Samstag, 27. September 2003 :
Es heißt wieder mal, früh (6.10 Uhr) aufstehen, wir haben nämlich schon wieder einen Termin und zwar steht ab 8 Uhr die „Ridge Top Tour“ auf dem Programm.
Frühstück gibt es um 7 Uhr und fast pünktlich beginnt die Ridge Top Tour. Es fahren drei Autos, wobei es sich um Toyota Landcruiser handelt, auf deren zwei Rückbänken jeweils vier Touristen Platz haben, es ist eine luftige Fahrt, da es offene Autos sind, sozusagen Cabrios 
Unser Guide fragt in die Runde, ob jemand vorne neben ihm im Inneren Platz nehmen möchte. Niemand meldet sich, aber klar will ich das Das ist doch die Gelegenheit, ordentlich filmen zu können, ohne dass ich immer irgendwelche Köpfe gleichzeitig mit aufnehme 
Dann geht's los, unser Guide fährt vor, die anderen beiden Autos folgen in relativ großem Abstand. Zu Beginn der Fahrt ist der Track noch in einem guten Zustand, den wäre ich auch ohne weiteres mit unserem Bushie gefahren. Doch das ändert sich rasch, als wir zu einer Weggabelung kommen, an der es linkerhand ein Schild mit der Aufschrift „only Ridge Top Tour“ (oder so ähnlich) gibt. Gleich dahinter befindet sich ein mit einem Vorhangschloss abgesperrtes Gate. Der Guide öffnet es, der Fahrer des dritten Autos schließt es wieder. Na, lieber Himmel, schlagartig ändert sich der Zustand des Tracks |

Wir fahren auf dem Privatgelände von Arkaroola und die Tour ist mit etwa vier Stunden veranschlagt. Ich filme so gut wie alles, ausgenommen die kurzen Momente, die für das Kassetten- oder Akku-Wechseln draufgehen. Die Fahrt zu beschreiben, ist sehr schwierig, ich würde sagen, sie ist äußerst abenteuerlich Obwohl der Guide selbstverständlich schon vorher den Allrad eingelegt hat und auf „L4“ fährt, geht es manchmal nur zentimeterweise vorwärts.
Beim Mt. Painter machen wir den ersten Halt und steigen aus.
Die Landschaft ringsherum raubt einem den Atem
Das einzig Negative ist, dass ein entsetzlicher Wind geht, der alle Touristen zum Zittern bringt, mich inklusive, obwohl ich sehr warm angezogen bin – denke ich zumindest.
Fast wie aus dem Nichts taucht plötzlich von einer Anhöhe uns gegenüber der Geologie-Professor auf, ein weißhaariger, gebräunter älterer Herr.
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Er ist mit einigen seiner Studenten in Arkaroola zu Forschungszwecken unterwegs und nützt ein paar Gelegenheiten, um Touristen sein Wissen zu den Gammon Ranges zu vermitteln – so auch am Mt. Painter Übrigens hält dieser Professor auch jeden Abend um 8 pm in Arkaroola Vorträge zu interessant klingenden Themen, z. B. „Live on Mars“.
Als es heißt, wir fahren weiter und sollen wieder in die Autos einsteigen, entdeckt Michi plötzlich am Hinterreifen „unseres“ Autos einen langen Riss und macht den Guide aufmerksam.
Das ist aber ein Griff ins Leere, denn der Guide weiß schon seit langem, dass es diesen Riss gibt und die Angelegenheit wird mit einem kurzen „no worries“ abgehakt. Da ich aber etwas gegen Risse in Reifen habe, habe ich daraufhin auch die anderen kontrolliert und festgestellt, dass auf der rechten Seite des Autos ebenfalls ein Reifen ist, der sogar drei ( ) Risse aufweist Na super, ich sehe uns schon gemeinschaftlich im Steilgelände Reifen wechseln Aber aus diesem Vergnügen wird nichts – die Reifen halten erstaunlicherweise durch. Etwas, das ich bis heute nicht verstehe..... |
Nachdem wir wieder eine erstaunlich schlechte Strecke zurück
legen, liegt nun der Höhepunkt der Ridge Top Tour vor
uns – der „Sillers Lookout“. |
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So wie viele Tracks im Großraum Arkaroola wurde auch die schnurstracks angelegte Auffahrt auf den Sillers Lookout von der Firma Éxoil etwa Mitte der Sechziger Jahre angelegt, später von Reg Sprigg bzw. seinen Leuten etwas verbessert und ist eindeutig nicht nur das Highlight der Ridge Top Tour, sondern überhaupt der gesamten Gammon Ranges.
Wir dürfen wiederum aussteigen und bekommen in einer einzigartigen Umgebung Tee sowie für jene, die wollen, auch kleine Kuchen angeboten.
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| Vom Sillers Lookout haben wir eine gigantische Sicht, einerseits hinüber zum Mt. Painter, andererseits über einen Großteil der Gammon Ranges sowie sogar bis zum Lake Frome, den man am Horizont in Form eines breiten weißen Bandes, das sich endlos hinzieht, erkennen kann.
Erst jetzt bekomme ich mit, dass sich die anderen Touristen, die mit uns im Bus sitzen, lustig über mich machen, da ich während der Fahrt ständig filme. Sie meinen zu Michi, das sei Nonsens, man sähe letztendlich doch nichts. Aber da sind die guten Mitreisenden falsch gewickelt Unser Camcorder hat (manchmal leider ) einen solch guten Verwackelungsschutz, dass man nur staunen kann und aus zahlreichen früheren Erfahrungen weiß ich, dass solche Filme ausgezeichnet sind. Nun ja, Michi erläutert ihnen den neuen Stand der Technik, dann gibt es nur mehr ein „ahhh“ und „ohhh“ und die bald folgende Rückfahrt zum Resort kann ich sorglos weiter filmen 
Um 12.30 Uhr sind wir wieder zurück und überlegen, wie wir den Rest des Tages nützen könnten. Es ist klar, entweder eine Wanderung oder eine 4WD-Tour. Zur genaueren Info begeben wir uns zur Rezeption. Dort rät uns eine junge Dame, wenn wir eine 4WD-Tour wollen, wäre der Echo Camp Track dazu sehr gut geeignet, gibt uns einen Plan und auch noch den Hinweis, dass es manchmal ziemlich bergauf, dann wieder ziemlich bergab ginge. – So etwas vermuten wir fast schon Wir bzw. ich sind ja schon den Skytrek gefahren, wo es auch nicht anders ist, ist halt so bei 4WD-Tracks |


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| Um zum Echo Camp Track zu gelangen, müssen wir uns vorerst ein paar wenige Kilometer von Arkaroola entfernen. |
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Wir kommen an einem ausgetrockneten Bachbett vorbei, stellen den Bushie ab und bewundern die schön schillernden Steine. Die unterschiedlichsten Färbungen gibt es. Zuerst überlegen wir, den einen oder anderen kleinen Stein mitzunehmen, lassen es aber bleiben, der Gedanke ans Übergepäck beim Einchecken gefällt uns nämlich nicht. Irgendwann während unserer Suche kommt ein voll bepacktes Auto vorbei, zwei Leute sitzen drinnen. Wir winken den beiden zu, sie antworten mit derselben Handbewegung und fahren weiter. Das machen wir dann auch und bald kommt die Abzweigung zum Track. Also Allrad dazu geschaltet und die Fahrt kann weiter- bzw. losgehen – denken wir zumindest.........
Nach ganz kurzer Fahrt in der Noch-Ebene, die vielleicht
50 m lang ist, sehe ich eine extreme Steigung vor mir. Das
wäre noch nicht besorgniserregend, aber zum Einen ist
der Track sehr schmal, zum Anderen gibt es sehr tiefe Auswaschungen
– aber nicht ab und zu, sondern ohne Unterbrechung. Fällt
man also mit einem Reifen rechts ins Loch (es geht nicht
anders) und quält das Auto heraus, fällt man prompt
mit dem anderen Reifen links ins Loch, parallel dazu aber
mit dem rechten Hinterreifen wieder in das erste Loch. Es
ist echt zum Verzweifeln und als ich nochmals auf die weiterführende
Strecke sehe und bemerke, dass es offenbar so weiter geht,
sage ich zu Michi „nein, das ist echt zu extrem, da fahre
ich nicht hinauf, sondern rücklings hinunter“. Michi
meint noch ermunternd „nein, das geht schon“, aber darauf
will ich mich nicht einlassen und die Sitzplätze gerade
jetzt zu wechseln, damit er weiter fährt, ist ein Ding
der völligen Unmöglichkeit.
Gerade in dem Augenblick, als wir im Millimeter-„Fahren“
diskutieren, vertschüsst sich das Auto 
Ein unbekanntes knarrendes Geräusch gibt es, der Motor
stellt sich ab. Ich weiß nicht warum, ich kann es
nicht erklären, aber ohne Zeit zu haben, über
irgendwelche Maßnahmen nachzudenken, steige ich mit
aller Vehemenz auf die Bremse und bekomme den Bushie beim
Track-Abwärtsrollen unter Kontrolle und sicher auf
die ebene Fläche. Ufffffff, das war jetzt knapp   
So............und nun  
Naja, ist doch ganz einfach, denken wir – wir kehren um und wandern, nämlich zurück nach Arkaroola. Den Weg kennen wir, der Tageskilometer beim Bushie zeigt 6,5 an. Klar, man darf sich im Notfall nicht vom Auto entfernen, aber wir haben außer dem genannten Wissen auch noch jede Menge Mineralwasser im Camper und unsere großen Rucksäcke. Etliche Flaschen in die Rucksäcke geben und 6,5 km wandern scheint uns kein Problem zu sein, zumal wir bei der St. Mary's Peak-Wanderung 19,2 km gelaufen sind. Doch es kommt anders, nichts wird aus der Wanderung zurück nach Arkaroola........
Beim Versuch, beim Bushie irgendeinen (egal, ob 4WD- oder 2WD) Gang hinein zu bekommen, klappt es erst nach einiger Zeit, aber kaum will ich nur 1 cm fahren, gibt der Bushie bzw. irgendetwas unter der Bodenplatte ein Geräusch von sich, das einem durch Mark und Bein geht. Michi legt sich unter den Wagen und meint, es gäbe nur zwei Möglichkeiten, entweder ist das Getriebe im Eimer oder die Kupplung. Beides hörte sich nicht gut an 
Gerade in dem Moment, als wir schon die Mineralwasserflaschen
in die Rucksäcke verfrachten wollen, hören wir
ein näher kommendes Motorgeräusch, etwas in dieser
Gegend ziemlich Seltenes
Michi läuft kurzerhand die paar Meter bis zur Kreuzung,
bei der wir zum 4WD-Track abgebogen sind und hält ein
Auto an. Mittlerweile bin ich auch bei der Kreuzung, durch
mein verletztes Knie bin ich in der Geschwindigkeit beim
Gehen oder Laufen eingeschränkt. Wir denken, wir sehen
nicht richtig
Es sind jene zwei Personen, denen wir kurz zuvor vom Bachbett
aus zugewunken haben
Sie wollten eigentlich auch den Echo Camp Track fahren,
verfuhren sich aber, drehten um, um die Zufahrt zu finden.
Tja, Glück muss man haben
Wir schildern unser bzw. das Problem vom Bushie. Dort, wo
der Bushie immer noch steht, steht er jedenfalls anderen
Leuten im Weg und das wollen wir nicht. Demnach – Abschleppseil
hervorgeholt, das tut der Australier (die beiden wohnen
übrigens in Melbourne), dann die beiden Auto miteinander
verbunden und ganz, ganz langsam zieht er den Bushie zurück,
Meter für Meter, bis der Camper schließlich an
einem Platz steht, wo er niemanden behindert.
Da wir nun von den Plänen der beiden wissen, wollen
wir nach wie vor zu Fuß nach Arkaroola gehen, aber
das lassen sie nicht zu und bestehen darauf, uns nach Arkaroola
zu bringen. Sie räumen ein wenig in ihrem vollbepackten
Auto um, sodass wir hinten Platz nehmen können. Michi
sitzt auf einem autoähnlichen Sessel, ich auf einer
Kiste
Zwischen den Vorder- und den Rücksitzen ist ein Gitter
gespannt, ähnlich, wie man es verwendet, wenn man Hunde
im Auto mitführt. So kommen wir uns nun auch vor und
als ich dann plötzlich „wau-wau“ von mir gebe, gibt
es schallendes Gelächter
Wir haben viel zu lachen
Allerdings haben wir auch ein schlechtes Gewissen, weil
wir den beiden den Nachmittag verderben, aber sie betonen
immer wieder, es mache ihnen überhaupt nichts aus,
sie fahren halt morgen den Track, sie seien ohnehin noch
länger unterwegs und haben keinen fixen Plan.
So, aber wie nun mit unserem Bushie weiter Zunächst muss ich unbedingt Herbert von boomerangcampers.com verständigen, es ist zwar Samstag, aber trotzdem, wir haben ja seine Handy-Nummer Herbert nimmt auch sofort ab, ich schildere das Problem und Michael's Vermutung. Herbert's sofortige Reaktion ist „lasst alles reparieren, was nötig ist und schaut zu, dass ihr so rasch wie möglich weiter kommt. Ihr seid ja auf Urlaub hier und der soll euch nicht verdorben werden“. Morgen solle ich Bescheid geben, ob es etwas Neues gibt.
Als nächstes gehen wir zur Rezeption, um zu fragen, ob uns irgendwer beim Camper-Abschleppen behilflich sein könnte. Na klar kann das jemand In Arkaroola ist es nämlich so, dass mindestens zwei Leute 7 Tage die Woche im Dienst sind ( ), die u. a. auch liegen gebliebene Fahrzeuge abschleppen. Wir setzen uns nun also in deren Auto und fahren zur Unglücksstelle. Von dort weg wird der Bushie in Schlepptau genommen und nach Arkaroola gebracht. Ein Glück, dass Arkaroola eine eigene Werkstatt hat Während der Fahrt erklären uns die beiden Automechaniker, dass sie sehr viele Ersatzteile für Toyota Landcruisers hätten, u. a. meinen sie auch zu wissen, dass ein Getriebe auf Vorrat liege. Naja, noch ist nicht klar, welche Krankheit unser Auto hat.
Kaum kommen wir in Arkaroola an, kommt uns auch schon Douglas
Sprigg, der Besitzer von diesem über 80.000 ha großen
Gebiet, entgegen. Er hat schon von unserem Pech gehört
und bevor er nun mit Touristen in seinen Flieger steigt,
legt er sich unters Auto, um herauszufinden, was los sei
Er kommt zum Ergebnis wie Michi – das Getriebe
Oh Mann, mir wird ganz anders, denn ich bin der Meinung,
es ist meine Schuld. Dass dem nicht so sei, haben mir neben
Michi auch Herbert und nun noch Doug gesagt, aber trotzdem
werde ich das Gefühl stundenlang nicht los 
Was noch dazukommt, ist unser Quartier: Ich habe nur bis Montag gebucht, aber wir werden Arkaroola unmöglich am Montag verlassen können – und die Schulferien haben gerade begonnen Auch hier kommt uns Doug zu Hilfe, denn er sagt, wir müssen nur bei der Rezeption Bescheid geben, dass wir ab Montag täglich verlängern. So lange halt, wie es nötig sein wird. Ob das so einfach sein würde Wir haben unsere Zweifel, denn wir finden das ganze Resort komplett ausgebucht. Trotzdem müssen wir natürlich zur Rezeption, es bleibt uns nichts anderes übrig, denn für eine Übernachtung im Bushie ist es viel zu kalt. Und tatsächlich Es ist nicht das geringste Problem, einfach Tag für Tag weiter zu verlängern Wer hätte das gedacht Also eine Sorge weniger, auch nicht übel 
Als wir zum Dinner gehen, begegnen wir unseren beiden Erstrettern
und wir laden sie auf ein Bier an der Bar ein
Leider ist ein gemeinsames Abendessen nicht möglich,
denn sie haben zu einer anderen Uhrzeit den Tisch gebucht
als wir und eine Änderung ist so kurzfristig nicht
mehr möglich.
Beim Dinner kommt wieder Doug zu uns, meint, dass ev. morgen,
Sonntag, der Mechaniker sich umgehend den Camper ansehen
würde. Auch erklärt uns Doug das, was uns schon
zuvor seine zwei Leute gesagt haben, nämlich, dass
ein Getriebe auf Vorrat sei.
Und dann spricht Doug einen Satz, der uns beinahe umwirft: er bietet uns sein Auto an, damit wir in der Zeit, in der wir den Bushie nicht zur Verfügung haben, mobil sind      Also ehrlich, das gäbe es bei uns in Österreich nie und nimmer, dass jemand wildfremden Personen so mir nix dir nix sein Auto überlässt  
Damit wir wissen, wo sein Auto steht, gehen wir nach dem Dinner mit Doug. Das Auto steht vor seinem Haus, der Schlüssel steckt und Doug meint, wenn wir den Wagen wollen, einfach holen und fahren :Q: Er gibt uns noch den Tipp, dass es in der Bararranna Gorge wunderschön sei und erklärt uns den Weg.
Drei Motelräume neben uns wohnt ein älteres Ehepaar, Australier ihres Zeichens. Als der Mann vom wahrscheinlichen Getriebeschaden hört, ist er fix und fertig, er bedauert uns zutiefst – er ist mehr betroffen als wir selbst  
Nun, ins Bett gehe ich wieder spät, es wäre auch ein Wunder gewesen, wäre es früher geworden.
Mal sehen, wie es mit dem Bushie weitergehen wird..... 
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