Freitag, 28. 5. 2004:

Uihh, war das eine kurze Nacht. Wir sind erst kurz vor Mitternacht ins Bett gekommen, es gab immer wieder eine Kleinigkeit zu tun. Eigentlich zahlte sich der kurze Schlaf gar nicht mehr aus, aber besser, die wenigen Stunden als keine.

Um 3:00 Uhr läutet der Wecker. Da wir in der Lufthansa auf das quietschende Brötchen verzichten wollen, richte ich für uns Toast und Kaffee bzw. Tee und gemütlich frühstücken wir. Dann gilt es noch, die restlichen Kleinigkeiten in den Rucksack zu verfrachten und überpünktlich um 4:25 am steht das Taxi vor der Tür - und Michael ist noch im Bad Exclamation Aber nicht mehr lange Winken

Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Airport, der Lufthansa-Schalter ist schon besetzt, aber noch keine weiteren Fluggäste vorhanden. Anscheinend schlafen die noch alle.
Wie von der Dame der Deutschen Lufthansa empfohlen, fragen wir gleich beim Check-in nach, ob wir wohl Plätze in der Business Class nebeneinander haben könnten. Ist überhaupt kein Problem. Erstaunlicherweise bekommen wir diesmal gleich alle Bordkarten, also auch jene von San Francisco nach Honolulu. Auch nicht übel.

Nun haben wir massenhaft Zeit, denn unser Flieger soll erst um 6:15 Uhr starten. Also gehen wir ins Airrest und genehmigen uns eine Cola. Draußen regnet es wie aus Eimern, Zeit, dass wir wegkommen Exclamation
Pünktlich geht's ans Boarden und kaum sitzen alle Passagiere artig angeschnallt, heißt es plötzlich, der Start werde um ca. 15 Minuten verschoben. Na super, das fängt ja gut an Crying or Very sad Alle anderen Maschinen, denen wir zuvor beim Starten zusehen, sind pünktlich weggekommen, nur wir wieder mal nicht. Typisch Exclamation

Aber nach diesen versprochenen 15 Minuten ist es dann doch soweit und eine Stunde später erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein den Frankfurter Airport.
Als Erstes gehen wir in die Business Lounge, muss man nützen, wenn wir BC fliegen Winken Michi holt Kaffee und ein paar Nüsse für uns und nach einiger Zeit machen wir uns auf den Weg. Wir wollen noch ein paar Zeitschriften kaufen. Das scheitert aber daran, dass wir nichts Passendes finden. Also gehen wir leer aus, macht mir aber nichts, denn ich habe ja meine Reiseführer.

Wenige Minuten nach 10:00 Uhr hebt unsere Maschine, eine Boeing 747/400, nahezu pünktlich ab.

Hier in der Business Class belegen wir im Moment die Sitze 12E und 12 G, F wird eingespart.
So viel Beinfreiheit muss man erst mal gesehen haben, wir kommen uns gerade vor wie in einer Reitschule Smile

Als Erstes bekommen wir Getränke gereicht, wir können zwischen Orangensaft (frisch gepresst), Mineralwasser und Weißwein wählen. Wir ordern Orangensaft, dazu gibt es ein paar Nüsse.

Etwa zwei Stunden später wird das Mittagessen geliefert, sehr passend zur eigentlichen Tageszeit.
Als Vorspeise nehmen wir Forellenfilet mit Dillaufstrich, Brötchen, Butter und Salat. Für die Hauptmahlzeit wählen wir Putenfilet mit grünem Spargel und etwas Ähnliches wie Bandnudeln, nur enorm gelb und schmäler sowie kürzer als die bekannten Bandnudeln. Das Ganze befindet sich in einer Gorgonzola Sauce und schmeckt sehr lecker. Nur Michi ist von der Sauce nicht sonderlich begeistert. Im Anschluss daran können wir zwischen Käse mit Brötchen und Butter oder Obstsalat wählen. Michi nimmt nichts, ich entscheide mich für den Obstsalat. Eigentlich denken wir, das war es jetzt, aber das stellt sich als Irrtum heraus. Es wird noch Kaffee bzw. Tee mit zwei Pralinen sowie ein Buttermilch-Mousse mit Kiwisauce angeboten. Michi nimmt alles, ich nur den Kaffee.

Nun ist es 13:57 GMT, noch etliche Stunden Flug liegen vor uns. Mein Nachbar zur Linken (wir sitzen in der 3-er Reihe in der Mitte) hat von Anfang an seinen Laptop inklusive Handy eingeschaltet und probiert einiges herum. Ein wenig störend ist, dass er einen enormen Schnupfen und nur ein einziges Taschentuch hat. Die Folge davon - er zieht die triefende Nase immer hoch, was nicht gerade appetitlich ist.

Michi plagt sich im Moment mit den grünen Einreiseformularen. Ein Segen, dass ich unsere Flugnummer sowie die Hoteladresse auswendig weiß, sonst müsste ich zum x-ten Mal in meinem Rucksack kramen.

Gerade zeigen sie am Monitor die Anzeige: Wir befinden uns schon über Grönland, fliegen mit 920 km/h, sind noch 6,75 Stunden von San Francisco entfernt und draußen hat es -55° C. Brrrr....., da ist es mir herinnen schon lieber.

Wir haben schon festgestellt: An das Leben in der Business Class kann man sich gewöhnen Exclamation

Ach, ich könnte mich schieflachen Exclamation Michi hat gerade meine grüne Einreisekarte ausgefüllt und dabei die Daten von seiner Karte abgeschrieben Exclamation Nun gibt es also zwei Einreisekarten mit ein- und denselben Daten Exclamation LaughingDas wird uns kaum durchgehen und Michi pilgert daher um ein neues Formular. Es gibt Sachen, die lernen wir nie, denn mir geht es auch nicht besser, wenn ich meine Karte selbst ausfülle. Meist schreibe ich die Einsen oder Siebener falsch. Aber was soll's, es gibt Schlimmeres.

Nach einiger Zeit übermannt uns der Schlaf, zwar nicht für sehr lange, aber immerhin. Ein wenig Füße vertreten ist auch drinnen, vor allem - es schadet nicht bei solch einem langen Flug.
Als ich dann in meinem Reiseführer weiter lesen möchte, komme ich nicht weit, die Augen fallen mir wieder zu. Zu dumm auch, ich will eigentlich nicht schlafen Exclamation

Der 14 Monate alte Bub drei Reihen vor uns schreit immer wieder, deshalb werden wir munter.
Seltsamerweise vergeht die Zeit dieses Fluges doch relativ rasch. Zwei Stunden vor der Landung bekommen wir noch einmal etwas zu essen. Wir haben die Wahl zwischen Fleisch und Fisch und da wir mittags Fleisch hatten, nehmen wir diesmal Fisch. Das ist keine gute Idee, aber bis jetzt leben wir noch Winken

Pünktlich um 12:00 landet die Maschine in San Francisco. Es dauert wie üblich einige Zeit, bis wir den Flieger verlassen dürfen. Michi versteht zunächst nicht, weshalb ich in einer enormen Geschwindigkeit in Richtung Zollkontrolle eile. Nun, ich will nicht hinter 3500 anderen Leuten mich in die Reihe stellen, sondern lieber bei den Ersten sein. Das leuchtet ihm ein und ich soll Recht behalten - wir sind bei den Ersten. Anschließend gehen wir zum Baggage Claim No. 6 und innerhalb kürzester Zeit habe ich unsere vier Reisetaschen vom Band geholt. Michi muss einige Male die Einreisekarte vorzeigen, wir werfen die Reisetaschen auf's Re-Check-in-Band und schlendern ein wenig durch den Airport bzw. die Hallen.

Als Erstes ziehen wir uns um. Ich habe schon in Linz entsprechendes Gewand in unsere Rucksäcke verpackt, die Wanderschuhe tauschen wir gegen Sandalen aus.

Dann fällt mir ein Internet-Access auf, von dem man Fotos von sich selbst an Ort und Stelle anfertigen und an eine x-beliebige Email-Adresse schicken kann. Das nütze ich und mein Foto an meine eigene Adresse geschickt. Dann schreibe ich noch M. und E., S. sowie T. und A. eine kurze Mail. Eigentlich möchte ich noch mehr schreiben, aber hinter mir warten schon ein paar Leute, die auch das kostenlose Internet nutzen wollen. Daher mache ich Platz.


Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass unser Gate jenes mit der Nummer 80 sein wird, Abflug um 16:30 Uhr Ortszeit. Auch verdrücken wir ein Putensandwich, Michi dazu noch einen Apfel-Zimt-Kuchen, so ein rundes Ding, das wie eine Semmel aussieht. Schmeckt ihm aber offenbar ganz gut, der dazu bestellte doppelte Espresso ebenso.

Ich hocke nun hier bei Gate 80, es ist 15:08 Uhr und Michi verbringt einige Zeit damit, in einem Geschäft einem fliegenden Schwein (mit Flügeln Exclamation ) zuzusehen. Vorhin konnte ich ihn noch wegzerren, denn er hatte richtig leuchtende Augen, fast so, als sei Weihnachten Laughing

Draußen scheint die Sonne, nur wenige Wolken sind zu sehen. Mein Blick geht auf niedrige Berge, die nur wenig bewachsen sind, Wo liegt eigentlich San Francisco Question Wir haben vorhin bei unserem Airport-Rundgang in fast alle Richtungen blicken können, aber von San Francisco war weit und breit keine Spur.

Um 16.30 Uhr soll unser Weiterflug nach Honolulu gehen, wir haben nur 15 Minuten Verspätung. Unser Fluggerät ist diesmal eine Boeing 767/300. Ach, ist das eng Exclamation Exclamation Exclamation Das, was meine Füße in 10,5 Stunden in der Business Class nicht geschafft haben, schaffen sie nun nach nur einer Stunde - sie schwellen an bis auf Teufel komm' raus Exclamation Exclamation Diese Beobachtung - in der Business Class gibt es keine geschwollenen Beine, in der Economy Class schon - habe ich schon auf dem Flug 2002 von Frankfurt nach Singapore gemacht bzw. beim Weiterflug nach Darwin. Das war genau dasselbe Spielchen.

Kaum im Flieger drinnen, überfällt mich eine enorme Müdigkeit. Mit Müh und Not bekomme ich den Startvorgang mit und das hat auch etwas Gutes: Wir sehen jetzt endlich auf San Francisco, wenngleich nicht besonders gut, aber die enorme Dimension ist zu erkennen.

Viel mehr weiß ich vom Flug nach Honolulu nicht, denn ich schlafe die meiste Zeit, obwohl ich eigentlich nicht will. Ich bin hundemüde und dass ich nicht mal mitbekomme, wann das Essen serviert wird, spricht wohl alle Bände. Michi sagt der Airhostess, ich würde sicherlich Hähnchen essen und sie schiebt daraufhin mein Hähnchen in den Ofen und hält es warm. Als ich dann zwischendurch kurz munter werde, bekomme ich es geliefert Winken Allerdings esse ich nur das kleine Stück Hähnchen, den Reis und das Gemüse isst Michi. Bald darauf schlafe ich schon wieder. Wenigstens den Landeanflug auf Honolulu versäume ich nicht. Übrigens landen wir pünktlich nach 4,5 Stunden Flug.
Auf unser Gepäck müssen wir ziemlich lange warten, denn haarscharf zeitgleich ist eine Maschine aus Los Angeles mit uns gelandet und das gesamte Gepäck dreht sich malerisch auf zwei Bändern. Beide sind sowohl mit San Francisco als auch mit Los Angeles angeschrieben, also ist das Gepäck eine bunte Mischung. Manche Reisenden holen mal vom einen, dann vom anderen Band ihre Koffer, es herrscht reges Treiben.

Erstaunlicherweise sind unsere vier Reisetaschen auf einmal angekommen. Nicht unangenehm, aber damit hätten wir nicht gerechnet.

Fast fluchtartig verlassen wir den Airport, denn wir ahnen, dass wir auf den Alamo-Shuttle so wie 2001 gut und gerne eine Stunde würden warten müssen. Doch diesmal weit gefehlt Exclamation Kaum sind wir aus dem Airport draußen, fährt auch schon der Shuttle vor Exclamation Glück muss man haben Exclamation
Nach kurzer Fahrt sind wir bei Alamo, wo bereits zahlreiche andere Touristen in der Schlange stehen. Die Warterei ist nur halb so schlimm und letztendlich können wir einen Buick übernehmen. Kennzeichen: NBC 502, Meilenstand: 21.524.

In dichtem Verkehr wühlen wir uns bis zum Outrigger Reef on the Beach Hotel durch, das wir wiederum ausgewählt haben. Ach, da kommen heimatliche Gefühle auf Exclamation Der Autoschlüssel wir uns wie immer abgenommen, wir checken ein und bekommen Zimmer Nr. 1163 zugewiesen. Ein relativ kleines Zimmer, bietet aber alles, was man im Urlaub so braucht.

Nachdem wir das Gepäck abgeladen haben, gehen wir ein wenig durch Waikiki und landen prompt in der Kalakaua Ave. 2155 im "Planet Hollywood". Dort genehmigen wir uns einen Mahi-Mahi-Toast mit Fries, Michi ein Bier und ich einen Blue Hawaii - eh klar Laughing

Anschließend gehen wir am Rückweg in den ABC-Shop, um Getränke und Chips zu erwerben.
Im Hotel angekommen, unternimmt Michi zahlreiche Versuche, die Vertretung von MasterCard zu erreichen. Nichts geht, es heißt immer, seine Kreditkarte sei abgelaufen Exclamation Dabei ist sowohl seine als auch meine brandneu und wir wollen sie nur aktivieren lassen. Es ist zum Verzweifeln Exclamation Michi gibt dem Operator die Telefonnummer durch, doch auch dieser scheitert. Zum Schluss probiert Michi noch einmal vom Zimmertelefon aus sein Glück. Ob es Glück ist oder nicht, wird sich morgen herausstellen. Dann unternehmen wir den nächsten Versuch, mit unseren neuen Kreditkarten zu bezahlen. Wenn das wieder nicht funktioniert - na dann, gute Nacht Exclamation

Mittlerweile ist es 0:40 Uhr und wir haben jetzt einige Zeit damit verbracht, die enorm stark kühlende Klimaanlage zu verstellen, genauer gesagt, die Lamellen, denn die Aircondition selbst steht schon auf "low" und trotzdem bläst sie eiskalt haarscharf zu unserem Bett. Auch wird es langsam Zeit, dass ich unter die Dusche komme.

Der Wecker für (heute) morgen steht auf 7:00 Uhr, wir möchten nach dem Frühstück auf den Diamond Head Crater, denn der Blick von dort oben ist einfach fantastisch Exclamation

Slepp well, cu tomorrow Exclamation

Meilenstand am Ende des Tages: 21.532