Samstag, 4. Oktober 2003 :
Ach, wie schön, ich liebe diese Pünktlichkeit – der Wecker läutet um 6.15 Uhr. Es ist ja immer dasselbe....... 
Das Breakfast bereiten wir heute selbst zu, Michi will Müsli und bekommt es auch, mir steht es mehr nach Spam mit Rührei, von beidem haben wir ja genug.
Anschließend packe ich unsere Siebensachen zusammen, verstaue alles im Bushie und nach einem kurzen Winken zum Gastgeber, der gerade die Wäsche aufhängt, verlassen wir diese gastliche Stätte, die wir nur jedem weiterempfehlen können 
Um 8.45 Uhr sind wir bei der Tankstelle Cameron Corner:
bei Tages-Km: 15,2
Gesamt-Km: 183.295
hinten: 15,6 l
vorne: 27,6 l
$/l: 1,25
Gesamt: $ 54,00
Die Uhren müssen wir übrigens um 30 Minuten vorstellen gegenüber der Südaustralien-Zeit, dies geschieht bei
Tages-Km: 43,8
Gesamt-Km: 183.324
Um 10.35 Uhr ist Start der Fahrt auf der Middle Road – „4WD-only“. Es handelt sich um eine reine Sandpiste.
Nach einer Stunde ist Ende der Middle Road, nach gefahrenen 40 km, wobei gegen Ende des Tracks Steinpiste ist. Wenn ich ehrlich bin, sind die 40 km insgesamt mehr Stein- als Sandpiste. Bleibt die Frage offen, was sich besser fahren lässt.
Bei der auftauchenden Kreuzung fahren wir rechts und das für 13,7 km, dann kommt das Schild „Middle Road“ – linkerhand. Die Middle Road teilt sich nämlich auf, dazwischen ist dieses kurze Stück normale Straße, man muss also schon ein wenig aufpassen.
Wir fahren daher links – die Middle Road weiter, und zwar um 11.58 Uhr.
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| linkerhand führt die Middle Road weiter |
Sturt National Park
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| Der weitere Weg bzw. Track ist in der Tat stony desert. Weshalb ich unsere vier Reifen ohne Panne darüber hinweg bekomme, weiß ich nicht, es muss wohl eher Glück gewesen sein. |
| Beeindruckend sind die vielen Fata Morganas, die wir sehen. Man könnte glatt auf sie hereinfallen und am Ende der Straße einen See (falls man am Verdursten ist) erkennen, der jedoch nicht existiert.
Bei Tages-Km 119,6 kommen wir zum Dog Fence und fahren ein Stück an ihm entlang (an der Grenze zu Queensland), den Dog Fence verlassen wir bei Km 120,0, es ist also ein sehr kurzes Vergnügen.
Bei Km 127,5 erreichen wir Olive Downs, zu diesem Zeitpunkt ist es 13 Uhr und wir beschließen,
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| die „Jump up Loop Road“ zu fahren, es ist 13.10 Uhr.
Michi meint, es gehe rechts bei dem Windrad mit der Pumpe vorbei, – doch das ist total falsch Und das Schlimmste ist – wenn man es nicht rechtzeitig erkennt und abbremsen kann, landet man unweigerlich in einem kleinen See Die Fahrt um diesen See kann man sich sparen, denn man muss am Ende auf engstem Raum umdrehen, wahrlich kein Vergnügen. Warum ich das so genau weiß Weil ich mich von Michi überreden lasse und beim Windrad rechts herum fahre...
Korrekt ist: Beim Homestead l i n k s fahren 
Um 13.24 Uhr bei Km 110,5 fahren wir auf der Jump up Loop Road weiter und kommen bei Km 132,2 beim Olive Downs Lookout an. Obwohl wir nur ein kleines Stückchen höher als die Ebene stehen, haben wir eine wunderbare Aussicht, die wir gnießen.
Aber es hilft alles nichts, wir müssen weiter und starten dazu um 13.42 Uhr.
Bei Km 163,8 kommen wir zum „South Myers Tank“. Er ist an sich nichts Besonderes, es gibt auch einen sogenannten „Bird Hirt“, aber zu unserer Enttäuschung gibt es fast keine Bögel, Ausnahme sind zwei einsame Enten im Tank, das ist aber auch schon alles.
Beim Rückweg zum Bushie entdecke ich die kleinen, aber ungenießbaren Wüstenmelonen. Zahlreiche dieser Melonen hängen noch an vertrockneten Ästen, aber es scheint sich kein Tier daran zu vergreifen.
Um 14.40 Uhr fahren wir weiter und stoßen um 14.45 Uhr auf den Silver City Hwy.
Bei der Kreuzung finden wir folgende Schilder:
Rechts > Tibooburra, 19 km
geradeaus > Tibooburra via Gorge Loop Road, 77 km.
Für den Weg über die Gorge Loop Road ist uns die Zeit denn doch zu knapp und wir entschließen uns daher, über den Silver City Hwy. zu fahren und um 14.50 Uhr fahren wir zu diesem Zwecke los. |
| Die Beschaffenheit des Silver City Hwy.s ist sehr unterschiedlich. Vom sehr guten Asphalt bis zu einer unsealed road mit harten Spurrillen ist alles möglich.
In Tibooburra kommen wir um 15.05 Uhr an, und zwar bei Tages-Km 186,1.
Wir wissen, dass genau an diesem Wochenende in Tibooburra ein Rodeo stattfindet – das ist auch der Grund, weshalb wir keinerlei Unterkunftsmöglichkeit für diese eine Nacht bekommen, was zurückblickend gesehen ohnehin gut ist.
Zuerst trinken wir eine Tasse Kaffee und dann schlendern wir ein wenig durch Tibooburra, bis wir in nicht sehr weiter Entfernung eine Lautsprecher-Stimme hören.
Dabei kann es sich nur um Durchsagen für das Rodeo handeln. Wir gehen der Stimme nach und landen nicht lange darauf beim Rodeo bzw. vor dem Zaun. Aber bis wir – die Pferde und ihre Reiter ausgenommen – etwas zu sehen bekommen, dauert es uns zu lange.

Es liegen noch etliche Kilometer vor uns. Wieder einmal mehr muss die Vernunft siegen.
Um 16.45 Uhr fahren wir in Tibooburra ab, bei Tages-Km 196.0.
Bei Tages-Km 222,8 kommen wir zur Abzweigung Milparinka, lassen sie aber rechts liegen, zu diesem Zeitpunkt ist es 17.14 Uhr.
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in einer Seitenstraße von Tibooburra

Ideen muss man haben |
| Die Sonne denkt langsam daran, am Horizont unterzugehen und unser Bushcamper erzeugt ein lustiges Schattenbild. |

kein VW-Käfer, sondern unser Bushcamper
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Um 18.45 Uhr sind wir beim Packsaddle Roadhouse.
Oh Schreck, dort bekommen wir eine Box zum Übernachten
zugewiesen, das ist echt nicht mehr lustig 
Vom Schmutz (um höflich zu sein) abgesehen, gibt
es weder Dusche noch WC beim Zimmer, ja nicht mal sonstiges
fließend Wasser 
Zu diesem Zweck muss man nach draußen 
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Wir genehmigen uns erst mal ein Abendessen, Michi ein Chicken-Schnitzel, ich ein Porterhouse-Steak. Das Schnitzel ist erstklassig, mein Steak allerdings zum Vergessen. Ich weiß nicht, ob ich in meinem Leben schon jemals ein solch zähes und trockenes Stück Fleisch gegessen habe. Wenigstens lenken uns die zwei Männer, die Billiard spielen, ab. Der Ältere der beiden ist wirklich witzig, jedes zweite Wort ist „ bloody“   
Wir gehen nun in Richtung Dusche. Was soll denn das sein Was kommt hier orangefarbenes aus der Leitung  Auch nach langem Rinnen-lassen wird es nicht heller, wir verweigern und kriechen ungeduscht ins Bett. Es ist nebenbei bemerkt ziemlich kalt, ich friere, was das Zeug hält, obwohl ich ziemlich warm angezogen bin. |
| Doch nun müssen wir nochmal für kleine Jungs und Mädchen. Ich bin schneller fertig und warte vor den sanitären Anlagen auf Michi. Plötzlich sehe ich mich aus unerfindlichen Gründen um und hinter mir steht ein Känguru Ich glaube, mich tritt ein Elch – ähhhh, ein Känguru Irgendwie ist mir aber doch nicht ganz wohl in meiner Haut, denn es ist ja hinlänglich bekannt, dass Roos einen ganz schön treten können, wenn ihnen etwas nicht gefällt.
Ehe ich noch lange überlegen kann, wie ich mich verhalten soll, kommt Michi und macht ein mindestens ebenso erstauntes Gesicht wie ich kurz zuvor Zwar ist bekannt, dass Australien von Roos überschwemmt ist, aber wem begegnet schon ein Roo beim Verlassen eines WC's beim Roadhouse  Es ist eine komische Situation und sie wird noch komischer, als sich das Roo mir nähert 
Weshalb ich plötzlich mutig werde, weiß ich nicht, aber das Roo streckt seinen Kopf ganz weit nach hinten, ganz so, als möchte es am Hals gekrault werden. Das mache ich nun auch und das Roo genießt die Streicheleinheiten 
Irgendwann stellt es seine kurzen Vorderpfoten auf meine Oberschenkel und wird noch zutraulicher, es ist unglaublich Doch dann kommt das Roo auf die Idee, die Vorderpfoten auf meinen Armen abzulegen |


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| Ein Glück, dass ich eine Jacke anhabe, obwohl das Roo sehr vorsichtig ist und mich auch nicht kratzt. Und wieder den Kopf nach hinten, kraulen ohne Ende 
Nach einiger Zeit übersiedelt das Roo zu Michi, ihm wird die Situation unheimlich und er dreht sich, wie es sich bei einem eventuellen Angriff von einem Roo gehört, um und zeigt dem Roo den Rücken. Das nimmt das Roo zum Anlass, mit seinen Vorderpfoten Michi links und rechts an den Hüften zu fassen, fast so, als wolle es Michi nicht mehr auslassen. Das Roo hängt wie ein Klette an Michi Es ist ein Bild für Götter und als das Roo endlich wieder die Pfoten von Michi lässt, bitte ich Michi, den Fotoapparat und den Camcorder zu holen, was er auch macht.
Dann wechselt das Roo wieder zu mir, lässt sich kraulen und – wie aus heiterem Himmel – tritt es mich mit einer ziemlichen Wucht gegen meine Oberschenkel Ein Segen, dass ich mit solch einem Angriff ohnehin die ganze Zeit über gerechnet hatte 
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Dass wir uns so viel mit dem Roo beschäftigten – oder umgekehrt - gefällt der Katze des Hauses ganz und gar nicht, denn plötzlich kommt sie aus dem Dunkel der Nacht auf mich zu und will ebenfalls gekrault werden. Na, jetzt bin ich ganz schön beschäftigt: Auf der einen Seite das Roo, auf der anderen die Katze 
Ich glaube, das Spielchen könnten wir länger als diese eine Stunde fortsetzen, denn es handelt sich bei den Spielgenossen um Nachttiere. Aber da wir morgen früh weiter müssen, beenden wir das Spiel und flüchten in unsere Box. Doch so einfach geht das nicht, wir haben die Rechnung ohne dem Roo gemacht Es geht nämlich mit uns mit. |
| Ich sperre die Tür auf und öffne sie einen Spalt. Schwups - schon hat das Roo seinen Kopf durchgesteckt Also hole ich den Kopf wieder heraus und schließe die Tür. Was nun Wie kommen wir jemals in unsere Betten - ohne Roo  Michi und ich entwickeln eine gewisse Taktik und nach einiger Zeit haben wir das Roo überlistet: Es steht draußen, wir sind in der Box herinnen, die Tür ist versperrt 
Sachen gibt's...... 
Tages-Km: 345,4
Gesamt-Km: 183.625
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