zeit wird aus dem bisher bequemen Wanderweg ein eher steiniger Weg, wir müssen schon ganz schön Acht geben, wo wir hin steigen. Es geht also nichts mehr mit Landschaft angucken und gehen zugleich, es gibt ab jetzt nur entweder – oder.
Eine Zeitlang denken wir auch, wir seien ganz alleine unterwegs, doch dann werden wir von einer Gruppe Jugendlicher überholt (sie stammen aus dem Reisebus, den wir vor dem Resort sahen). Der Guide rast voran, die Jugendlichen, so gut sie können, hinterher. Die Ausrüstung ist echt enorm.....Praktisch nichts, außer dem, was sie am Leibe tragen und dazu eine 0,5 l Mineralwasser-Flasche, die aber zu dem Zeitpunkt, als sie bei uns vorbeiziehen, so gut wie leer ist Keiner von ihnen hat einen Fotoapparat (ist das etwa verboten, weil es zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde ). Wir staunen nur so und es ist wieder einmal mehr ein abschreckendes Beispiel zum Thema Gruppenreisen bzw. geführte Tour. Ich weiß, es gibt auch andere Anbieter, aber die sind leider selten. |
Bald darauf beginnt der wirklich anstrengende Teil dieses Trails, teilweise müssen wir auf allen Vieren den Hang hinauf klettern, anders wäre es nicht gegangen. Es ist nicht nur eine schweißtreibende, sondern auch eine eher gefährliche Angelegenheit. Aber was tut man nicht alles 
Wir haben eine gute Ausrede zum Stehenbleiben: |
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Am Sattel angekommen machen wir Rast, essen Bananen, trinken
wiederum Wasser und genießen die herrliche Aussicht.
Es ist ein Traum Und das schöne Wetter tut sein übriges. Gerade zu dem Zeitpunkt, an dem ich von meiner Banane abbeißen will, sehe ich im Augenwinkel etwas, das sich bewegt. Ein kurzer genauer Blick hin und es stellt sich als Lizzard heraus.
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Er scheint mich auch entdeckt zu haben, denn er bewegt sich gar nicht mehr. Ein Glück für mich, denn so kann ich ihn fotografieren Und es kommen immer mehr und zwar aus den verschiedenen Spalten der Steine. Wir kommen uns vor, als säßen wir mitten in einem Zoo 
Und dann müssen wir eine Entscheidung treffen – steigen wir die 3,6 km wieder auf demselben Weg retour, was in Anbetracht der Steilheit kein Vergnügen sein dürfte, oder gehen wir lieber auf einem gemäßigten Weg 15,6 km ( ) am Loop.
Wir entscheiden uns für Letzteres, was schlussendlich eine Tageswanderung von 19,2 km ausmacht. |
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Also heißt es Kilometer machen. Wir genießen die Landschaft, die Ruhe, die Tiere, es ist einfach traumhaft schön – bis zu jenem Augenblick, als ich von einer Sekunde auf die andere am Boden liege   Ich muss wohl über einen Stein gestolpert sein. Meine Beine tun höllisch weh und vorerst traue ich mich gar nicht, mich zu bewegen.
Michi, der schon vorher die ganze Zeit vor mir ging und wegen des starken Windes Ohrenstöpsel in seinen Ohren hat, bekommt meinen Sturz seltsamerweise doch mit, obwohl ich keinen Laut von mir gebe. |
Er meint „nein, nicht schon wieder“ und denkt, so wie ich, an letztes Jahr in Westaustralien, wo ich mich am Rückweg von der Mandu Mandu Gorge nach genau solch einem Sturz ziemlich stark verletzt habe und letztendlich ins Krankenhaus von Exmouth musste, um mein Cut am Kinn nähen zu lassen.
Doch ganz so schlimm scheint es diesmal nicht zu sein. Ich setze mich auf und bin vorerst damit beschäftigt, meine Hände auf die blutenden Wunden zu halten, bis Michi das Verbandszeug aus den Rucksäcken hervorgekramt hat. Doch all das Verbandszeug, das wir mit haben – und es ist nicht wenig – hilft alles nicht, meine Wunden sind einfach zu groß und somit jeder Verbandskasten überfordert.
Wie lange ich so am Boden hocke, weiß ich gar nicht, es wird sicher mehr als eine halbe Stunde sein. Mein linker Oberschenkel weist eine große Schürfwunde auf – mit dem Oberschenkel bin ich im harten Gebüsch gelandet Mein linkes Knie blutet zwar, aber nicht so dramatisch – aber mein rechtes Knie macht mir ernsthafte Sorgen Nicht nur, dass es blutet auf Teufel komm raus, es tut auch enorm weh. Es kann aber nichts gebrochen sein, denn ich kann es bewegen.
Da ich jedoch nicht bis ans Ende der Welt sitzen bleiben will, stehe ich wohl oder übel wieder auf. Zu Michi's und auch meinem Schreck sehen wir just in diesem Moment das Hinweisschild, dass es bis zum Wilpena Resort 9,2 km   seien. Michi denkt wohl dasselbe wie ich – wie soll ich das schaffen, zumal ich nur sehr mühsam gehen kann und bekannterweise gegen Abend, was hier ca. 6.30 pm bedeutet, die Dämmerung einsetzt.
Erstaunlich ist, dass ich mit nahezu jedem Schritt besser gehen kann. Bleibe ich mal stehen, um zu fotografieren, habe ich echte Anlaufschwierigkeiten und so überlege ich es mir gut, ob ich stehen bleiben will oder nicht. Da sich aber nach einiger Zeit wieder das blaue Blütenmeer zu unserer Rechten und Linken zeigt, bleibt mir nichts Anderes übrig. So etwas Schönes muss einfach auf Fotos gebannt werden 
Aber die Kilometer ziehen sich.... endlos beinahe.
Eine nette Abwechslung sind – eher schon gegen Ende der insgesamt 19,2 km – die Kängurus, die plötzlich auftauchen und uns ansehen, als kämen wir aus einer anderen Welt. |


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Naja, ich vielleicht schon, mit meinem verbundenen Knie und der anderen Seite, die ziemlich zerschunden ist.
Kurz bevor wir das Resort erreichen, führt uns der Weg über eine kleine Brücke, unterhalb fließt – na ja, es steht mehr – ein Gewässerchen, dann sind noch ein paar Stufen zu erklimmen und wir sehen das Resort vor uns. Die letzten Meter werden wir wiederum durch vermehrtes Auftreten von Kängurus abgelenkt, zwei davon sitzen in unmittelbarer Nähe unseres Apartments 
Oh Mann, wir sind vielleicht hundemüde und geschafft und bei den letzten wenigen Kilometern merke ich auch, dass mein Knie wiederum mehr zu schmerzen beginnt, das Gehen fällt mir schon schwerer als zuvor.
Wenn ich nun denke, es sei Feierabend, so habe ich mich getäuscht. Zum Abendessen will Michi heute Naan sowie Spam mit Rührei vermischt. Also mache ich mich ans Naan, aber bis wir zum Essen kommen, ist es 8.30 pm.
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Das Duschen ist eine echte Prozedur für mich, ich kann mich nur mehr fortbewegen, wenn ich irgendetwas in der Nähe habe, an dem ich mich anhalten bzw. abstützen kann. Es ist wirklich nicht mehr lustig Wie soll es denn morgen weitergehen Es steht doch der Skytrek am Programm 
Halbwegs früh, nämlich knapp nach Mitternacht, gehen wir schlafen.
Keine Kilometer gefahren, Bushie blieb am Parkplatz.
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