Mittwoch, 8. Oktober 2003 :

Wie spät ist es, als der Wetter heute morgen läutet QuestionWinken
Richtig Exclamation Es ist 7 Uhr ExclamationLaughing
Um 8 Uhr sind wir beim Frühstück, bestellen uns ein hot breakfast und bekommen auch ein solches, allerdings in einem äußerst kleinen Ausmaß. Was soll's, wenn wir hungrig werden, haben wir genügend im Bushie, also no worries Winken

Kaum vom Frühstück ins Zimmer zurückgekehrt und festgestellt, dass Andy auch heute nicht erreichbar ist, kommen uns Bedenken, was wir wohl den ganzen Tag in White Cliffs machen sollten.....
Das vorerst größte Problem scheint dasjenige zu sein, dass wir für zwei Nächte gebucht haben und eigentlich jetzt nach dieser einen Nacht schon weg wollen.
Michi meint, ich solle versuchen, unsere geplante Route zu ändern, durch A. hätte ich ja schon genügend Übung Laughing
Der kleine Unterschied liegt nur darin, dass A. mir zuletzt ganze 4 Tage Zeit gab, um den Plan zu ändern und nun soll ich sozusagen von einer Minute zur anderen unseren Plan ändern.
Das wird ja immer kürzer Exclamation Wenn das so weitergeht, ändere ich in Zukunft um, bevor ich noch ans Umändern denke ExclamationWinken Sehr witzig Exclamation
Was liegt näher, als bis zum nächsten folgenden Zielort zu fahren, nämlich Menindee. Sicherheitshalber reservieren wir uns für die kommende Nacht dort keine Unterkunft, vielleicht müssen wir wieder umdisponieren.

Um 9 Uhr checken wir im Underground Dugout Hotel aus, um 9.30 Uhr sind wir abfahrtsbereit.

Die Strecke von White Cliffs nach Wilcannia ist mir schon bestens bekannt, ich fuhr sie doch eben gestern zuletzt Laughing und so bringe ich sie in relativ kurzer Zeit hinter uns.

Um 10.50 Uhr hat unser Bushie Durst, bitte sehr Winken


Shell-Tankstelle Wilcannia:

vorne: 23.82 l
hinten: 48,95 l

$/l: 1,099

Gesamt: $ 79,97

Öl: ok
Wasser: ok


Wilcannia ist nun wirklich kein Ort zum längeren Verweilen, deshalb fahren wir unverzüglich weiter und zwar direkt nach Menindee, auf der unsealed road entlang des Darling River.

Hmmm, also ehrlich, vom Darling River sehen wir so gut wir nichts, die Landschaft ist relativ eintönig, hat aber den Vorteil, dass fast keine anderen Autos fahren – nur ganz selten.

Gegen 11.30 Uhr sehe ich plötzlich ziemlich weit vorne auf der Straße einen Waran und bremse gleich mal ordentlich ab, um das Tierchen ev. vor die Linse zu bekommen. Aber Warane sind auch nicht dumm Exclamation Michi und ich steigen aus dem Bushie, der Waran immer schneller und will die Road unverzüglich in Richtung Grasland und Unterholz verlassen. Doch nicht so mit uns Exclamation Wir sind noch schneller und nähern uns dem Waran bis auf ca. 2 m, dann krabbelt er einen Baum hoch. Er macht es sich auf einem Ast gemütlich und ist kaum von einem Baumstamm zu unterscheiden, denn er ist farblich an die Umgebung angepasst.

Dort oben bleibt er dann auch hocken und selbst dann, als ich ihn von der anderen Seite fotografieren will, rührt er sich nicht von der Stelle. 1998/99 hatten wir ähnliche Situationen, allerdings mit wesentlich kleineren Waranen, aber damals versuchten sie immer, Reißaus zu nehmen. Der heutige Waran ist gut und gerne 1 m lang, ohne Übertreibung Exclamation

Doch wir können nicht gut mit dem Tier hier übernachten und fahren weiter, allerdings kaum mehr als 100 m, dann sehen wir ein Plätzchen, das uns für ein Lunch gefällt.

Etwas Seltenes – ein Lunch Exclamation Ich stoppe den Bushie am geeigneten Ort und wir verzehren Bananen, trinken Kaffee dazu. Die Bananen müssen deshalb daran glauben, da wir ev. heute noch die Fruchtfliegengrenze durchfahren und da ist etliches nicht erlaubt, weiter zu transportieren, auch für private Zwecke nicht und seien die Portionen noch so klein. Da gibt es kein Pardon.

Um 12.15 Uhr fahren wir weiter.

Bei Km 234,0 (13.35 Uhr) kommen wir zu einem T-Stück, an dem es rechts nach Broken Hill geht (96 km), links nach Menindee (16 km), wir fahren daher links.

Was mich nicht nur völlig verblüfft sondern auch wundert, ist die Tatsache, dass wir von einer etwaigen Fruchtfliegenkontrolle rein gar nichts mitbekommen. Normalerweise gibt es an diesen Stellen viele Kilometer vorher etliche Plakate, in denen darauf hingewiesen wird – diesmal gar nichts. Also belassen wir unsere letzten zwei Bananen im Auto. Wohin soll ich sonst mit den Bananen, es gibt ja nicht mal die berühmte Box, in die man Verbotenes wirft Exclamation

Um 13.45 Uhr sind wir beim Menindee Lake bzw. beim Viewing Point:

Tages-Km: 237,0

Doch wo ist der See nix_weiss_smilie Zu unserer Rechten können wir ein winziges Wässerchen sehen, über das eine Brücke führt, aber von See konnte keine Rede sein.
Vor unserem Standplatz aus sehen wir bis fast an den Horizont eine ebene Fläche, die allerdings bewachsen ist, also auch kein See. Wo aber dann Question

Wir rätseln hin und her, drehen unsere diversen Landkarten in sämtliche Himmelsrichtungen und werden trotzdem nicht schlau daraus. Fazit ist – es gibt keinen See, allerdings zahlreiche abgestorbene Bäume, die wie in einer Allee stehen und außerdem noch ein paar Red River Gum Trees, die vorzugsweise in der Nässe stehen wollen. Wirklich seltsam, das mit den Seen, wo man doch überall davon liest...

Da wir hier dieses Rätsel nicht lösen können, fahren wir nach Menindee hinein, das noch weitere 10 km entfernt liegt.

Meine Güte, sind wir enttäuscht Exclamation Menindee ist solch ein winziger Ort mit praktisch nichts, was sollten wir hier tun Question Es gibt ja nicht mal Wasservögel, da es so gut wie kein Wasser (Seen) gibt Exclamation Menindee wirkt nahezu wie ein ausgestorbener Ort. Wir wissen vorerst nicht, sollen wir ev. doch bleiben oder lieber noch weiter fahren.....

Um diese Frage zu klären, suchen wir das einzige Cafè auf, das es gibt. Ich hole vom Bushie meine Straßenkarten, Bücher etc. und schmökere darin lesen
Der Entschluss, zu dem ich komme, ist etwas erstaunlich, denn am Sinnvollsten erschien mir – trotz der mittlerweile späten Uhrzeit – bis nach Mildura weiter zu fahren autofahrer

Michi ist einverstanden, genau gegenüber vom Cafè gibt es eine Telefonzelle – ach, wie modern Exclamation Im ersten Motel, das ich Michi nenne, blitzt er ab, es ist vollkommen belegt, aber beim zweiten telefon.gif gelingt die Reservierung und Michi reserviert ein Zimmer im „Best Western Boulevard Motor Inn“ in Mildura, in der Deakin Street (sicherheitshalber gleich für zwei Nächte). – Na also, geht ja doch Exclamation Super und nichts wie weiter.....

.....das denken wir, doch es kommt wieder einmal anders.....

Kaum komme ich aus der Telefonzelle heraus und gehe in Richtung Bushie (Michi hinter mir), entdecke ich zu meinem leichten Schreck einen beginnenden Plattfuß am rechten Hinterrad Exclamation Toll, das ist genau das, ist ich mir wünsche Crying or Very sad Und das bei Tages-Km 252,0.....Jetzt haben wir also Action Nr. 3 heulend.gif:
Stunden zuvor dachte ich noch – das Einzige, was uns an Missgeschicken noch fehlt, ist eine Reifenpanne, sprach meine Gedanken aber nicht aus, in der Hoffnung, sie gehen nicht in Erfüllung....

Michi meint noch, ach, dem Reifen ist nur ein wenig Luft ausgegangen, aber ich weigere mich, mit dem Bushie bis nach Mildura zu fahren und mir fällt ein, dass wir, als wir nach Menindee hinein kamen, rechterhand eine Tankstelle sahen – ich zumindest Winken
Und genau zu dieser Tankstelle fahren wir bzw. ich – Michi geht schon zu Fuß. Der Pächter der Tankstelle – oder der Besitzer, ich weiß es nicht – will schon zum Kompressor greifen, aber ich ahne, dass das ein Witz und verlorene Zeit ist und rufe Michi zu, dass der Kompressor Quatsch sei, wir brauchen entweder einen neuen Reifen oder diesen hier geflickt, basta Exclamation

Michi findet das gar nicht witzig, ich – nebenbei bemerkt – auch nicht, aber es ist halt Tatsache und damit müssen wir leben.
Und was soll's, es ist „erst“ 15.15 Uhr......Noch lockere 400 km liegen vor mir, wobei zu bemerken sei, dass es um ca. 18.30 bis 18.45 Uhr stockfinster wird.

Nun beginnt der gute Mann, der seines Zeichens wahrscheinlich doch der Besitzer der Tankstelle ist, den Reifen abzumontieren und in seine Einzelteile zu zerlegen. Die Brecheisen, die er zum Entfernen der Felge verwendete, sind mir ganz und gar nicht geheuer, aber er scheint sein Handwerk zu beherrschen und es bleibt gar nichts Anderes übrig, als ihm zu vertrauen. Nach einiger Zeit liegt der Schlauch frei und bald darauf ist auch die Ursache des Luftverlustes sichtbar – ein extrem hartes Eisenstückchen, das aussah, als wäre es von einem Bohrer, hat sich durchgestochen. Das konnte ja nicht gut gehen Exclamation Das kleine Loch wird fachmännisch verklebt und der Schlauch anschließend wieder in den Mantel verfrachtet, das Ganze auf die Felge montiert, damit auf den Bushie, noch etwas Luft hinein und fertig ist die Sache Exclamation Insgesamt warten wir nur eine knappe Stunde Exclamation Nicht übel!
Dieses Vergnügen kostet uns übrigens $ 16,50, also äußerst preiswert Winken

Um 16 Uhr können wir weiterfahren, wobei uns die Frau des „Reifenflickers“ rät, lieber den längeren, aber dafür asphaltierten Weg über Broken Hill nach Mildura zu fahren. Keine schlechte Idee Exclamation

In Broken Hill kommen wir um 16.40 Uhr (Broken-Hill-Time) an (Tages-Km 361,4) und es gelingt uns gerade noch, im Visitor Center einen Cappuccino zu ergattern, ehe es zusperrt. Dann geht's rasch weiter.

Um 18.45 Uhr sind wir bei der Tankstelle „Coombah“, bei Tages-Km 487,1 und genau dort will ich eigentlich tanken. Es soll zwar nur aus Sicherheitsgründen sein, denn wie heißt es so schön Question Im Vorrat ist gut hausen Laughing
Doch dann kommt das nackte Entsetzen – die Tankstelle ist geschlossen Exclamation Das hält man doch im Kopf nicht aus Exclamation Es ist noch ein weiteres Auto dort, dessen Besitzer ebenfalls tanken will, zwei Männer um die 40, sie stehen ebenfalls ratlos da.
An der Tür der Tankstelle steht geschrieben, man soll nach den „opening hours“ nicht mehr klopfen.....Im dazugehörigen Gebäude brennt allerdings Licht und es läuft eine Aircondition. Schon etwas komisch, aber wir haben es leicht, denn unsere Tankfüllung ist keine dringliche, daher fahren wir weiter.

Nun zieht sich der Weg langsam, denn ich kann nicht mehr so rasch fahren, wie ich will – es ist schließlich dunkel und die Gefahr auf Tiere steigt ins Unermessliche. Ein Segen, dass mir nichts über den Weg lief Exclamation

Um 21.15 Uhr kommen wir in Mildura an und werden (offenbar vom Chef des Hauses) gefragt, ob wir noch etwas zum Dinner haben wollen. Na klar Exclamation Nix wie her damit ExclamationLaughing Da aber die Küche seit 21 Uhr offiziell geschlossen ist, gibt es nur die Möglichkeit, den „stone grill“ zu nehmen besteck
Es ist das erste Mal, dass wir etwas „stone grilled“ essen, aber dieses Eye Steak ist einsame Spitze und ich bin mir nicht mal sicher, ob ich ein Pfeffersteak (mein Favorit) bevorzugen würde.

Verdammt spät (0.30 Uhr) gehe ich ins Bett, denn es gibt noch Bilder zu überspielen, Akkus zu laden, Reisebericht zu schreiben, letztendlich duschen etc.


Tages-Km: 664,9
Gesamt-Km: 184.961