Samstag, 24. 12. 2005:
Pünktlich wie immer – und für heute viel zu spät – bimmelt um 7.15 Uhr das Handy.
Rasch hüpfe ich aus dem Bett, denn heute steht die große Haleakala Tour – mein großer Traum seit 9 Jahren  – am Programm. Wir wollen den Sliding Sands Trail gehen und dann Richtung Osten zum Halemau'u Trail abzweigen, um ihm am gleichnamigen Trailhead zu beenden. Dafür sind 11,2 Meilen veranschlagt.
Um 7.45 Uhr blicke ich vorsichtshalber aus dem Fenster – man weiß ja nie - wolkenfreier Himmel  Ich kann vom Hotelzimmer den ganzen Haleakala sehen Super Let's go on 
Ohne gefrühstückt zu haben, fahren wir um 8.10 Uhr mit unseren zwei Autos Richtung Haleakala.
In Pukalani machen wir, wie geplant, Pause. Der Jeep braucht Benzin und Michi und ich ein Frühstück. Wie gewohnt, funktioniert der Tankhebel mit der MasterCard nicht. Es wird, wie üblich, ein 5-stelliger Code verlangt. Dieser soll die Postleitzahl des Wohnortes sein. Ist es aber nicht, bezieht sich nur auf die USA, nicht aber weltweit.
Michi ist sauer und will weiter fahren, doch ich gebe mich noch lange nicht geschlagen. Ich gehe ins Tankstellengebäude, wo heute andere Leute Dienst machen.
Den einen jungen Mann bitte ich, den Tankhebel von Nummer 4 freizugeben, weil der Code der Kreditkarte dort nicht funktioniert. Antwort „that's not possible, you must enter your code“.
Ich erkläre nochmals, das funzt nicht und sage, dass sein Kollege gestern VOR dem Tanken den Tankhebel freigegeben hätte, wir anschließend rein gingen und zahlten.
Der heutige Typ meinte „yesterday was yesterday, today is today“. Oh, really  
Weiters erklärt er mir, ich müsse zumindest einen Betrag eingeben, um den ich tanken will. Ich sage, ich will solange Benzin in den Tank laufen lassen, bis der Tank voll ist und da ich nicht weiß, wie viele Gallonen Platz haben, kann ich auch nicht ausrechnen, was ich zahlen werde.
Reaktion vom Typen „so you don't have any chance to get gas“.
Jetzt reicht's aber Ich frage ihn, ob er in die Zukunft sehen kann. Antwort: Nein, könne er nicht, aber ehe ich nicht einen Betrag eingebe, gibt er den Tankhebel nicht frei. Der Typ geht mir langsam, aber sicher, auf den Wecker 
Wozu länger ärgern, einen Steinwurf entfernt ist die nächste Tankstelle, der Typ kann mich jetzt mal vergessen.
Ehe ich das Gebäude verlasse, werfe ich ihm noch den Satz „you're very nice on Christmas Day“ zum Kauen vor und genau das hilft  Bei den Wörtern „Christmas Day“ wird auf Hawaii sogar ein Stein weich Und der Typ auch Ich treffe ihn mit meinem letzten Satz anscheinend mitten ins Herz, denn von einer Zehntelsekunde auf die andere sagt er „oh, let's see, now it's working, you can get your gas“.
|
| Und warum nicht gleich Tja, weil die Hawaiianer manchmal ihre eigenen Gesetze haben….
Der Jeep bekommt sein Benzin, wir anschließend unser (sehr gutes) Frühstück und wir fahren weiter.
Den Jeep lassen wir am Halemau'u Trailhead stehen, Michis Auto am Summit.
Um 10.45 Uhr beginnen wir mit dem Sliding Sands Trail.
Um 10.45 Uhr beginnen wir mit dem Sliding Sands Trail. Am ersten Abschnitt sind noch einige Wanderer unterwegs, hauptsächlich jene, die bis zum bunten Krater „Ka Lu'u O ka O'o“ wandern und dann wieder zum Summit hoch gehen.
Auch Reiter sind im Rahmen einer geführten Tour unterwegs.
Obwohl es noch relativ früh am Vormittag ist, ist es für diese Höhenlage schon ungewöhnlich heiß und wir wandern lediglich in T-Shirt bzw. Hemd und Shorts. |

|
| An den diversen Kratern dieser außerge-wöhnlichen Mondlandschaft können wir uns wohl nie satt sehen. |
| 
|
|
|
Entsprechend viele Pausen für Fotos und Filme entstehen, auch der Durst will gestillt werden. Gut, dass wir genügend Flüssigkeit mit dabei haben 
Wir sehen wiederum viele silver swords, die aber leider schon alle wieder abgeblüht sind.
Noch nie war es uns möglich, zur Blütezeit der silver swords auf Hawaii zu sein, aber man kann ja nicht alles haben.
|
 |
| 
|
 |
| Das etwas Unangenehme am Sliding Sands Trail ist der viele Sand, den man pausenlos in den Schuhen hat. Zu Beginn leeren wir die Schuhe immer wieder mal zwischendurch aus, später geben wir es auf, da wir bemerken, wenn genug Sand in den Schuhen ist, hat kein weiterer Sand mehr Platz 
Ab und zu begegnet uns „Nene“, die hawaiische Staatsgans. In weiterer Folge teilen wir den Trail nur mehr mit einer Gruppe von 6 Jugendlichen inklusive Guide. Ein Mal überholen wir die Gruppe, dann wiederum sie uns.
Nach etlichen Stunden kommen wir zu einer entscheidenden Kreuzung: Wir müssen nach Osten abbiegen und das Schild besagt, dass es bis „Holua“ (Cabin) bzw. zum Beginn des Halemau'u Trails noch 3,5 Meilen sein werden 
Noch 3,5 Meilen bis zum BEGINN des Halemau'u Trails Und dann noch diesen Trail Oh Mann, das wird zeitmäßig knapp. D. h., eigentlich ist es zeitmäßig unmöglich, diese Meilen bei Tageslicht hinter uns zu bringen. Wie weit werden uns eigentlich unsere zwei Taschenlampen führen  |



|
Wir haben nur Zeit, um zu filmen, zu fotografieren und zu trinken. Für ein richtiges Lunch nehmen wir uns lieber nicht die Zeit. Egal, wir haben ohnehin keinen Hunger, wir sind viel zu viel mit der traumhaft schönen Landschaft beschäftigt.
Nach langer, sehr langer Wanderung gelangen wir zur nächsten Wegkreuzung.
Linkerhand geht es zur Holua Cabin (2,2 mi) und Park Road (6,1 mi), rechterhand nach Kawilinau (0,4 mi).
Wir müssen natürlich linkerhand in Richtung Park Road gehen. Na servus Da wartet noch eine ganz schön lange Wegstrecke auf uns, dabei ist es schon 14.30 Uhr! 
Nach einiger Zeit des flotten dahin Wanderns kommen wir zum Silversword Loop, wobei wir uns den Loop sparen, sondern nur den linkerhand befindlichen Trail gehen, der uns automatisch zum Halemau'u Trail führt. Auch hier sind keine Silver Swords am Blühen, aber die Nachkömmlinge sehen trotzdem sehr schön aus.
Dann haben wir sie endlich – die Holua Cabin. Ich schieße rasch ein Foto und dann geht's weiter.
Huch Wo ist denn der Trail Wo ein Hinweis dafür Wir sehen beide kein entsprechendes Schild. Zwar haben wir Ahnung, wo wir gehen müssen, aber gegen ein wenig mehr Sicherheit hätten wir absolut nichts.
Ich drehe mich um – was sehe ich Ein Schild, das besagt, dass es bis zur Park Road 3,9 mi sind. Nur: Weshalb steht das Schild verkehrt 
3,9 Meilen   |
Nun ist es 15.30 Uhr, um 18.15 Uhr wird es stockfinster sein. Unser Weg ist nur mehr ein ganz schmaler Pfad durch Grasland, gerade noch zu sehen und es dauert nicht lange, dann stehen wir vor einem geöffneten Gate mit dem Schild „please close gate“. Es scheinen auch Analphabeten unterwegs zu sein, denn das Gate steht offen. Hinter dem Gate beginnt der Aufstieg zur Park Road und somit zum Auto. Wir wissen es ganz genau: Schweißtreibende Meilen liegen vor uns, aber glücklicherweise haben wir immer noch genug Getränkevorrat.
Da fällt mir ein – wir haben heute, Frühstück ausgenommen – noch gar nichts gegessen Ich mache einen kurzen Halt und krame zwei Äpfel aus unseren Rucksäcken, die verspeisen wir nun beim Weitergehen. Ach, tut das gut Endlich mal etwas Anderes in den Magen zu bekommen als nur Wasser, Wasser, Wasser. |
| Zeitmangel hin, Zeitmangel her – die Sicht von immer weiter oben in den Krater ist auch an dieser Stelle zu schön, um nicht auf Film und Foto gebannt zu werden.
Entsprechend oft bleiben wir stehen.
Wir sind hauptsächlich deswegen nicht mehr in Eile, weil wir wissen, dass hinter uns noch ein paar Jugendliche unterwegs sind, die offenbar auch zum Parkplatz müssen.
Um sage und schreibe 17.45 Uhr, also bereits in leichter Dämmerung, erreichen wir den Parkplatz am Halemau'u Trailhead und werden wiederum von Nene Nr. 701 begrüßt. Sie will wieder betteln, bekommt aber nichts.
Es ist eiskalt in dieser Höhe, nämlich nur 10° C Ich friere am ganzen Körper, obwohl ich mittlerweile eine lange Hose und die Wanderjacke übergezogen habe.
Wir verfrachten unsere Rucksäcke in den Jeep und fahren in Richtung Summit. Die letzten Sonnenstrahlen erhaschen wir noch und können ein paar gute Fotos machen. Zahlreiche Sunset-Fahrer kommen uns entgegen und werden sich denken „die sind wohl ein wenig spät dran“ – dabei wollen wir nur unseren zweiten Mietwagen vom Summit abholen 
Im allerletzten Abendrot sehen wir die West Maui Mountains und Molokai.
Endlich sind wir am Summit. Michi steigt in den Chevi ein, wir fahren den Vulkan hinunter und dann in Richtung Car Return am Kahului Airport, wo wir den Chevi retournieren werden.
|



|
Oh Mann Bin ich müde Wir machen eine kurze Paue, ich trinke ein paar Schluck Cola und dann setzen wir die Fahrt fort. Michi stellt bei Alamo angekommen den Motor seines Autos um 19.55 Uhr ab. Um 20 Uhr wäre Ultimo  
Der junge Mann will uns die Rechnung ausdrucken, doch sein Drucker funktioniert just in diesem Moment nicht. Wir gehen ins Alamo-Gebäude und bekommen dort die Rechnung, die wir leider nicht kontrollieren, da wir der Meinung sind, sie muss ohnehin richtig sein – Auto vor 20 Uhr abgestellt, also was soll's.
Nun noch die Fahrt nach Kihei zum Hotel, irgendwie bringe ich das auch noch hin und dann gibt es nichts Wichtigeres als die Dusche. Zuvor dachte ich noch, ich sei heute so braun geworden, nach der Dusche wurde ich eines Besseren belehrt 
Dann studiere ich endlich die Alamo-Rechnung. Was Wie bitte $ 114 Wofür denn 
Also genauer durchgelesen:
Verrechnet wurden
1 Tag
+ kleine Versicherung (soweit ok)
+ zusätzlich (nicht mehr ok) 2 x 1 Stunde á $ 15,-- mit der entsprechenden Versicherung.
Macht summa summarum $ 114 aus 
Ok, nicht so mit uns. Am 29. 12. werden wir das klären, ehe wir nach Big Island weiter fliegen.
Ich widme mich, wie allabendlich, dem technischen Krimskrams und gehe um 1 Uhr – allerdings schon des nächsten Tages ins Bett. |
|