Mittwoch, 7. 12. 2005 – Der Vortag der Abreise:
Wie üblich, stehen wir um 5:30 Uhr auf. Uihh, war die Nacht kurz Ich ging nämlich erst um 1:30 Uhr ins Bett 
Michi und ich frühstücken gemeinsam, er fährt dann zu Herrn M., um ihm von unseren Auswanderungsplänen bzw. von den bereits eingeleiteten Maßnahmen zu erzählen. Wie auch sonst alle – Herr M. kann das aufs Erste gar nicht glauben Macht nichts, Michi ist das schon gewöhnt.
Ich hole also endlich unsere 4 Koffer aus dem Keller, die Rucksäcke ebenfalls und beginne mit der Packerei. Die Packliste ist schon ausgedruckt und so muss ich jetzt „nur noch“ Punkt für Punkt zusammen tragen und in die Koffer schlichten.
Am späten Vormittag ruft Michi unerwartet an und ist am Nachhauseweg, fährt aber nach einer halben Stunde wieder in die Firma – und ich packe weiter.
Plötzlich höre ich einen Maileingang, was ja nichts Seltenes ist Da ich sowieso gerade eine Pause gebrauchen kann, flitze ich ins Arbeitszimmer und gucke nach. Ah! Nachricht aus dem Forum! Das muss ich doch gleich lesen.
Oh Schreck Was lese ich von M. Ich solle doch bitte trotz der Packerei eine einzige Frage von ihm beantworten, das sei wirklich wichtig Na klar 
So – wo ist die Frage…. Hier Ich erstarre fast, als ich das lese, denn es stand schon gestern gegen 23 Uhr im Forum und ich habe den Thread überhaupt nicht gesehen Mit gerötetem Gesicht antworte ich umgehend. Ist mir das peinlich Aber gestern gab es am späteren Abend so viel zu beantworten, zu diskutieren, zu überlegen – es muss mir in der Hitze des Gefechts vollkommen entgangen sein.
Welchen Titel gab ich meinem gestrigen Thread, den ich in „Chat und Grüße“ stellte 
„Reif für die Insel(n)“ – Tja, das passt aber wirklich haarscharf Nicht nur ich, auch Michi ist froh, wenn wir endlich losfliegen können, denn die letzten Wochen waren enorm stressig. Wir hatten praktisch für überhaupt nichts Zeit. Im Vordergrund standen Dinge wie Haus ausräumen, Sachen verschenken, Dinge entsorgen, Geschirr verpacken und verschenken. Dazu kam in den letzten 2 Wochen, dass von Montag bis Samstag ein bis zwei Makler bei uns waren, dazu dann noch ein Sachverständiger. Alles enorm zeitaufwendig 
Gut, die Frage(n) von M. habe ich beantworte und packe weiter. Es ist doch zu witzig Jeder Koffer wird nur halbvoll, obwohl in einem sogar mein großes Manfrotto drinnen ist Naja, jetzt mit halbleeren Koffern weg fliegen, ist ja nicht übel. Ich möchte noch gar nicht wissen, wie viel Kilo die Koffer beim Rückflug wohl haben werden 
Kurz ein Blick nach draußen – igitt Das ist wirklich ein Wetter zum Abgewöhnen! Kälte, Schnee, Nebel, einfach nur brrrr  
Es ist 15 Uhr – der Zeitpunkt, an dem Michi erinnert werden möchte, dass heute sein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub ist. Also rufe ich ihn an.
Tatsächlich! Gegen 16 Uhr kommt er heim Das hätte ich nicht gedacht.
Klugerweise hatte ich in unserer Garage vorher schon die Doppeltür, die in die kleine Garage führt, geöffnet und mein Auto durchgefahren. Somit kann sich Michi mit seinem Auto unmittelbar hinter meines stellen und dann stehen beide Autos in der Garage.
Michi hängt die beiden Autos an die Ladegeräte, Tor zu, wieder ein Punkt zu streichen 
Ein Anruf bei den Nachbarn ergibt, dass M. noch nicht zu Hause ist, nur H., also warten wir ab.
Eigentlich wäre ein Kaffee nicht übel. Stop Das Telefon klingelt, A. ist dran
Im Anschluss an unser Telefonat bereite ich unser Abendessen zu, Michi erzählt von den Erlebnissen des Tages.
Kontrollanruf bei den Nachbarn: M. ist nun auch zu Hause, also gehen wir hinüber, um ihnen den Hausschlüssel zu bringen.
Wir stehen erst kurz bei ihnen im Vorzimmer, sagt Michi plötzlich „ich muss mich setzen“. Ganz blass sieht er aus Was soll der Scherz Ich spüre, wie mein Blutdruck und Puls steigen 
Kurz darauf eine erneute Meldung von Michi: „Wenn ich mich jetzt nicht gleich wo hinlegen kann, kann ich für nichts garantieren“.
Oh Gott, was ist los 
Ich stütze Michi und er schafft es gerade noch bis zur Couch. Sein Puls rast, Schweiß steht ihm im Gesicht, die Hände eiskalt Na super Jetzt haben wir den Salat 
Nach gut einer halben Stunde ist Michi soweit zu Kräften gekommen, dass wir die wenigen Meter bis zu unserem Haus gehen können. Im Wohnzimmer übersiedelt er gleich wieder auf die Couch, ich hole eine Decke, denn er friert erbärmlich. Die Kontrolle des Blutdrucks ergibt Normalwerte. Wenigstens etwas...
Kontrolle der Körpertemperatur: 38,5° C 
Ich frage Michi ein wenig aus und erfahre, dass er starke Kopf- und Gliederschmerzen hat. Ok, die Diagnose ist geklärt….. Was nun Er darf zwar „in seltenen Fällen“ mal ein Aspirin C nehmen, aber jetzt bräuchte er eigentlich eine 3-fach-Dosis, das geht nicht, das ist zu risikoreich.
Also koche ich 1 l Früchtetee, den er auch folgsam konsumiert, dazwischen aber immer wieder einschläft, was ihm nur gut tun kann.
Nach einiger Zeit Kontrolle der Körpertemperatur: knapp 39° C Das ist genau das, was wir uns gewünscht haben 
Es ist jetzt nach 20 Uhr, es hilft nichts, die Bügelwäsche muss weg und ich mache mich an die Arbeit. Meine Gedanken rotieren Was tun Wäre es nicht am Vernünftigsten, ein Upgrade auf die BC zu versuchen, dann könnte er fast waagrecht schlafen 
In einer kurzen wachen Pause unterbreite ich Michi den Vorschlag. Er meint, quatsch, das wird morgen schon irgendwie gehen. „Irgendwie“ – ja, aber wie Wie soll er denn die langen Wartezeiten beim Einchecken hinter sich bringen Wie am Frankfurter Flughafen die elendslangen Wege, um zum nächsten Abflugsgate zu kommen Was ist, wenn sich zwischendurch immer wieder sein Kreislauf vertschüsst 
Soeben habe ich beschlossen, Badewasser einzulassen, um dann ein Erkältungsbad hinein zu geben. Da ich ihn logischerweise nicht unbeaufsichtigt in der Wanne liegen lassen will, wasche ich mir in dieser Zeit ganz „zufällig“ und ganz „unauffällig“ die Haare.
Michi verlautet, das Bad tue ihm sehr gut, er fühle sich um einiges besser.
Ja-ja, in der Wanne, aber komm' erst mal raus…..
Kontrolle der Körpertemperatur, nachdem er warm angezogen im Bett liegt: 37,5° C. Hmmm, wie soll ich das nun einordnen Mir fällt nichts ein und ich gehe wieder ins Erdgeschoß – den ganzen Papierkram habe ich noch vor mir! Michi meint zwar, er hilft mir dabei, doch nix da! Jetzt wird geschlafen Sieh' mal zu, das du bis morgen flugtauglich wirst…
Meine Güte! Schon 23 Uhr und um 4 Uhr müssen wir am Airport sein Doch der Geschirrspüler will noch ausgeräumt werden, den Biomüll noch rasch in die Tonne geworfen – die Zeit rast nur so dahin! Ja, so ein Urlaub will verdient sein 
Es ist fast Mitternacht, macht es überhaupt noch Sinn, dass ich schlafen gehe Nun, etwas mehr als 2,5 Stunden Schlaf würde ich zusammen bekommen, also ab ins Bad und ins Bett. Der Wecker steht auf 2.45 Uhr.
Werden wir fliegen können Und wenn ja – wie übersteht Michi diese doch sehr lange Flugzeit Warum habe ich Michi wegen eines Upgrades gefragt und nicht selbst entschieden Wahrscheinlich ist ohnehin kein Upgrade mehr möglich, eh klar, so wenige Stunden vor dem Flug – aber versuchen hätte ich es doch können.
Tausend Gedanken schwirren durch meinen Kopf und irgendwann schlafe ich anscheinend vor Übermüdung ein. |