Mittwoch, 1. Oktober 2003 :
Oh Gott, ist das eine Nacht 
Wir sind x-mal munter, werden äußerst unsanft aus dem Schlaf gerissen, der Wolkenbruch prasselt auf unser Blechdach herunter, ein Lärm, einfach sagenhaft Dazu kommt der enorme Sturm 
Ein paar Mal sehe ich bei der Eingangstür hinaus – es ist entsetzlich....
In den sehr frühen Morgenstunden, es ist allerdings noch finster, entdecke ich, dass es bereits zwischen unserem linken Nachbarn und dem dritten rechterhand von uns einen riesengroßen langen See gibt. Sollen wir rüberschwimmen, um zur Treppe zu gelangen 
Irgendwie müssen wir schnellstmöglich zur Rezeption, um das Zimmer zu verlängern, ehe die Camper, denen ja ganz anders geworden sein muss, auf die Idee kommen, ein Zimmer reservieren zu lassen – wir haben ja gestern Abend schon ausgecheckt – leichtsinnigerweise, wie man nun weiß.
Wir haben enormes Glück, gerade in dem Augenblick, als wir zur Rezeption gehen wollen, lässt der starke Regen nach und wir gehen – sicherheitshalber in kurzer Hose – hinüber. Manchmal können 100 m sehr lange sein.....
Das Zimmer zu verlängern ist keine Hexerei, der immer gut aufgelegte junge Mann hat dies schon für uns erledigt Da sind wir wohl platt 
Also zum Breakfast, nebenbei belauschen wir die Gespräche der anderen, es gibt ohnehin nur das eine Thema – wie kommen diejenigen, die heute abreisen wollen, weg (andererseits haben sicherlich jene, die anreisen wollten, die Frage, wie kommen sie her).
Wegkommen ist für mehrere Stunden nicht möglich, Arkaroola ist von der Umwelt abgeschnitten und die Straße völlig unpassierbar. Das Schlimmste für die Arkaroola-Leute ist wohl, dass sie einen LKW mit Nahrungsmitteln und Getränken erwarten, der Fahrer meldet sich per Funk, er käme nicht durch. Die Angestellten sind wirklich leicht in Panik und ich wundere mich ein wenig, weshalb sie offenbar nicht für mindestens eine Woche Vorräte hamstern. Aber wahrscheinlich kommt diese Art Unwetter nur alle heiligen Zeiten vor – und genau wir erleben diese heilige Zeit. – Ok, wir könntenen uns von den Vorräten im Bushie gut und gerne eine Woche ernähren, aber die anderen 
Als Nächstes sagt Michi das reservierte Zimmer in Innamincka wieder ab, wir haben nicht die geringste Chance. Aber die Stornierung ist keinerlei Problem – wie immer, no worries  
Den halben Vormittag verbringen wir damit, das Wasser, das in unser Zimmer an der Rückseite eingetreten ist, mit gebrauchten Leintüchern von anderen Zimmern aufzusaugen. Es ist wirklich nicht besonders lustig. Auch lassen wir ständig die Heizung laufen, um den Trocknungsvorgang zu beschleunigen.
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Wie ich jetzt, um 23.50 Uhr bemerke, ist der Boden immer noch halbwegs feucht, doch kein Vergleich zu heute morgen.
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Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg und fahren zuerst einmal Richtung Balcanoona.
Zum einen, um den Bushie ausgiebiger zu testen, ob er auch wirklich funktioniert, zum anderen, weil wir neugierig sind, ob Arkaroola zumindest ein Stück weit zu verlassen sei und als drittes wollen wir vom Ranger in Balcanoona hören, was er zur jetzigen Befahrbarkeit des Strzelecki Track sagt.
Nun ja, der Ranger meint, heute sei es ein Ding der Unmöglichkeit (wissen wir ohnehin, der Track ist ja gesperrt, wir wollen nur eine Voraussage für morgen), für morgen (na endlich ) sehe er gute Chancen, zumal auch der Wetterbericht sehr gut sei und er meint, mit einiger Vorsicht können wir morgen den Strzelecki Track sicherlich befahren. Wir fahren von Balcanoona wieder retour und in Richtung Bararranna, wir wollen nachsehen, wie es heute im Vergleich vor drei Tagen dort aussieht.
Welch ein Unterschied Das Gebiet ist kaum noch zu erkennen 
Das vor 72 Stunden völlig ausgetrocknete Flussbeet ist weg, anstelle dessen ist ein reißender Fluss getreten |

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Und die waterholes gibt es natürlich auch nicht mehr. Die Fliegen sind zwar genauso lästig wie in den letzten Tagen, aber erstaunlicherweise gibt es heute keine Moskitos.
Sind sie etwa ertrunken   |
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| Nach diesem Erlebnis kehren wir um
und fahren zum Resort zurück. |

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Wir checken zum Abendessen (18.30 Uhr) ein und fahren wieder los 
Nein, halt Michi ruft noch im Innamincka Hotel an und reserviert zum zweiten Mal, diesmal aber „blankett“ oder so ähnlich. Ist das etwa ein Matratzenlager  
Nun steht die Richtung Echo Camp Track am Programm, aber wir wollen nur so weit fahren, wo wir letztens die Flusssteine gesammelt haben. Wir haben vielleicht Ideen  Vonwegen Flusssteine sammeln 
Es gibt zwar jetzt einen Fluss, aber dafür sind die Steine unsichtbar Plötzlich muss ich die Fahrt stoppen, denn eine größere Wasserfurt als die bisherigen lassen Zweifel in mir aufkommen, ich sehe nämlich kein Ende. |
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Also ausgestiegen, Fotoapparat in die Hand genommen und los geht es per pedes. Ein schmaler trockener Streifen ist noch vorhanden. Gut, dass ich nicht weitergefahren bin, es handelt sich um ca. 100 m reine Wasserfahrt, wobei ich nicht weiß, ob heute der Untergrund noch genauso ist wie vor 3 Tagen ist und durchgehen will ich wegen der starken Strömung nicht.
Das beinahe Schlimme an dieser Sache ist nur, dass ich nicht weiß, wie ich den Bushie umdrehen soll, denn es ist so gut wie kein Platz dafür vorhanden. Also zuerst ein wenig retour und dann mit x-mal hin- und herreversieren schaffe ich es doch, den Bushie auf engstem Raum herum zu drehen 
Eigentlich wollen wir ziemlich ohne Pause zum Resort zurück, aber das geht nicht – die Sonne strahlt die Hügel dermaßen schön an, dass wir etliche Pausen einlegen. Ach, was fotografieren wir Und gefilmt wird natürlich auch 
Um 17.45 Uhr sind wir bei der Tankstelle, da kommt gerade Kim, wirft sich unters Auto, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist (macht das etwa die 50 $ Trinkgeld aus ). Jedenfalls erklärt er alles für ok, wobei ich mich frage, wie er das beurteilen kann, denn das Schutzblech ist montiert und somit sieht man nicht mehr zum Getriebe, kann daher auch nicht beurteilen, ob etwas tropft oder nicht......na ja, lassen wir das....).
17.50 Uhr Tankstelle Arkaroola:
hinten: 14,94 l
$/l: 1,045
total: $ 15,61
Öl: ok
Wasser: ok
Waschanlage: nachgefüllt
bei Tages-Km: 85.0
Gesamt-Km: 182.543
Anschließend gehen wir zum Abendessen, Michi Fish & Chips, er will kein Risiko mehr eingehen und ich esse mein geliebtes Sirlon Steak mit Pommes. Ein Segen, nur ganz wenig Pommes 
Doch dann kommt es wieder knüppeldick.........Es geht um die Zimmerreservierung für Tibooburra. Woher soll ich ahnen, dass genau zu dem Zeitpunkt, wo wir in Tibooburra nächtigen wollen, ein Rodeo stattfindet Alles im Umkreis von 200 km ist voll ausgebucht 
Ich gehe ins Internet, das leider verdammt langsam ist, und forsche nach Alternativen. Nicht gerade einfach in diesem Gebiet 
Cameron Corner ist ebenfalls ausgebucht. Michi verzweifelt und will ins Zimmer. Dort entwerfe ich einen neuen Schlachtplan, übrigens den fünften seit heute früh – Aber Michi hat zu jedem Plan seine Bedenken, es ist kein leichtes Unterfangen.
Wir einigen uns, dass wir morgen (ups, heute....., gerade ist es 0.20 Uhr) in Richtung Strzelecki Track starten, allerdings zuerst die bekannten 30 km südwärts von Arkaroola, dann straight north, wo wir in der Nähe vom Mt. Homeless in den Strzelecki Track einbiegen werden.
Tja, aber wie dann weiter Denn Michi hat zwar heute abend in Innamincka ein Zimmer reserviert, doch das „blankett“ oder wie auch immer das heißt (es hat es nicht genau verstanden), ist ihm nun gar nicht mehr Recht.
In Anbetracht der jetzt späten Uhrzeit und dem Gedanken, wann ich aufstehen muss, mache ich jetzt Schluss, es ist 0.24 Uhr.
Sleep well, cu tomorrow.
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