Freitag, 10. Oktober 2003 :

Na klar doch Exclamation Weckerläuten ist um 6.45 Uhr, Breakfast um 7.45 Uhr.
Der heutige Morgen beginnt verdammt kühl und was uns erschrecken lässt ist die Tatsache, dass die anfänglich geringe Bewölkung sehr rasch zunimmt Exclamation Wir wollen doch in den Mungo Nationalpark Exclamation

Zuerst überlegen wir hin und her, denn die Straße bzw. der Track zum Mungo NP, den wir fahren wollen, ist unsealed und unsealed bei Regen fahren ist nun wahrlich nicht das Gelbe vom Ei Crying or Very sad

Trotz alledem beschließen wir, erst mal loszufahren. Sollte sich das Wetter verschlechtern, hieße es, umdrehen. In Australien muss man flexibel sein und zwar in allen Belangen. Stur auf einem Programm hängen ist nicht drinnen, es ist fast ständig eine Alternative gefragt.

Um 8.55 Uhr fahren wir endlich los, vorerst sealed, aber bei Tages-Km 12,2 biegen wir rechts in die unsealed road zum Mungo NP ein, das entsprechende Schild gibt bis dorthin 110 km an.

Was dann kommt, glaubt uns kein Mensch ExclamationExclamationExclamationExclamationLaughingLaughingLaughingLaughingLaughing

Wir hören plötzlich während der Fahrt ein seltsames, schrilles Geräusch. Beide horchen wir in den Bushie hinein, denn das liegt am Nächsten. Michi meint, das Geräusch käme von seiner linken Seite, kurz darauf meine ich, nein – von rechts. Oder doch eher von der Mitte Question Aber woher denn nun wirklich Question Ich gebe mehr Gas, um zu testen, ob das Geräusch zunehmen würde, das tut es aber nicht. Ich gehe vom Gas weg, keine Änderung vom Geräusch.

auf der Fahrt in den Mungo Nationalpark

Tja, was ist es denn dann Question Was um alles in der Welt denkt sich der Bushie denn als nächste Gemeinheit aus QuestionCrying or Very sad

Michi steigt aus und testet auf Teufel komm' raus, schließlich ist er der Mess- und Regeltechniker Laughing

Er läuft etliche Meter vor das Auto, etliche Meter hinter das Auto – unentwegt hört er dieses Geräusch; er versucht, mit wachelnden Handbewegungen vor seinen Ohren, das Geräusch abzudämmen oder auch gleich laut zu hören, kommt aber zu keinem richtigen Ergebnis. Dann kommt er wieder zu mir, ich hocke immer noch im Auto – und frage mich, ob ich das Geräusch ebenfalls noch hören würde. Tja, jetzt schon wieder, aber so bald Michi weiter weg ist, höre ich es zuerst noch ganz leise, dann gar nicht mehr. Michi glaubt mir nicht und meint, ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und sei sozusagen „betriebsblind bzw. betriebstaub“ geworden Laughing So was..... Laughing

Ein neuer Versuch folgt: Michi entfernt sich wiederum vom Bushie, während ich drinnen hocken bleibe. Kaum ist er ein paar Meter entfernt, höre ich das Geräusch beim besten Willen nicht mehr. Michi kommt näher und somit auch das Geräusch. Das ist ja irre und wir haben fast damit zu kämpfen, dass WIR nicht irre werden Laughing

Wie vom Himmel gefallen, steht plötzlich ein Auto neben uns ein und ein Vater mit seinem Sohn steigen aus. Der Ältere fragt uns „have you got any problems Question “ – das muss er doch annehmen, da Michi immer noch Hände-wachelnder-weise rund um den Bushie geht Laughing Es ist ein Bild für Götter ExclamationExclamationExclamation
Um die Frage des Mannes zu beantworten, schildern wir, was wir hören – und das erst seit kurzem. Erwähnen auch, dass wir fast schon die neben dem Bushie verlaufende Freileitung in Verdacht haben, sie verursache das Geräusch, aber doch nicht sicher sind usw., usw.
Meine Güte, was kommen da für Ideen und Gedanken auf Exclamation

Doch der Vater – und auch der Sohn – hören das Geräusch ebenfalls, was uns eigentlich schon beruhigt, wir denken nämlich fast schon daran, wir hören Gespenster beim Meeting Laughing
Der Vater wirft sich unter den Bushie, findet nichts Auffälliges, der Sohn folgt ihm (er ist ca. 12 J. alt), findet auch nichts Besonderes, also kriechen sie wieder hervor. Sie entfernen sich ebenfalls vom Bushie – und man höre und staune, dort hören sie dieses immer noch seltsame Geräusch ebenfalls (Michi steht neben den beiden).

Ich denke insgeheim schon an alle möglichen elektronischen Geräte, die wir so an Bord mitführen, z. B., dass es ein Wecker sein könnte – aber die Geräusche unserer beiden Wecker kenne ich, sie scheiden also aus. Ebenso scheidet Michi's Handy aus, das ich unter starkem Verdacht habe (Akku leer Question), aber auch das Geräusch eines beginnenden leeren Akkus kenne ich, kommt also auch nicht in Frage. Es wird immer schwieriger.....

Nochmals gehen der Australier + Sohn + Michi vom Bushie weg, ca. 10 m würde ich meinen. Ich beobachte das, aber nicht im Bushie hockend, sondern von der Rückseite des Bushies, wo ich die Drei sehr gut beobachten kann. Sie machen alle drei seltsame Bewegungen und dann – ganz plötzlich – beginnen sie lauthals zu lachen LaughingLaughingLaughing Ich weiß überhaupt nicht, was es da zu lachen gibt Crying or Very sad Mir geht nur eines durch den Kopf – es gibt ein Geräusch, das uns fremd ist, es gibt noch zwei weitere Leute, die das auch nicht kennen und es gibt den Bushie, der uns diesmal schon einiges an Erlebnissen geliefert hat.

Die Drei biegen sich weiterhin vor lachen und können kaum reden, obwohl ich endlich wissen will, was denn los sei Laughing Der Australier findet als Erster die Sprache wieder und stammelt, währenddessen er immer noch lacht, irgendwas von „his watch“ – mehr als diese beiden Worte bringt er nicht heraus, um dann weiter zu lachen Laughing Aber daraus schließe ich, dass Michi's Uhr das Geräusch verursacht ExclamationExclamationExclamationLaughingLaughingLaughing Das hält man doch echt nicht für möglich Exclamation
Nachdem auch ich den ersten Lachkrampf hinter mir habe, kommt mir die Idee, den Camcorder zu holen und die drei sich vor Lachen biegenden Figuren zu filmen Exclamation Das muss ich einfach auf Band festhalten, das gibt es so schnell nicht wieder LaughingLaughingLaughing

Nun, nach einiger Zeit haben wir uns alle beruhigt, die Australier verabschieden sich von uns und wir fahren weiter.....

Bei Tages-Km 85,2 kommen wir zu einer rechts weggehenden Abzweigung nach „Euston“, bis dorhin sind es 91 km, wir fahren aber geradeaus.

Tages-Km 86,3: Es steht das Schild „Mungo NP Visitor Center 33 km“, also nix wie hin Winken

Bei Tages-Km 124,5 beginnt der Mungo NP.

Von hier weg dauert es nicht mehr sehr lange und wir kommen zu einem T-Stück:
rechterhand geht es nach Balranald: 148 km,
linkerhand zum Visitor Center: 2 km.

Logischerweise fahren wir links Winken

Tages-Km: 115,7: Ich erblicke das Schild „Mungo NP Visitor Center nach rechts 1 km“, wir fahren natürlich rechts und ab hier beginnt auch wieder mal zur Abwechslung der Asphalt.

Tages-Km: 116,7: exakt, exakt Laughing Wir sind tatsächlich beim Visitor Center eingetroffen und zahlen ein „day entree fee“ von $ 6 für das Auto.

Auf diversen Schildern wird auch schon die „Walls of China“ angepriesen, sie scheint etwas Besonderes zu sein und im weit entfernten Hintergrund meinen wir, Dünen erkennen zu können.

Landschaftlich ist es eigenwillig, aber schön, Dünen wechseln sich mit relativ niedrigem Buschland ab.
Nach einiger Zeit kommen wir zur „Willandra Lakes Region World Heritage Area“, stellen den Bushie ab und gehen über einen Holzsteg bis ans Ende. Von dort weg darf man auf den relativ harten Dünen gehen, aber es gibt auch sehr viele Markierungen, über die man nicht hinaus darf, weil das Gebiet dahinter besonders geschützt ist.

Das ist auch verständlich, wenn man diese eigenwillige Landschaft erst mal sieht. Einerseits sind es Dünen, andererseits wird der Sand durch den Wind zu Bäumen und Sträuchern getrieben und er baut sich dort fast turmförmig auf.

Bei Tages-Km 133,9 machen wir auf dem „Rosewood Rest“ Rast bzw. Lunch. Es gibt Spam mit Eiern vermischt und auch Kaffee. Mittlerweile ist es 13.15 Uhr.
Um 14.35 Uhr fahren wir weiter – wir genießen sowohl das Lunch in dieser abgeschiedenen Gegend als auch überhaupt die Ruhe und die schöne Landschaft.

Tages-Km: 155,9: Wir kommen zu „Vigars Well“ und unternehmen dort eine wirklich lange Dünenwanderung.

Zu diesem Zwecke ziehen wir uns allerdings sehr warm an, es bläst ein kalter Wind und auch die normale Lufttemperatur ist alles andere als hoch.

Doch diese Wanderung ist wirklich einsame Spitzenklasse Exclamation

Um 16.25 Uhr fahren wir weiter, es muss ja sein.

Bei Tages-Km 178,4, zu diesem Zeitpunkt ist es 17 Uhr, kommen wir wieder beim Visitor Center an, machen eine nur ganz kurze Pause und fahren um 17.05 Uhr weiter in Richtung Mildura.

Na klar, es wird wieder einmal eine halbe Nachtfahrt daraus Laughing

In Mildura tanken wir noch:

BP-Tankstelle Mildura, Tages-Km 288,2:

hinten: 52,46 l
$/l: 0,965
Gesamt: $ 50,85

Um 19.10 h kommen wir im Motel an. Michi ruft noch in Shepperton wegen des morgigen Quartiers an. Funktioniert problemlos.

Fast wage ich nicht zu erzählen, was wir zum Dinner essen – natürlich wieder das Rib Eye Steak vom stone grill Winken


Tages-Km: 293,0
Gesamt-Km: 185.382