Sonntag, 6. 6. 2004:

Um 6.15 Uhr klingelt der Wecker. Die übliche Morgenprozedur folgt, anschließend gehen wir im Hotel zum Frühstücksbuffet. So ein Mist, es regnet auf Teufel komm' raus Exclamation Wir hatten allerdings die Hoffnung, dass es im Westen besseres Wetter hätte. Allerdings trödelt Michi - offenbar in Anbetracht des Regens - dermaßen, dass wir erst um 10 Uhr das Hotel verlassen können. Wozu bin ich nur so bald aufgestanden? Question

Mit unseren Siebensachen verlassen wir das Hotel und fahren vorerst auf der 56, die später die 50 wird, in Richtung Süden bzw. Südwesten.

In Hanapepe fahren wir nicht die Umfahrung, sondern mitten durch Hanapepe. Welch ein verschlafener Ort Exclamation Selbst um diese Uhrzeit ist nahezu kein Mensch auf der Straße sichtbar. Allerdings gibt es in Hanapepe etwas Sehenswertes, nämlich die vielen blühenden Bougainvillae und Plumeria.

Das ist ein Traum Exclamation

Durch Waimea fahren wir durch und landen kurz darauf in Kekaha, wo wir wiederum nicht die Umfahrung, sondern die historical town route fahren. Auch hier scheint noch alles zu schlafen, obwohl es schon 11.45 Uhr ist Exclamation

Plumeria in Hanapepe

Kurz bevor wir auf die 552 in Richtung Waimea Canyon abbiegen wollen, sehen wir linkerhand Lapperts Icecream sowie einen Laden, der offenbar Kleidung zum Verkauf anbietet.
Besonders das Eis lockt uns an und im angrenzenden Laden kauft sich Michi weitere 2 Hawaii-Hemden. Ich bekomme einen ganz tollen Rucksack.

Dann geht's endlich in Richtung Waimea Canyon bzw. Koke'e State Park.
Anfangs ist das Wetter noch erträglich, aber das soll sich bald ändern. Ist ja typisch Exclamation Kaum fährt man in Richtung Koke'e State Park, beginnt es zu nieseln. Die einzige Ausnahme war der Urlaub 2001, in dem wir offenbar sehr viel Glück gehabt haben.

Bei der Koke'e Lodge angekommen, regnet es bereits so stark, dass wir nicht mal ausgesteigen. Viele Hühner, teilweise mit ihren Jungen, laufen herum und auch eine einzige Nene dreht ihre Runde.
Tja, was nun Question Wir beschließen, zurück zu fahren, denn hier können wir jedenfalls keinen Trail gehen, es würde nur in einer Schlammschlacht enden.

Michi macht den Vorschlag, nochmal zum Borders zu fahren. Dort hat er gestern ein Buch gesehen, das ihn interessieren würde und jetzt, da uns offenbar ein verregneter Tag bevorsteht, ist dieses Buch genau das, was ihm richtig erscheint. Ich selbst brauche keine weiteren Bücher, ich habe mich ja gestern genug damit eingedeckt.

Doch es ist wie verhext Exclamation Je weiter wir in Richtung Waimea kommen, umso besser wird wieder das Wetter.

Iliau-Blüte

Iliau Nature Loop Trail

Wir wissen, dass unmittelbar vor Beginn des Kukui Trails der Iliau Nature Loop Trail abgeht.

Iliau ist eine endemische Pflanze, die nur in diesem Gebiet vorkommt und mit dem Silberschwert auf Maui verwandt ist. Auch die Iliau blüht nur einmal in ihrem Leben und stirbt anschließend ab.

Der Iliau Nature Loop Trail ist jeden Schritt wert Exclamation Niemand sollte ihn versäumen. Iliau's gibt es um diese Jahreszeit dermaßen viele. Die jungen Pflanzen noch ohne Blüten, die älteren mit Blüten, die nahe am Aufgehen oder mit Blüten, die bereits am Verwelken sind. Insgesamt absolut lohnenswert.

Schlimm für mich ist nur, dass es vom Iliau Nature Loop Trail zum Kukui Trail geht. Dieser Trail führt über 2.300 feet auf die Sohle des Waimea Canyons. Klar, eine Anstrengung sondergleichen, denn die 2.300 feet muss man ja anschließend wieder zum Auto hochgehen, aber der Trail reizt mich absolut Exclamation Es muss doch einfach toll sein, den Waimea Canyon mal von der Talsohle aus zu sehen. Aber Michi will nicht, die 2.300 feet sind ihm zuviel Crying or Very sad

Daher fahren wir weiter talwärts, den Rückweg fahre ich allerdings die 550, also jene Straße, die nach Waimea führt.

Doch so weit kommen wir nicht, denn Michi entdeckt plötzlich "irgendeine" Insel im Pazifik und will sie filmen.

Das kann doch nur Ni'ihau sein Exclamation Ich steige aus und meine Vermutung bestätigt sich - es ist Ni'ihau Exclamation

Rechterhand bzw. etwas nördlich von Ni'ihau sehen wir Lehua, ca. 1/2 Meile von Ni'ihau entfernt. Der höchste Punkt dieser mittlerweile menschenleeren Insel (war früher bewohnt) misst 704 feet.
Es gibt sogar einen Leuchtturm, der 1930 gebaut wurde. Damals war dieser Leuchtturm der höchste Leuchtturm der USA Exclamation

im Hintergrund: die "verbotene" Insel Ni'ihau

19 Meilen südwestlich von Ni'ihau liegt die Insel Ka'ula, einen Schildvulkan. Es handelt sich um einen vertikalen Fels, der höchste Punkt misst 550 feet, die Größe dieses Schildvulkan beträgt 136 acres.
Die Bewohner von Ni'ihau reisen in den Sommermonaten nach Ka'ula, um Vögel zu fangen.
Ni'ihau hat übrigens seit kurzer Zeit ein Solarpanel, das dazu dient, den Computer in der dortigen Schule bedienen zu können. Aber sonstigen Strom, Wasser, Kanal, einen Flughafen etc. gibt es nach wie vor nicht und wird von den Bewohnern von Ni'ihau auch abgelehnt.

Michi ist, da sich das Wetter zum Guten gewendet hat, nicht mehr vom Borders überzeugt, sondern macht den Vorschlag, zumindest einen Teil des Kukui Trails zu gehen, um zu sehen, in welchem Zustand er ist. Also drehen wir um und fahren wiederum bis kurz vor den MM 9. Linkerhand gibt es ein paar Parkplätze, rechterhand (von Süden kommend) geht der Trail ab.

Zu Beginn ist der Trail noch leicht zu gehen, es sind Holzbohlen angebracht, die als Stufen dienen. Klar, steil ist es natürlich. Doch bald darauf gibt es keine Holzbohlen mehr und wir gehen, so recht und schlecht, auf teilweise rutschigem Untergrund (feines Lavageröll).

Kukui Trail

Doch die Aussicht, von hier weiter unten in den Canyon, ist schlichtweg atemberaubend Exclamation
In einiger Entfernung sehen wir einen Wasserfall, wobei es sich um den Hihinui Waterfall handeln wird. Ganz sicher ist das allerdings nicht, nur die Gewissheit von 90 % Winken

Und nun wird der Trail echt schwierig. Wir müssen Passagen überwinden, an denen der Hang abgerutscht ist und wir über das lose, in steilem Winkel abfallende Geröll weitergehen müssen. Oh Mann, da schwitze ich wirklich Blut. Ein einziger Fehltritt bzw. Ausrutscher und das Leben ist vorbei Exclamation Ich würde diesen Trail niemandem empfehlen, so schön die Aussicht auch ist.

Waimea Canyon

Das Leben ist wertvoller Exclamation Problematisch ist, dass es absolut nichts gibt, wo man sich anhalten kann, kein Stamm von einem Strauch oder Baum, keine Wurzel, die aus dem Boden heraus ragt, kein kleines Felsstück, an das man sich klammern könnte, weil das Gestein sehr brüchig ist. Zu dumm ist auch, dass - falls man abrutscht/abstürzt - nichts vorhanden ist (Bäume, Büsche etc.), was einen aufhält. Es ist Risiko hoch 10, das wir eingehen Exclamation
Von diesen Passagen gibt es weder Fotos noch Filmaufnahmen, die Apparate haben wir zuvor in unsere Rucksäcke gepackt.

Der einsetzende Nieselregen bringt uns zur Vernunft und wir dreheen um. Das gleiche Spielchen in umgekehrter Reihenfolge nochmal Exclamation Das ist echt der Hammer Exclamation Ich bin heilfroh (und Michi auch), als wir beim Picknicktisch, kurz vor dem Parkplatz, ankommen. Nun beginnt es richtig stark zu regnen und ich mache mir Gedanken, wie es wohl den Leuten geht, die offensichtlich im Canyon unten sind, denn ein Auto steht schon seit Stunden am Parkplatz. Ob die Touristen im Camp übernachten werden Question Wenn nicht, dann muss der Rückweg für sie nahezu unmöglich sein, denn die teilweise nackte rote Erde wird bei Regen zur Seifenlauge, glatt und glitschig.

Wir machen am überdachten Picknickplatz Rast und essen unsere mitgebrachten guten Dinge. In dieser Zeit regnet es wie aus Eimern, einfach sagenhaft Exclamation

Die letzten Meter bis zum Auto sind zwar rutschig, aber zu überwinden, es sind ja nicht mehr viele.

In Anbetracht des fortgeschrittenen Nachmittags machen wir uns auf den Rückweg. In Waimea erspäht Michi ein Internet-Cafè, genau das Richtige, um A. zu ihrem morgigen Geburtstag gratulieren zu können. Doch zuvor antworte ich M. sowie T. und A.
A. Geburtstagswünsche schickte ich um kurz vor 18 Uhr ab, 12 Stunden sind wir zeitversetzt gegenüber Deutschland, also beginnt sie bald mit ihrer Arbeit und wird wohl die Glückwunschmail zur richtigen Zeit erhalten. Ich hoffe es zumindest.

Dann fahren wir weiter in Richtung Lihue bzw. Wailea und Kapa'a. Am Coconut Marketplace machen wir Halt (19.45 Uhr), wir wollen noch etwas Warmes zum Essen. Unglücklicherweise fallen wir beim "Paradise Burger & More" hinein, was wir im Nachhinein sehr bereuen. Wir bestellen für Michi ein regular Coke, für mich, da ich nur zuckerlos essen und trinken darf, ein diet coke - doch es wurde falsch geliefert Exclamation Die Folgen für mich wären äußerst unangenehm gewesen, wären wir nicht darauf gekommen Exclamation
Die nächste Panne - wir bestellen Mahi Mahi mit Gemüse, plus Reis für Michi, ohne Reis, dafür mit mashed potatoas, für mich. Man soll glauben, da kann niemand etwas falsch machen. Weit gefehlt Exclamation Der Mahi Mahi war nahezu roh und Sushi wollen wir nun wirklich nicht essen Exclamation Daher reklamieren wir und eine Weile später bekommen wir den Mahi Mahi erneut serviert. Diesmal gut durch gegrillt, allerdings sind, in Anbetracht der Zeit, die verstrichen ist, sowohl der Reis, als auch die mashed potatoas und auch das Gemüse höchstens noch lauwarm Exclamation Relativ widerwillig essen wir, mit dem Ergebnis: dieses "Restaurant" hat uns zum letzten Mal gesehen Exclamation

Wir fahren zum Hotel und nun sind die üblichen Abendaktivitäten angesagt, also Fotos auf den Laptop überspielen, Akkus laden, usw., usw..

Michi schläft seit einer Stunde, es ist nun haarscharf Mitternacht und ich werde mich auch ins Bett verziehen.