Montag, 7. 6. 2004:

Morgenstund' hat Gold im Mund, daher werden wir um kurz vor 6 Uhr geweckt, etwas unsanft zwar, aber was will man von einem Wecker schon erwarten.

Um 6.30 Uhr sind wir wiederum im hoteleigenen Restaurant zum Frühstück, wieder Buffet, das allerdings heute mehr als mäßig zu bezeichnen ist. Die scrambled eggs schmecken nach gar nichts, sie sind mit einer Überdosis Mineralwasser gestreckt, damit es nach mehr aussieht. Reis (für Michi) gibt es überhaupt keinen, dafür zwei riesengroße Schalen mit geriebenen und angerösteten Kartoffeln, die schon an den Tagen zuvor so gut wie kein Tourist aß. Aber etwas ist dem Koch heute gelungen - den Speck richtig zu braten. Satt werden wir trotzdem, Michi mit Müsli zuvor und ich mit Obst danach.

Anschließend schnappen wir uns die Rucksäcke und los geht's. Heute steht die 3-er-Trail-Kombination am Programm, die wir schon von 2001 her kennen. Sie ist zwar sehr anstrengend und nimmt den ganzen Tag in Anspruch, aber der Trail führt durch eine Landschaft, die in ihrer Schönheit seinesgleichen sucht.

Etwas beunruhigt mich die Wolkenformation und der sehr starke Wind, der heute geht. Auch die Wellen sind dementsprechend hoch.

In rascher Fahrt geht es in den Koke'e State Park, genauer gesagt zum Koke'e Museum, wo ich - eh klar - Pläne ausfasse.

Anschließend gehen wir in die Koke'e Lodge hinüber, einerseits um uns bei einem Kaffee aufzuwärmen, andererseits, um uns Tuna Sandwiches vorbereiten zu lassen. Diese sind für die Wanderung bzw. das Picknick zwischendurch vorgesehen.

Und nun sind wir startklar für den ersten Teil des Trails, der sich Nualolo Trail nennt. Dazu müssen wir nur wenige Meter von der Koke'e Lodge an der Straße abwärts gehen und schon liegt rechterhand der Eingang zum Trail, ein entsprechendes Schild gibt uns die Bestätigung - denken wir zumindest.

Doch wo ist denn der Trail bzw. das Schild auf einmal hingekommen Question Es sieht alles ganz anders aus als 2001. Damals gingen wir durch Gras, das fast mannshoch war.

Yippp Exclamation Wir sehen Graslandschaft und steuern geradewegs darauf zu, es gibt sogar eine passende Spur, wo offenbar halbwegs regelmäßig jemand geht. Na also, es geht doch, wenn man nur will Smile

Koke'e Museum

auf der Suche nach dem Nualolo Trail

Doch wie weit kommen wir Question Soll ich das tatsächlich verraten Question

Hmmm, das Grasland stimmt noch, doch dass es dann ca. 1 m auf rutschigem Untergrund steil bergauf geht - an das können wir uns beim besten Willen nicht mehr erinnern. Alzheimer lässt grüßen Crying or Very sad

Ich gehe voran und versuche, den weiteren Weg ausfindig zu machen. Das ist nicht einfach, aber mit ein wenig Fantasie kommen ich Meter für Meter vorwärts. Allerdings bin ich sehr skeptisch, ob ich auch richtig sei, weil mir überhaupt nichts bekannt vorkommt.

Plötzlich, wie aus dem Nichts, endet der Pfad, den ich bis dahin verfolgt habe. Wohin nun Question Rechts, links, geradeaus, umdrehen Question

Letzteres siegt, vor allem deswegen, weil ich rechterhand ein kleines Haus stehen sehe und ich den Verdacht habe, dass ich mich bereits auf einem Privatgrundstück befinde.

So, was nun Question Wir gehen nochmals zum Parkplatz, dort, wo unser Auto steht. Nochmals das Hinweisschild für den Nualolo Trail kontrolliert, verdammt nochmal, er geht doch von hier weg, zumindest das wissen wir genau und das Schild bestätigt es Exclamation

Aus welchem Grund auch immer blicke ich, wie magnetisch angezogen, auf ein Eisenrohr, das in den Boden gerammt ist. Darauf steht "Nualolo". Na also Exclamation

Also zweigen wir endlich richtig ab, doch was ist das Question Der Trail sieht zumindest zu Beginn nun völlig anders aus als 2001. Was schließen wir daraus Question Es hat jemand das Grundstück gekauft, auf dem der frühere Trail verlief, hat sich ein Haus dorthin gebaut und den ursprünglichen Trailbeginn völlig verwuchern lassen, da er auf seinem Grundstück liegt/lag. Irgendjemand vom Koke'e State Park muss dann den Beginn des jetzigen Trails neu angelegt haben, eine andere Erklärung gibt es nicht.

Und nun beginnt das, was ich die ganze Zeit befürchtet habe: Durch den Regen gestern Nachmittag und während der vergangenen Nacht war der steil verlaufende Trail äußerst rutschig. Egal, ob ich auf Blätter gehe oder versuche, mich an den aus dem Boden herausragenden Lavasteinen festzuklammern, ich rutsche auf Teufel komm' raus.

Beim Weiterkommen helfen mir zeitweise die Bäume bzw. Sträucher, die entlang des Trails stehen, daran kann ich mich wie Tarzan festhalten. Aber Vergnügen ist das keineswegs, im Gegenteil, ich möchte am liebsten umdrehen - aber Michi nicht Crying or Very sad

Eine Abwechslung sind die zahlreichen blühenden Pflanzen, die entlang des Trails wachsen.

Wir gehen/rutschen dahin, genau so lange, bis ich endlich genug habe bzw. Michi einsieht, dass es keinen Zweck hat, den Trail heute zu erzwingen.

Also die 1,5 Meilen wieder zurück.

Wir schwitzen, als wären wir in der Sauna. Nun, es ist ja auch ähnlich, nur mit dem Unterschied, dass man in einer Sauna Eintritt bezahlen muss Laughing

Am Rückweg mache ich den Vorschlag, doch die Dinge zu erledigen, die wir machen müssen, auch wenn sich meine Freude darüber sehr in Grenzen hält. Z. B., die noch ausständigen CD's kaufen, um große Reisetaschen auf Rädern wollen wir uns umsehen, einen zweiten Adapter möchten wir. Ich rede gegen die Wand, denn Michi macht den Vorschlag, wenn wir den 3-er Trail vom Nualolo aus nicht gehen können, probieren wir es halt von der anderen Seite her, nämlich vom Awa'awa'puhi Trail her.

Oh Gott Exclamation Musste das wirklich sein Question Wieso soll der Awa'awa'puhi Trail in einem besseren Zustand sein Question Er liegt ja noch höher als der Nualolo Trail, daher gibt es mehr Regen - mir fehlt wirklich die Fantasie für Michi's Entscheidung.

Ich füge mich und es kommt, wie es kommen muss - der Trail ist genauso rutschig wie der Nualolo Trail.

Um nicht zu stürzen, muss ich mich zeitweise bei Michi festhalten. Wir gehen 1,7 Meilen entlang, dann machen wir Picknick, es ist ohnehin schon weiß Gott wie spät. Wir kehren um und Petrus meint es absolut nicht gut mit uns.

Awa'awa'puhi Trail

Zuerst nieselt es nur leicht, dann wird es immer stärker. Das alleine würde uns noch nicht stören, denn nass, vom Schwitzen, sind wir bereits. Aber der Trail wird immer rutschiger.

Bei ziemlich starkem Regen kommen wir beim Auto an. Welch ein Segen, dass ich während der ganzen Wanderung meinen Bikini trug und mich nun im Auto in die trockene Unterwäsche plus kurzer Hose und T-Shirt flüchten kann. Ist zwar nicht ganz einfach, weil es im Auto ziemlich eng ist, aber es geht.

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Für jene von euch, die sich für Fotos vom Nualolo Trail, dem Nualolo Cliff Trail sowie dem Awa'awa'puhi Trail interessieren, hier ein paar davon.

Sie stammen allerdings von 2001:

Nualolo Trail

Awa'awa'puhi Trail

Nualolo Cliff Trail

Nualolo Cliff Trail

 

Und pünktlich kamen wir zum Waimea Canyon Drive, um den Canyon im Sonnenuntergangslicht fotografieren zu können.

Wo liegt denn nun diese 3-er Trail-Kombination genau Question

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Und nun weiter beim Reisebericht 2004:

Die Rückfahrt führt uns naturgemäß durch Waimea, wo wir uns ein Eis genehmigen möchten. Es gibt jedoch nur shaved ice und das ist das, was uns gar nicht schmeckt.
Dafür trinken wir kurze Zeit später in Hanapepe einen Espresso. Der schmeckt wirklich gut, nur die Lokalität selbst ist mehr als gewöhnungsbedürftig. Der Chef, oder wer immer das ist, der uns bedient, ist so unfreundlich, dass man alleine deswegen den Laden kein zweites Mal betreten würde - hätte er nicht solch gute Dinge. Denn Michi isst auch etwas Süßes (keine Ahnung, wie das heißt) und ist sehr begeistert davon.

In Lihue angekommen, fahren wir als Erstes zum Ace, denn wir wollen uns erkundigen, ob sie die tropischen Kunstpflanzen nach Übersee schicken würden. Nein Exclamation Machen sie nicht Exclamation Crying or Very sad Enttäuscht ziehen wir ab.

Der nächste Programmpunkt ist, Reisetaschen auf Rollen zu kaufen. Beim Gedanken, dass wir morgen früh vier schwere Reisetaschen vom Hotel zum Auto, vom Auto zum Shuttlebus, vom Shuttle Bus zum Check-in-Schalter tragen müssen, dazu je einen Rucksack und ich noch meinen Laptop - wird mir ganz leicht übel Winken Vor allem deswegen, weil Michi mittlerweile ca. fünf oder sechs weitere Hawaii-Hemden und nochmal 2 oder 3 T-Shirt sowie eine Short für sich gekauft hat, des weiteren ungefähr 10 CD's mit hawaiischer Musik und 2 DVD's von Isreal Kamakawiwo'ole.

Übrigens kaufen wir die CD's und die DVD's am Coconut Marketplace bei einer älteren Lady, die "leicht" übergewichtig ist. Andersherum: Wenn sie sitzt, liegt ihr Bauch bis zu den Knien auf den Oberschenkeln. 180 kg Lebendgewicht werden es wohl sein. Aber diese Lady ist echt witzig, nicht nur, dass sie jede von uns gewünschte CD auf Vorrat hatte, nein, sie weiß auch von jedem Interpreten etwas Persönliches zu erzählen.

So, Hunger haben wir auch, deshalb kaufen wir uns beim McDonalds 10 Chicken MacNuggets mit Pommes und Cola light, allerdings für uns beide, nicht für jeden eine Portion.

Am Abend packe ich die neuen Rollenreisetaschen. Dazwischen wasche und trockne ich Wäsche. Anschließend packte ich die letzte Reisetasche und Michi trägt schon mal drei von vier zum Auto. Somit haben wir morgen kaum mehr Arbeit und kommen schon gar nicht ins Schwitzen.

Wie üblich, ist noch das Überspielen der Fotos auf den Laptop, das Laden der Akkus sowie das Schreiben des Tagebuches an der Reihe. Bis ich ins Bett komme, ist es 00.30 Uhr und eigentlich schon morgen Laughing