Montag, 6. Oktober 2003 :

Ach, haben wir gut geschlafen Exclamation
Um 6.30 Uhr klingelt der Wecker, um 7.30 Uhr sind wir beim Frühstück.

Anschließend suchen wir das Visitor Center auf, ich fasse natürlich wieder etliche Prospekte aus, einige davon auch doppelt und dreifach. M. und E. werden etwas bekommen und dann werde ich noch I. eine Mail schreiben, ob sie auch welche haben möchte, denn sie und ihr Mann haben nächstes Jahr eine ähnliche Reise durch Australien vor, wie wir sie jetzt machen. Vielleicht können sie den einen oder anderen Prospekt gebrauchen. Ich bin ja auch froh, wenn mir M. etwas von Down Under mitnimmt.

Um 10 Uhr sind wir bei der „Delprats Mine“, die Tour soll um 10.30 Uhr beginnen, was sie auch beinahe tut. Ein paar Minuten Verzögerung spielt bei den Aussies keine Rolle – und bei uns auch nicht, denn wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht Winken


Jeder Teilnehmer an dieser Tour bekommt einen Staubmantel, dazu einen Helm mit einer flashlight und damit diese flashlight auch immer funktioniert, muss sich jeder eine riesengroße und schwere Batterie am Gürtel, den wir ebenfalls bekommen, montieren. Macht – die gesamte Ausrüstung betreffend – angeblich 6 kg plus aus Laughing

So ausgerüstet bekommen wir noch unter freiem Himmel die wichtigsten Regeln für das Verhalten unter Tag erklärt, und zwar ziemlich eindringlich.

Wieviele Teilnehmer wir sind, weiß ich nicht, schätzungsweise 30.

wie steht mir dieses outfit Question

Wenn ich überlege.... es passen ca. 10 Leute in den Lift und 3x fährt der Guide hinunter/hinauf etc.
Wir sind beim ersten „Tiefgang“ dabei und der Guide erklärt uns, dass neben dem Lift ein Telefon sei (ist gut zu sehen) und was wir zu tun haben, sollte jemand eine Panikattacke bekommen. Egal wie, es ist jedenfalls gut zu wissen, was man im Falle des Falles zu tun hat.

Endlich sind alle Touris auf ca. 120 m Tiefe, jeder hat seine Stirnlampe aufgedreht. Der Guide beginnt mit seinen Erzählungen. Er selbst ist – wenn ich mich nicht verhört habe, 31 Jahre lang - als miner tätig und kennt jeden Stollen besser als seine Westentasche.

Bereits als er 8 Jahre alt war, wollte er miner werden und zwar deshalb, weil sein Vater einer war. Doch er ist natürlich zu jung dafür und es wurde ihm gesagt, er müsse noch ein paar Jährchen warten. Das gefiel ihm nicht, aber er musste sich fügen.
Eines Tages war es dann so weit und er konnte sich zumindest als miner bewerben. Sein Vater stellte ihn jedoch noch auf eine Probe. Er nahm ihn mit in die Tiefe, um festzustellen, ob das Söhnchen, unser Guide, keine Panikattacken bekommen würde.
Diesen Test hat er bestanden und nun konnte er zum nächsten Schritt übergehen – dem Medizinischen. Das war aber der härteste Test, denn es gab 21 Tests und wenn er nur bei einem Einzigen versagt bzw. nicht 100 % gebracht hätte, hätte er den Traum, miner zu werden, verwerfen können. Doch er bestand alle 21 Tests.

Er und einige seiner Kollegen hatten aber das Glück, bereits mit Carbidlampen arbeiten zu dürfen – seine Vorgänger bekamen pro Tag noch zwei Kerzen Exclamation Das ist so etwas Unvorstellbares, dass einem dazu die gesamte Fantasie nicht ausreicht Exclamation Es ist nicht nachvollziehbar, wie die Leute zu Beginn mit nur zwei Kerzen pro Tag auch nur die geringste Leistung vollbringen konnten, zumal sie auch über etliche Leitern klettern mussten.

Nach dieser sehr intensiven Einführung dürfen wir durch einen längeren Gang gehen, bei dem wir allerdings ab und zu die Köpfe nach rechts bzw. nach links beugen müssen – die Höhe des Stollens ist zu gering.

Wir gelangen nach relativ kurzer Zeit in einen kleinen „Raum“, in dem uns u.a. Geräte vorgeführt werden – es sind allerdings Geräte der neueren Zeit. Der Guide führt uns auch die Geräte von früher vor – wiederum einfach unvorstellbar Exclamation

Von hier aus geht es dann über einen noch niedrigeren Stollen in den nächsten Raum, in dem einige Bänke – wie in einer Oper – gestellt sind, sodass jeder einen guten Einblick hat.
Und hier demonstriert der Guide, was es bedeutet, mit nur einer einzigen Kerze Bergbau zu betreiben Exclamation Wenn nicht schon früher, aber spätestens jetzt bleibt einem der Mund offen.

Nachdem so ziemlich alle Touris platt sind – wir inklusive Winken - treten wir ziemlich rasch den Rückweg an. Eigentlich soll die Tour um 12.30 Uhr beendet sein, aber letztendlich wurde es 13 Uhr Very Happy

Wir werden wieder mit dem Lift nach oben befördert und müssen sämtliche geliehenen Sachen abgeben.


Richtung Middle Road


im Berg

Michi und ich fahren mit dem Bushie noch etwas höher, nämlich bis zur Aussichtsplattform, auf der es auch ein Café gibt (letzteres besuchen wir nicht). Von dort oben haben wir eine wirklich gute Sicht auf Broken Hill und schießen auch etliche ganz gute Fotos.


Es wurde - just for fun - eine überdimensional große Bank aufgebaut, auf der Michi Platz nimmt und sich sonnen lässt Laughing

Anschließend fahren wir ins Hotel zurück, schnappen uns die Rucksäcke und gehen per pedes auf Erkundungsgang.
Die längste Zeit wundern wir uns, weshalb heute – am Montag, also einem Arbeitstag – die Stadt völlig ausgestorben scheint. Einzig und allein das Visitor Center hat geöffnet, in dem wir auch einen Kaffee konsumieren und T-Shirts kaufen, ups, ein paar wenige Andenken ebenfalls.

Der Erkundungsgang durch Broken Hill ist eine eher langweilige Angelegenheit und nur durch Zufall finden wir das „Geo Center“, in das wir auch gehen. Dort sehen wir zahlreiche Gesteine, nahezu alle in geschliffener Form. Es gibt auch einen Rundgang, auf dem man durch Drücken der diversen Buttons informative Videos ablaufen lassen kann.

Erst nach Verlassen vom Geo Center erfahren wir durch reinen Zufall, weshalb es heute so dermaßen ruhig in Broken Hill ist – ein Schild, das auf einer Eingangstür von einem Geschäft befestigt ist, verrät es uns – it's Labour Day Exclamation Meine Güte, auf so etwas habe ich bei meinen Reisevorbereitungen natürlich nicht geachtet, welch ein Fehler Winken Nur wissen wir nicht, wann genau der Labour Day ist. Fällt er nämlich gerade auf einen Sonntag, ist der darauf folgende Werktag, also der Montag, automatisch frei.


Wir gehen ein Stück weiter und kommen zu "Conservation Gardens". Er wurde einerseits gegründet, um Pflanzen anzubauen, die zum Wachstum ein bestimmtes Klima benötigen, andererseits kann man einige technische Geräte, hauptsächlich aus dem Bergbau, besichtigen.

Gerade als wir zum Hotel zurück gehen, kommen wir beim „Joe Keenan Lookout“ vorbei, den wir uns nicht entgehen lassen. Auch von dort haben wir eine sehr gute Sicht auf Broken Hill und schießen so manches Foto.


Conservation Gardens

Im Hotel diskutieren wir über den morgigen Tag, wann Wecker stellen, wann wegfahren etc. Ich bin der Meinung, dass wir um spätestens 8 Uhr abfahren sollten, um nicht in Stress zu geraten.

Michi hat im Restaurant für das Dinner reserviert und diesmal tauschen wir unsere Speisen, die wir gestern genossen haben, nun nimmt sich Michi das hot&spicy Steak und ich mir den Barramundi. Keiner von uns hat die Wahl bereut, im Gegenteil Mampf

Anschließend checken wir gleich aus, da dazu morgen früh wohl kaum mehr Zeit bleibt – die Rezeption öffnet erst um 7.30 Uhr.


Tages-Km: 12,6
Gesamt-Km: 183.974