Dienstag, 3. 1. 2006:

Das kommt davon Exclamation Michi hat mitbekommen, dass ich sehr spät (oder früh…) ins Bett gegangen bin und hat den Wecker umgestellt. Somit werden wir erst um 7.15 Uhr geweckt, dabei wollte ich um 6.30 Uhr aufstehen…

Wir frühstücken im hoteleigenen Restaurant. Das Personal gewöhnt sich langsam an uns, weiß, dass wir gerne Kaffee trinken und ist auch sonst sehr umsichtig. Wir können nicht klagen.

Eigentlich wollen wir heute ins Waipio Valley fahren, aber dazu sind wir zu spät dran. Daher ist Planänderung angesagt.

Michi ruft bei Tropical Helicopters (Tel. 961 – 6810) an, um einen Flug mit einem Heli ohne Türen reservieren zu lassen. Es ist exakt 9.10 Uhr. Die Dame am anderen Ende der Leitung vermittelt Michi, wir können sofort kommen, der nächste Heli ohne Türen startet um 10.30 Uhr. Ahaaaaa ExclamationExclamationExclamation Das heißt, zwei Leute haben sich den Flug ohne Türen reservieren lassen, aber geflogen wird ja nur, wenn alle vier Sitzplätze reserviert sind. Bedeutet im Klartext, zwei Unbekannte warten auf zwei Unbekannte (uns, in diesem Falle Wink ), dass wir uns melden und ihr (und unser) Flug nicht ins Wasser fällt. Umgekehrt ging es uns im Juni 2004, da warteten wir auf zwei weitere Passagiere, die sich in letzter Minute meldeten Laughing

Glücklicherweise sind all unsere Sachen für den heutigen Tag schon gepackt, wir schnappen nur noch unsere Rucksäcke und sind raus bei der Tür, rein ins Auto, ab zum Hilo Airport, hin zu Tropical Helicopters, einchecken Very Happy Die zwei wartenden Unbekannten sind zwei junge Männer aus Perth in Australien Laughing Logischerweise unterhalten wir uns mit ihnen Wink
Anschließend sehen wir uns gemeinsam einen Film über die Sicherheitsvorkehrungen während eines Heli-Fluges an und dann dürfen wir zum Gate gehen. Unsere Rucksäcke dürfen wir bei der Lady am Checkin einsperren, sie hat eine extra Box dafür.

Michi und ich sind, wie vorgeschrieben bzw. empfohlen, warm mit Jean, dicker Jacke und festem Schuhwerk angezogen, die beiden Männer sind in kurzer Hose, T-Shirt und Sandalen. Na Mahlzeit, ihre beiden Exclamation Ihr holt euch den Tod Exclamation
Doch unser Guide macht die zwei Australier darauf aufmerksam, dass ihr Outfit nicht entsprechend ist, ob sie nicht wenigstens wärmende Jacken im Auto hätten. Ja, haben sie und einer der beiden eilt zum Auto und kommt mit zwei hauchdünnen Jäckchen wieder.

Jetzt fällt mir gerade ein: Heute ist der 23. Jahrestag des neuerlichen, mittlerweile seit fast einem halben Jahrhundert andauernden Ausbruchs des Kilauea ExclamationExclamationExclamation Genau heute vor 23 Jahren, nämlich am 3. Januar 1983, begann die bis heute andauernde Eruption ExclamationExclamation

Nun stehen wir zu viert vor dem Gate und warten darauf, dass unser Heli, der im Moment noch in der Luft ist, landet. Joyce, unsere Pilotin vom Juni 2004, wird heute wiederum unsere Pilotin sein Exclamation Super ExclamationExclamation Sie fliegt die Tour einfach klasse und nimmt Rücksicht auf die einzelnen Passagiere, wer was wie oft sehen, filmen und fotografieren will. Entsprechend dreht sie die Runden.

Einer der beiden Männer fragt nun bereits zum x-ten Mal nach, ob der Heli-Flug auch wirklich nicht gefährlich sei. Anscheinend hat er eine gewisse Flugangst.

Nun kommt unser Heli, die Passagiere steigen aus, beim Heli werden die Türen ausgehängt und dann dürfen wir nach Aufforderung einzeln an Bord. Wie schon befürchtet, bin ich die leichteste Person von uns fünf (4 Passagiere und 1 übergewichtige Pilotin), daher ist es mein Schicksal, vorne in der Mitte, zwischen Pilotin zur Linken und Michi zur Rechten zu sitzen. Die beiden jungen Männer hocken hinten.

Und dann geht's los Exclamation Zuerst, wie schon bekannt, über Kaffee- und Macadamia Nut-Plantagen, dann in Richtung Ozean, zu jener Stelle, wo die Lava ins Meer fließt.

Vielmehr erschreckend ist, dass ich jetzt schon den nächsten Spalt erkennen kann, der verantwortlich dafür sein wird, wenn das nächste Stück Land ins Meer fällt.

Über eine offene Lava Tube geht es schließlich zum Pu'u O'o, doch ehe wird dort sind, sehen wir ziemlich viel Lava den Hang hinunter fließen. Diese Menge haben wir in all diesen Jahren noch nie erlebt Exclamation


Wir nähern uns dem Pu'u O'o und sehen zahlreiche Schwaden aufsteigen, viel mehr als im Juni 2004.

Insgesamt gesehen hat der Pu'u O'o seit 2004 sein Aussehen nicht sehr verändert.

Eines ist aber verändert, nämlich die Anzahl der Cones, aus denen Lava fließt. 2004 waren es nicht annähernd so viele Cones wie heute.

Bedeutet, der Pu'u O'o ist mehr aktiv Exclamation

Nur weiter so Wink


Joyce fliegt etliche Male über dem Pu'u O'o, von allen Seiten, sodass jeder die bestmögliche Sicht hat. Sie gibt sich wirklich Mühe und das gelingt ihr ausgezeichnet.


Und dann sehen Michi und ich jene Stelle, wo wir tags zuvor am Pu'u O'o Vent Trail vom Regenwald heraus kamen und direkt den Pu'u O'o vor uns sahen Exclamation Als ich der Pilotin (und somit automatisch den anderen) vermittle, dass wir hier tags zuvor gelaufen sind, fallen alle aus dem Häuschen. Sie halten es nicht für möglich, dass man per Trail dem Puu O'o so nahe kommt.

Nach insgesamt einer Stunde Flug landen wir wieder.

So, was nun Question

Da uns der gestrige Speicherchip im Stich ließ (oder war es unser „altes“ Fototransferkästchen?), sind wir heute auf der Suche nach einem neuen Speicherchip und irren von einem Shopping Center zum anderen. Es ist zum aus der Haut fahren Exclamation Wir wollen schlicht und einfach einen 512 MB Speicherchip und genau der ist nicht zu bekommen Exclamation Etliche Läden peilen wir an – nichts Exclamation Schließlich bekommen wir den Tip, es im Wal Mart zu versuchen und siehe da: Genau dort bekommen wir das, was wir wollen, auch wenn es insgesamt mit einer langen Wartezeit verbunden ist, da die Speicherkarten zwar sichtbar, aber versperrt sind.

In diesem Wal Mart ist ein solch großer Wirbel, dass ich nur noch einen Wunsch habe: Nix wie weg hier ExclamationExclamationExclamation Genug des Shoppings Exclamation Das ist ja der Alptraum pur ExclamationCrying or Very sad

Wir fahren Richtung Südosten von Hilo und machen in Pahoa im gleichnamigen Shopping Center (schon wieder eines ExclamationCrying or Very sad ) Rast, um Kaffee zu trinken .

Das Pahoe Shopping Center wird anscheinend gerade aus dem Boden gestampft und ist noch nicht mal so richtig fertig. Etliche Geschäfte sind noch gar nicht geöffnet, teilweise fahren Bagger herum.

Weiter geht's zum Kumukahi Lighthouse, das den Namen als solches nicht mehr verdient.

In früheren Zeiten war es ein Lighthouse, aber nun ist es nur mehr ein Positionslicht, sonst nichts.
Neben uns parkt bereits ein weiteres Auto, wir nehmen unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg in Richtung Meer, wir sind hier am Cape Kumukahi.

Über etliche Lavasteine gelangen wir zu einem sehr schönen Plätzchen am Meer, das hoch genug liegt, damit wir, ohne nass zu werden, lunchen können.

Das Meer hat solch eine blaue Farbe, dass es unwirklich aussieht, die herannahenden Wellen schlagen gegen die Klippen, es entstehen einige Fotos. 45 Minuten verbringen wir hier, rund um uns, wie so oft, wiederum keine andere Menschenseele zu sehen.

Schließlich müssen wir zum Auto zurückgehen, was wir im Rahmen eines kleinen Umweges tun. Wir sind etwas erstaunt, als wir mitten auf der Lava zwei junge Palmen stehen sehen, die dem starken Wind standhalten.

Über die Kapoho-Kalapana Road, eine sehr schöne Scenic Route, sowie die später rechts wegführende Pohoiki Road, die nach einiger Zeit in den Hwy. 132 (= Kapoho Road) einmündet, gelangen wir schließlich zum Lava Tree State Park, für den es zeitmäßig allerdings zu spät ist, es ist nämlich kurz vor 18 Uhr. Macht nichts, dieser Lava Tree State Park ist, wenn man erst mal die Lava Trees beim Keanakakoi Crater gesehen hat, ohnehin nichts Besonderes und daher fällt uns der Verzicht nicht schwer, zumal wir schon vor Jahren diesem State Park einen Besuch abgestattet haben.
Über Pahoa fahren wir schließlich zum Hotel, wo Michi den Vorschlag macht, in der Bar einen Blue Hawaii zu trinken. Einen Vorteil hat der Drink: Man darf sich, so oft man möchte, Chili und Salat holen, das auf einem unweit entfernt stehenden Tisch angeboten wird und kommt somit zu einem mehr oder weniger kostenlosen Abendessen Wink

Anschließend kümmere ich mich wieder um die Technik, überspiele die Fotos, tippe beim Reisebericht weiter und verschwinde um 0.30 Uhr ins Bett.