Samstag, 8. 9. 2007:

Pünktlich wie immer läutet um 6.30 Uhr der Wecker. Wiederum habe ich ziemlich schlecht geschlafen, anscheinend hat mich der Jetlag voll im Griff und gibt mich nicht wieder her. Michi geht es ein wenig besser.

Nach dem Frühstück bei Perry’s packen wir unsere Siebensachen ins Auto und fahren zum Beginn der Poamoho Access Road.



Kaum dort angekommen, bin ich beim Fotografieren. Während dessen kommt ein anderes Auto, dessen Fahrer offenbar auch ein Permit für den heutigen Tag hat. Die Insassen sind vier nicht sehr freundliche Leute. Einer von ihnen öffnet das Tor, wir fahren anschließend gleich mit durch, Michi sperrt das Tor ab.
Der vor uns liegende Track ist in einem ausgezeichneten Zustand, man könnte sagen, besser als der Zustand der Hwy.s und sonstiger befestigter Straßen auf O’ahu.  
Wir fahren, links und rechts durch hohe Bäume und Sträucher begrenzt, auf den Regenwald der Ko’olau Ranges zu. Vor und teilweise über uns ist der Himmel bereits tief schwarz, das lässt nichts Gutes ahnen.

Zahlreiche Pausen müssen eingelegt werden, um diese unberührte Natur auf Foto zu bringen.

 
 
Links und rechts neben der Piste geht es steil hinunter und beim genauen Hinsehen können wir sogar ein abgestürztes Auto entdecken. Möglicherweise wurde es aber auch mutwillig in den Abgrund gestürzt, leider etwas Alltägliches auf Hawai’i.

Die Piste ist nur für eine Autobreite gemacht worden, aber es gibt – allerdings eher selten – Ausweichmöglichkeiten. Und nun stellt sich auch heraus, weshalb Allrad Pflicht ist: Es geht nun Piste hinunter – Piste hinauf – Piste hinunter – Piste hinauf. Wenn es trocken ist, mit 2WD gewiss machbar, aber wann ist es hier wirklich trocken Unseren Jeep fahre ich bereits über Schmierseife, der eingelegte Allrad gibt mir eine gewisse Sicherheit.

Dann kommen wir zur Hunter and Hiker check-in-Station, wo ich uns eintrage. Dabei stelle ich fest, dass sich die vier Leute, die irgendwo vor uns fahren, gar nicht registriert haben und es überhaupt nur eine einzige Registrierung gibt, datiert mit 25. August. Liegt es daran, dass der Trail erst seit 1. Juli 2007 wieder geöffnet ist oder an der Schreibfaulheit der Leute Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem.

Wir wagen fast keine Blicke zum Himmel mehr und wenn, dann sehen wir nur eines: schwarz, schwarz, schwarz.

 
Nach einiger Zeit sind wir am eigentlichen Ziel, dem Poamoho Trailhead. Es regnet bereits und das nicht zu wenig, Pfützen stehen. Trotzdem steigen wir aus, um uns den Beginn des Trails anzusehen. Es geht gleich von Anfang an bergab – auf blanker Schmierseife. Wir überlegen, was wir tun sollen, Aussicht auf Wetterbesserung besteht überhaupt keine, im Gegenteil. Letztendlich lassen wir schweren Herzens die Vernunft siegen und kehren um, man kann nicht alles erzwingen und zumindest die Poamoho Access Road sind wir gefahren.  
Je mehr wir uns vom Poamoho Trailhead entfernen, umso besser wird das Wetter wieder, eh klar Ein Blick in den Rückspiegel genügt jedoch: der Himmel ist tiefschwarz. Zeit, rasch zwei Fotos zu schießen.  
 
Beim Hunter and Hiker Check in checke ich uns wieder aus, es ist nun 11.30 Uhr.

In einer Kurve zwänge ich mich an einem Ranger vorbei, der mit einem Tankwagen seinen Kühen gerade Wasser bringt. Später überholt uns der Ranger mit dem großen Anhänger, was den Vorteil hat, dass die junge Frau neben ihm aussteigt und Gate Nr. 3 und Nr. 2 öffnet. Hinter Nummer 2 liegt seine Farm, somit darf Michi Gate Nr. 1 selbst öffnen und auch wieder schließen.

So, was tun mit dem angefangenen Tag Was wir dringend bräuchten ist eine Waschanlage für unseren Jeep, der sieht aus – oh Gott Auf den Stoßstangen, den Trittbrettern haftet eine dicke, mittlerweile trockene Lehmschicht, hinten sehe ich aus dem Fenster nicht mehr hinaus, ich sehe nur noch rot.

Also fahren wir nach Wahiawa, dort wird es doch so etwas wie eine Waschanlage geben. Ist auch richtig, aber für heute haben sie noch zwei Autos zu waschen, eines mehr ist leider nicht möglich…

 
Doch wenn wir schon in Wahiawa sind, warum nicht endlich in den Wahiawa Botanical Garden  
 
Wir schlendern gemütlich durch den kleinen, aber sehr schön angelegten botanischen Garten. Nur einem einzigen Menschen begegnen wir, ansonsten sind wir hier völlig allein. Nach einiger Zeit geht es wieder zum Auto zurück.

Michi möchte eine Kleinigkeit essen, was ich nicht unterschreiben kann, ich habe überhaupt keinen Hunger. Er liebäugelt mit einer Pizza, wobei ihm Pizza Hut ganz gelegen kommt. Dort ist kein einziger Kunde, nur zwei Angestellte, die uns zwar sehen, aber irgendwie auch nicht, sie ignorieren uns. Gut, das können wir genauso und gehen aus dem Laden raus.

Ein vom Namen her völlig unbekannter Fastfood-Laden offeriert u. a. Teriyaki Chicken, das würde mich dann doch reizen, zumindest ein klein wenig. Michi bestellt eine kleine Portion für uns zwei, was mehr als ausreichend ist, denn den obligatorischen Reis gibt es ohnehin und dazu können wir uns noch zwei Beilagen aus einem ganz schön großen Sortiment aussuchen.

Und nun auf zur Lösung unseres Problems „Waschanlage“. Bei einer Tankstelle in Wahiawa bekommen wir den Tipp, es doch in Mililani zu versuchen, daher fahren wir weiter.

Doch einfach so am Straßenrand steht auch in Mililani die Autowaschanlage nicht, mehrere Nachfragen, mal hier, mal dort, sind nötig, um letztendlich zum Ziel zu kommen.

Um $ 10,00 bekommt unser Jeep dann eine sehr gründliche Reinigung: Zuerst per Hand mit Besen und Waschmittel, anschließend mit dem Hochdruckreiniger (den hat der Jeep am meisten nötig). Dann wird der Wagen in die Waschanlage befördert. Ich hocke nur tatenlos drinnen. Plötzlich kommt von links und rechts grüner und rosaroter Schaum auf den Jeep zu und mir schießt nur eines durch den Kopf: Hoffentlich ist der Jeep dicht Wenn nicht, dann gute Nacht Dann haben wir die bunte Soße herinnen

Wir haben Glück, das wäre also geschafft, aber noch nicht für den Jeep. Er wird anschließend noch liebevoll von einem Hawaiianer getrocknet. Zeit spielt für ihn keine Rolle und für uns auch nicht – wir sind im Urlaub und nicht auf der Flucht.

So, was nun Ich bin total fertig, müde ohne Ende, möchte am liebsten sofort ins Hotel und nur noch schlafen, schlafen, schlafen. Michi fühlt sich auch nicht mehr ganz wohl, aber so schlimm ist es bei ihm wohl noch nicht.

Daher fahren wir ins Ala Moana Shopping Center, genau genommen ins Foodland. Unser Getränkevorrat geht sehr rapid zur Neige, wir haben einen Flüssigkeitsverbrauch, der sagenhaft ist.

Doch dann – endlich – fahren wir zum Hotel. Ich richte für Michi Toasts als Abendessen, schaffe gerade noch die ersten Zeilen des heutigen Reiseberichtes, denn um 21.30 Uhr (kein Schreibfehler) sind wir streichfähig.