Donnerstag, 17. 6. 2004:
Kurz vor 6:00 läutet der Wecker, wir gehen nach der Morgentoilette ins hoteleigene Restaurant zum Buffett-Breakfast. Der Herr, mit dem wir gestern lange in der Laundry getratscht haben, kommt auch kurz darauf und es gibt ein herzliches "hello".
Nach dem Frühstück schnappen wir unsere bereits gepackten Rucksäcke und ab geht es in Richtung Volcanoes National Park. Zuvor wollen wir allerdings bei der "Kazumura Lava Caves" vorbei sehen, die am Hwy. 11 zwischen MM 22 und 23 sein soll. Doch wir finden sie nicht, auch bei 2xigem Auf- und Abfahren zwischen den beiden genannten Meilenmarkern nicht. Es steht jedoch linkerhand ein Orchideenladen, dort gehen wir hinein und fragen nach. Zwei Damen sind vorhanden, die eine weiß von gar nichts, die zweite blickt sofort auf die Pinnwand, auf der eine Broschüre der Cave hängt. Sie schreibt uns die dortige Telefonnummer ab. Plötzlich fällt der Lady Nr. 1 ein, dass vor kurzem 2 Damen die Cave auf eigene Faust erkundigen wollten (wie denn, sie ist doch auf Privatgrund ), tags darauf tot aufgefunden wurden. Sie wollten offensichtlich den dort befindlichen Lavastrom besuchen, es kam ein Thunderstorm, von dem angeblich aber niemand etwas wusste (unklar Weshalb wusste man, dass es zu einem Thunderstorm kam, wenn niemand etwas wusste Seltsam ) und letztendlich ging man davon aus, dass die beiden Damen von einem Blitz getroffen wurden. Verstehe das, wer will, wir haben es jedenfalls nicht ganz verstanden, aber auch die beiden Damen vom Orchideenladen meinen, dass das Ganze sehr mysteriös sei.

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| Wir fahren zum Nationalpark weiter, zahlen die $ 10,00 Eintritt (gültig für 7 Tage) und fahren dann die erste Straße rechts direkt zum Visitor Center. Hier erhalten wir aktuelle Infos zum Lavafluss und beschließen, umgehend hinzufahren.Also retour zum Crater Rim Drive, dort links und gleich darauf rechts bis zur linkerhand weggehenden Abzweigung zur Chain of Craters Road.
Nun heißt es, 24 Meilen in Richtung Südosten zu fahren, also bis zum Ende der Straße. Am Meer sehen wir zahlreiche Wasserwolken aufsteigen, dort fließt also die Lava ins Meer. Aber diese Stelle ist weitaus näher, als die, die wir von 2001 und von den früheren Urlauben her kennen! Das bedeutet, der Lavafluss hat sich nach Westen verlagert.
Wir stellen unser Auto an einer freien Stelle ab, viele Autos sind bereits geparkt, ziehen unsere Wanderschuhe an, bewaffnen uns mit Wasser en masse, Sonnencreme, -hut für Michi sowie Camcorder, Digikamera und Bänder bzw. Akkus in Hülle und Fülle. Die Wanderung über die Lava ist für meinen Geschmack genau das Richtige, allerdings ist es heute viel heißer als sonst. Verantwortlich dafür ist natürlich die Lava, die wir auch unmittelbar zu Gesicht bekommen Wir sind maximal 2 m entfernt davon Sie leuchtet orange-rot in Form eines Streifens in einer Lavaröhre. |

aha, 1/2 Meile bis zum aktuellen Lavafluss und mindestens 2 Quarts Wasser

pahoehoe-Lava und in Bildmitte leuchtend-rote Lava |

Stricklava |

die seltsamsten Formen werden gebildet |

nochmals Stricklava |

pahoehoe-Lava, auf der sich sehr gut laufen lässt |
| Von diesen Stellen gibt es mehrere und man hört es noch knistern Oh Mann, das ist vielleicht ein Gefühl Und trotzdem - es ist gefährlich, wo wir uns aufhalten
Nach einigen Minuten gehen wir weiter und die Hitze nimmt noch mehr zu. Die höchste Temperatur, die ich auf meiner Uhr ablese, ist 39,8° C. |

no parking |
Die Luft ist zum Schneiden.
Die Hitze von der Sonne wäre noch leicht zu ertragen, aber die Hitze, die vom Boden her kommt, ist nicht mehr so lustig. Das Gebiet, das wir unter diesen Umständen durchgehen, ist etwa 200 m lang. Verkehrszeichen inmitten der Lava, auf denen "NO PARKING" oder "15 MPH" steht , sind ja fast zum Lachen, aber das sind jene Verkehrszeichen, bei denen wir 2001 vorbei gefahren sind Wir gehen also über die damalige Straße Das ist kein schönes Gefühl und stimmt mich doch ein wenig nachdenklich. Lava macht eben vor nichts Halt. |

2001 konnten wir hier noch problemlos mit dem Auto fahren |

bitte langsamer 15 mph |
Nach dem Schild "End of Trail" gehen wir weiter, und zwar am zum Pazifik abgesteckten Gebiet (ist mit einem Seil abgesteckt). Mehrfach aufgestellte Schilder warnen davor, hinter diese Seile zu gehen, da vor kurzem eine Person starb, weil ein Stück Land ins Meer abstürzte und dabei auch mehrere Personen schwer verletzt wurden.
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Warnung, weiter in Richtung Meer zu gehen
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vorwiegend Stricklava, rechts unten etwas pahoehoe-Lava |
Das für uns persönliche Ende ist jene Stelle, an der wir meinen, man könne die Lava am besten ins Meer fließen sehen. Dort lassen wir uns häuslich auf der sehr heißen, aber bereits natürlich gehärteten Lava nieder und verbringen etliche Zeit mit Filmen und Fotografieren sowie Bestaunen. |

an diesen Stellen fließt die Lava ins Meer
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und weil es so schön ist, gleich nochmal
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Ein Glück, dass wir wirklich viel zum Trinken mit haben, denn das fließt nur so in unsere Körper hinein
Was uns nicht nur erstaunt, sondern schockiert, ist die Tatsache, dass uns etliche Leute auf unserem Rückweg entgegen kommen, die nur flip-flops anhaben Also diese äußerst primitiven Badeschuhe Auch ein Vater mit seinem Sohn kommt so daher Leichtsinn lass' nach und komm' nie wieder Leute gibt's, man kann sich nur wundern und den Kopf schütteln.
Es kommen uns auch Leute entgegen, die außer einem Fotoapparat nichts dabei haben, nicht mal einen einzigen Schluck Wasser…
Um kurz nach 2:00 pm sind wir beim Auto und kühlen uns erst mal mit der Aircondition herunter Laut Michi's Aussagen bin ich knallrot im Kopf, aber sicherheitshalber kontrolliere ich das nicht im Spiegel. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß
Wir beschließen, ins Volcano House zu fahren, in der Hoffnung, dort einen Espresso zu bekommen. Anschließend möchten wir den Sandalwood Trail, in Verbindung mit dem Sulphur Banks Trail gehen. Doch daraus wird nichts, denn als wir beim Visitor Center ankommen, nieselt es und es ist bitter kalt
Michi versucht, unter der Telefonnummer von der Kazumura Cave jemanden zu erreichen, das funktioniert jedoch nicht. Das nächste Telefonat ist jenes mit den "Tropical Helicopters". Sie haben für morgen 4:30 die Tour "feel the heat" frei, allerdings brauchen sie dafür 4 Personen und bis jetzt haben sie nur uns zwei. Morgen früh müssen wir nochmals telefonieren und uns erkundigen, wie es weiter geht. Aber egal wie, wir müssen auf alle Fälle um 3:45 am Airport von Hilo sein, in der Main Hall, da ja im letzten Augenblick noch Interessierte kommen könnten.
Also auf zum Volcano House, das gegenüber des Visitor Centers steht. Uihh, das Restaurant kommt immer mehr herunter, der Boden ist mit Speisenresten übersäht, das ist nun wirklich nicht gerade ein schöner Anblick. Espresso haben sie keinen, nur einen Kaffee, den man sich selbst aus Instantkaffee zubereiten kann.
Etwas enttäuscht fahren wir nach Volcano Village und gehen dort ins "Lava Rock Cafe". Dort gibt es mittlerweile nur mehr eine einzige Internetstation, die ich sofort nütze, um M. zu schreiben. Aber bis mir das gelingt, dauert es eine Ewigkeit, da der PC einige Male abstürzt.
Michi beschließt in der Zwischenzeit, wir können doch gleich auch hier Abendessen, was wir auch tun. Vorweg gibt es eine Art Gulaschsuppe, in einer ganz kleinen Schale serviert, ich bestelle Hähnchen mit Chips und Michi so etwas Ähnliches wie Pasta asciutta, nur nennt es sich anders.
Dann fahren wir nach Hilo zurück, kaufen ein paar wenige Dinge im "Sack 'n Save".
Im Hotel angekommen, trinken wir an der Bar je einen Blue Hawaii, dann vertrollen wir uns ins Zimmer. Nach einer wohltuenden Dusche mache ich mich an die abendlichen Arbeiten und nun, nach Beendigung des heutigen Tageberichtes werde ich noch einen kürzeren Trail für morgen Vormittag heraus suchen. |
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