Mittwoch, 4. 1. 2006:

Gnadenlos bimmelt das Handy um 6.30 Uhr. Was heißt „gnadenlos“ – ich hatte ohnehin 6 Stunden Schlaf Laughing
Um 7.30 Uhr gehen wir ins hoteleigene Restaurant, wie eigentlich immer, zum Breakfast Buffet. Während wir in den Anfangstagen, obwohl wir immer das Breakfast Buffet nahmen, jeweils unterschiedliche Preise auf der Rechnung stehen hatten, scheint sich der Betrag nun einzupendeln.

Ein Blick aus dem Fenster verrät traumhaft schönes Wetter Exclamation Der Mauna Kea mit seinen Observatorien lächelt uns an, wir lächeln freundlich zurück Very Happy Alooohaaa Very HappyVery HappyVery Happy


Um 9 Uhr fahren wir Richtung Waimea über die Saddle Road los und da ich fast wie der Henker fahre, sind wir bereits um 10.10 Uhr in Waimea. Neuer Rekord ExclamationWink

Beim Parker Shopping Center machen wir Rast und stärken uns bei einem Kaffee.

So, jetzt noch die White Road gesucht, die wir auf Anhieb finden, nun fahren wir bis ans Ende der White Road. Dort soll – laut dem Big Island Revealed-Buch der Trailhead für unsere heute vorgesehene Wanderung sein, nämlich am Rücken des Waipio Valley entlang zu gehen. Es soll eine sehr schöne, aber auch sehr anstrengende Wanderung sein. Wir sind entsprechend ausgerüstet, so schnell wird uns nichts aus der Fassung bringen.

Doch was sehen wir am Ende der White Road Question Ja, das beschriebene Gate existiert zwar, doch es ist mit einigen Vorhangschlössern versperrt.

Das stört uns nicht so sehr, aber der ebenfalls beschriebene Durchschlupf für Wanderer ist ebenfalls verbarrikadiert Exclamation Daneben einige Schilder mit „keep out“ und „no trespassing“.


Mist Exclamation Schilder wie „keep out“ und „no trespassing“ wollen und müssen wir respektieren. Wir hätten auch nicht gerne, dass Leute über unseren Gartenzaun springen und dann frisch-fröhlich über unser Grundstück laufen – und nichts Anderes wäre es, würden wir diese Schilder nun ignorieren. Nein, das kommt nicht in Frage Exclamation Michi bohrt zwei Mal bei mir nach mit „hmmm, sollen wir nicht doch Question “ – Nein, sollen wir nicht ExclamationExclamationExclamation Privat ist privat und fertig, keine Diskussion ExclamationWink

Während Michi sich immer noch Mühe gibt, mich vom Ignorieren zu überzeugen, bleibe ich beinhart. Was zu weit geht, geht zu weit.

Was ist denn das jetzt Question Ein Auto parkt sich vor uns ein, ein Pärchen steigt aus und verbringt die nächste halbe Stunde damit, ungefähr fünfzig Mal sowohl die Seitentüren als auch den Kofferraum zu öffnen. Wäre es nicht klüger gewesen, die Türen gleich offen stehen zu lassen Question Ist doch umständlich, immer wieder die Türen zuzuschlagen, wieder zu öffnen, wieder zuzuschlagen, wieder zu öffnen, dann das selbe mit dem Kofferraum usw., usf.

Mittlerweile wird es hier heroben empfindlich kalt und Nebel sowie schwarze Wolken ziehen auf. Meine Chance, dass Michi endlich mit seiner Drängerei „hüpfen wir doch einfach über das Gate“ aufhört.

Ich glaube, ich sehe nicht richtig Exclamation Das Pärchen schlägt offenbar zum letzten Mal ( Question) sämtliche Türen beim Auto zu und dann gehen sie Richtung Gate. Im Rückspiegel unseres Autos beobachte ich das, was nun folgt. Sie bleiben kurz stehen, lesen offenbar die Schilder, dann springt der Mann über das Gate, die Frau folgt ihm, aber nicht beim übers Gate springen, sondern sie zwängt sich durch einen ganz schmalen Spalt, den wir gar nicht gesehen haben – dann gehen sie zielstrebig den Trail entlang.

Nein Exclamation Nicht wir, obwohl Michi nun als Argument hat „die machen das ja auch“. Ja, „die“, aber nicht wir Exclamation Das Einzige, was Michi einsieht, ist das immer schlechter werdende Wetter, das schreckt ihn glücklicherweise ab Wink

Wir fahren von der White Road retour und ich möchte eigentlich in den Süden, aber Michi will die im Revealed-Buch so hochgespriesene Straße namens „Old Mamalahoa Hwy.“ fahren – besser gesagt, ich soll ihn fahren. Naja, was soll's, der Hwy. ist wenigstens nicht verboten.

Was der Autor des Buches an diesem alten Highway schön findet, bleibt uns ein Rätsel. Es gibt absolut nichts Besonderes oder Sehenswertes. Nicht mal die erwähnten Caves sind einen Stopp wert.

Wir fahren nach Honoka'a weiter. Lieber Schreck Exclamation Honoka'a ist aber ganz schön herunter gekommen Exclamation Paia auf Maui ist ein Waisenkind dagegen. In Honoka'a sind sehr viele Geschäfte gesperrt, das sehen wir auf dem kurzen Rundgang, den wir durch den Ort unternehmen.

Über den „neuen“ Mamalahoa Hwy. fahren wir wieder nach Waimea und weiter über die Saddle Road nach Hilo.

In Hilo konsumieren wir unser verspätetes Lunch. Michi bestellt sich Chicken Katsu und ich mir ein Bentos mix. Letzteres ist ein gut gemeinter, aber fehl geschlagener Versuch. Mein Bentos besteht aus 1 Scheibchen Rindfleisch, zäh wie Leder, 1 ganz kleinen Scheibchen Wurst und zwei winzige Hühnerteile, die aus mehr Knochen als Fleisch bestehen. Dazu gibt es enorm viel Reis, wobei Reis nicht unbedingt ganz oben auf meiner Beliebtheitsskala steht. Zusammen machte das $ 13, also nicht wirklich ein Verlust.

So, was nun Question Es ist 15 Uhr, den restlichen Tag wollen wir nicht in Hilo verbringen.

Da die Eintrittskarte für den Hawaii Volcanoes National Park ohnehin 10 Tage gültig ist, wir aber am 10. 1. abreisen, könnten wir heute noch einen Kurzbesuch im NP machen und ich düse los. Schon auf der Fahrt in den NP beginnt es stark zu regnen. Mist Exclamation Ich wollte doch unbedingt einen „ordentlichen“ Film vom NP drehen, sozusagen einen ganz aktuellen und nun kommt anscheinend das Schlechtwetter, das ich schon die längste Zeit befürchte ExclamationCrying or Very sad Außerdem – „starker Regen“ ist ja untertrieben, es schüttet aus Eimern Exclamation
Tja, das war's dann mit meinem Film.

Mein ursprünglicher Wunsch war, so viele Tage wie nur möglich im National Park zu verbringen. Nun ist heute der 7. von 12 Tagen auf Big Island und wir waren ständig außerhalb des NPs ExclamationExclamationCrying or Very sad Nicht dass ich etwas von den schon bereits erlebten Tagen missen möchte, nein, ganz und gar nicht, aber ich hätte halt lieber zuerst den NP abgeklappert und mich dann den anderen schönen Dingen der Insel gewidmet.

Es hilft nun aber kein Jammern, wir nähern uns dem NP und es schüttet……

Um 16.15 Uhr kommen wir beim Visitor Center des NPs an, um 17 Uhr sperrt es. Also Zeit, um sich der Buchabteilung zu widmen, während Michi bei den CDs stöbert. Mit zwei Büchern und zwei CDs gehen wir zu Kassa und sehen nebenan einen Ranger ziemlich gelangweilt herum stehen. Michi fragt ihn nach dem Wetterbericht für die nächsten Tage, doch er bekommt vom Ranger nur die Auskunft, dass, wie immer, mit Schwefeldämpfen zu rechnen ist, weshalb sich Schwangere, Kinder und Asthmakranke fern halten sollten. Ist das eine Antwort auf die Frage nach dem Wetterbericht für die nächsten Tage Question Naja, egal, wir können das Wetter nicht ändern und der Ranger auch nicht.

Wir fahren nach Hilo bzw. zum Hotel zurück, wo wir um 17.45 Uhr ankommen. Seltsamerweise ist es in Hilo im Moment trocken, aber stark bewölkt. Ich sehe meinen NP-Film immer mehr davon schwimmen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Um 18.30 Uhr machen wir uns auf den Weg und fahren zum Borders. Michi stöbert in der Keramik- und Mosaikbuch-Abteilung, in dieser Zeit fasse ich ein Trailbuch sowie zwei weitere Pflanzenbücher aus Very Happy

Um 20 Uhr fahren wir zum Hotel zurück und nun folgen die allabendlichen Dinge: Reisebericht, Technik, Fotos überspielen.

Michi versucht in der Zwischenzeit, im TV eine Wettervorhersage zu finden, aber es gelingt ihm nicht. Überall wird das Wetter vom Festland USA gezeigt, aber nicht von den Hawaii-Inseln.

Etwas traurig verziehe ich mich um Mitternacht ins Bett.