| Den Weg bis zur Saddle Road kennen wir eigentlich schon im Schlaf und wenn man erst mal auf der Saddle Road ist, kann man sich nicht mehr verfahren. Die Sonne scheint vom Himmel, die Observatorien am Mauna Kea sind immer wieder zu sehen - was will man mehr
Von Hilo kommend ist die Saddle Road bis ca. MM 27 (oder 28) gegenüber 2001 etwas verbreitert worden und auch frisch geteert, ab dann herrscht glücklicherweise der "alte" Zustand. Ich möchte den Gedanken gar nicht weiter denken, was wäre, würde die Saddle Road eines Tages durch und durch mit bestem Asphalt versehen sein |

der 4.205 m hohe Mauna Kea mit seinen Observatorien |
Beim Hunter Checkin-Häuschen machen wir eine kurze Rast und bald darauf biegen wir rechterhand (ostwärts) in Richtung Mauna Kea ab.
Wir machten etliche Male Halt, denn Michi fühlt sich jedes Mal nicht wohl, wenn ich zu rasch auf den Mauna Kea fahre. Zu dumm auch - ich spüre ja nie etwas von der Höhenluft, dem Höhenkoller etc. Ich muss auch nicht rascher atmen. Mir ist es egal, ob auf Meereshöhe oder auf gut 4000 m Höhe.
Doch heute ist es anders........
Schon als wir beim Visitor Center ankommen, denke ich mir - komisch, ich bin so schwindlig, was soll der Scherz Ich trinke einen Kaffee und fühle mich wohler.
Wir ziehen uns am Parkplatz vor dem Visitor Center unsere Jean an, dazu festes Schuhwerk, die Jacken können wir uns immer noch später aus dem Auto holen und dann geht es - den Allrad zugeschaltet (ab jetzt ist nur mehr Fahrt über Lava) - auf den Mauna Kea. |

Zu dumm: da hat man extra einen Allrad und dann diese Verbotsschilder
Plötzlich kommt uns der Grader entgegen, eine bisher nicht erlebte Situation. Aber er ist relativ schmal und außer, dass er uns in Staub einwickelt, passiert nichts.
Am Mauna Kea, in 4.205 m Höhe angekommen - da ist es mit mir fast aus und vorbei Ich bin todmüde, die Augen fallen mir bei jedem Blick zu, ich bin unfähig, aus dem Auto auszusteigen, mein Herz rast – Das sind die Zeichen der Höhenkrankheit Mir wäre ein Bett am liebsten, doch dort bei den Observatorien gibt es keines.
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der 4.169 m hohe Mauna Loa

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Beim Visitor Center machen wir wiederum Stopp und trinken Kaffee. Dann geht es mir etwas besser. Später, als ich weiter in Richtung Saddle Road fahre, lassen die äußerst unangenehmen Beschwerden noch mehr nach und bald darauf bin ich wieder die Alte.
So, was nun Michi möchte auf den Kipuka Pu'u Huluhulu, das ist jener Hügel, der genau beim Hunter Checking-Häuschen ist. Doch dort ist es einerseits sehr stürmisch und andererseits knapp am Regnen. Also ziemlich ungemütlich. Erstaunlicherweise scheint das Wetter in Richtung Norden besser zu sein, also fahren wir dorthin. |

wieder zurück auf der Saddle Road |
Bei der Mauna Kea Parking Area machen wir Picknick und anschließend geht es weiter bis nach Waimea. Meine Güte, in Waimea ist die Zeit immer noch so stehen geblieben, wie vor Jahren. Gut so Die Leute leben dort das Leben nach dem Motto "easy going".
Wir trinken einen mäßig guten Espresso sowie einen iced Mocca, der schon weitaus besser schmeckt. Beides habe ich nötig, denn in der Zwischenzeit gibt mir mein Körper zu verstehen, dass ihm irgendwas noch nicht ganz passt.
Mittlerweile ist es 5:30 pm und die Frage des Rückweges gekommen, denn Wäsche waschen ist für heute auch noch angesagt. Es muss unbedingt sein.
Michi möchte, dass wir an der Ostküste runterpendeln. Das ist für ihn der schnellste Weg. Aber das stimmt so nicht Meilenmäßig mag es richtig sein, aber man darf nicht vergessen, dass an der Ostküste viele Orte nacheinander kommen, die man durchfahren muss, also Meilenbeschränkungen ohne Ende. Teilweise ist die Strecke auch ganz schön kurvenreich, also vonwegen schnell - nein, das geht dort mal nicht.
Ich schlage daher vor, auf der Saddle Road zurück zu fahren. Um diese Uhrzeit wird sie hauptsächlich von Berufsfahrern benützt, die ohnehin dahin rasen, als seien sie alleine unterwegs. Und die paar anderen Fahrzeuge, deren Fahrer Touristen sein könnten, kann ich in null komma nix überholen, da ich die Saddle Road fast wie meine Handtasche kenne.
Das leuchtet Michi ein und in exakt 1,5 Stunden sind wir in Hilo. Allerdings fahre ich wirklich auf Teufel komm' raus, nehme an vielen Stellen die Mittellinie zwischen die Räder, fahre nur kurz vor Kuppen rasch auf meine Straßenseite, um sofort danach wieder auf der Mittellinie zu fahren. Dazu dann an die 60 MPH, da geht etwas weiter
Kaum im Hotel angekommen, schnappen wir unsere Schmutzwäsche und ab gehts in die Laundry. Wir haben Glück und können 2 Maschinen füllen. Wenige Minuten nach uns betritt ein offensichtlicher Amerikaner den Raum, füllt ebenfalls eine (die 3. und somit letzte) Waschmaschine und beginnt ein Gespräch. Es geht um Gott und die Welt, eigentlich wird so ziemlich jedes Thema durchgenommen.
Und wir stehen in der brütenden Hitze und stehen, stehen, stehen, quatschen, quatschen, quatschen Letztendlich stellt sich heraus, dass der Herr von Alaska ist, genau genommen von Anchorage. Von Beruf ist er Pilot, dürfte ca. 55 Jahre alt sein und lädt uns ein, wenn wir mal in Anchorage sein sollten, macht er mit uns eine Tour. Das wäre natürlich super, mal sehen, was die Zukunft bringt, seine Visitenkarte haben wir jedenfalls.
Um 8:30 ist unsere Wäsche fertig, ich lege alles sorgfältig zusammen und somit ist es 9:00 pm. Wir haben nicht zu Abend gegessen, aber auch nicht mehr die geringste Lust, nun wegzufahren. Also bleiben wir im Hotel und essen je eine Dose Ölsardine mit Brot. Auch das sättigt
Dann die üblichen Abendprozeduren und kurz vor Mitternacht falle ich neben dem schon längst schlafenden Michi ins Bett. |