Donnerstag, 13. 9. 2007:
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Mir ist langweilig
Es ist 6.30 Uhr und der Wecker läutet erst
in einer Stunde
Eigentlich möchte ich den Laptop einschalten,
aber ich habe den Sound nicht abgedreht und fürchte,
dass Michi dadurch munter werden könnte. Also
lasse ich es bleiben. Schade 
Nach dem Perry’s Frühstück schnappen
wir unsere Rucksäcke, schwer bepackt, wie immer.
Heute darf auch das Manfrotto mit. Ein gemütlicher
Tag steht uns bevor.
Ich habe eine detaillierte Liste geschrieben, welche
Punkte auf O’ahu anzusteuern sind, von denen
ich Stativ-Filmaufnahmen haben möchte. Das
Vulkan-Video ist zwar noch nicht ganz fertig, aber
ich bin gedanklich schon beim nächsten.
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Als Erstes steht Dole in Wahiawa am Programm.
Obwohl es noch relativ früh ist, sind schon
enorm viele Leute hier.
Michi hat mir den Camcorder entführt, daher
gehe ich mit dem Fotoapparat auf Tour. Eigentlich
möchte ich erst mal den Eingang fotografieren
(zum wievielten Mal eigentlich ),
ein paar Leute würden mich ja nicht stören,
aber das Pärchen, das unbedingt per Selbstauslöser
ein Foto von sich haben will, ist anscheinend
in der Foto-Probephase.
Er stellt neben mir ein Stativ auf, sie wartet
indessen geduldig oben vor dem Eingang, Getrennt
sind die beiden durch den schönen Rasen,
auf dem mit Ananas-Pflanzen „Dole“
geschrieben steht.
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Von Wahiawa fahren wir südwestwärts
auf der Kunia Rd. (= Hwy. 750) auf den H 1,
vorbei an Kapolei. Der H 1 wird an der Westküste
zum Farrington Hwy. und auf diesem fahren
wir bis fast zum Ende, nämlich bis zur
Yokohama Bay mit dem schönen weißen
Sandstrand. Es sind nur wenige Leute hier,
einige nützen die sanften Wellen zum
Surfen.
Nachdem die Filmaufnahmen und die Fotos gemacht
sind, fahren wir wieder südwärts. |

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Am Kahe Point, der sich kurz vor der Abzweigung
zum Marriott Ko'Olina Resort befindet, stoppen
wir wiederum. Der Kahe Point ist leicht zu
finden, denn schräg gegenüber befindet
sich auf der anderen Straßenseite –
aber direkt neben der Straße –
ein kalorisches Kraftwerk mit drei großen
Schloten. |

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Unser Stopp hat einen besonderen Grund,
denn hier am Kahe Point endet die Gleisanlage
des früheren Sugar Train, der seinerzeit
O'ahu umrundete. Reste der Bahnschwellen sind
heute noch am Kaena Point Trail West zu sehen,
da der Zug einst den Kaena Point umfuhr.
Übrigens wohnen am Kahe Point ein paar
Obdachlose. |
Da wir uns gerade mit Zügen
befassen, nehmen wir das zum Anlass und steuern
als nächstes Ziel die Hawaiian
Railway Society in Ewa an. Dort waren
wir zwar schon ein paar Mal, aber noch nie
mit Stativ 
Da es schon nach 17 Uhr ist, ist das Gelände
abgesperrt. Schade! Plötzlich öffnet
sich vom sogenannten Büro die Tür,
ein Herr kommt heraus und direkt auf uns zu.
Er fragt uns, ob wir uns denn für Züge
interessieren würden und wir erzählten,
dass wir schon einige Male hier waren, aber
heute ein paar schöne Filmaufnahmen machen
wollten.
Prompt sperrt uns der sehr freundliche Herr
das Tor auf und lässt uns herein
Alles hätten wir erwartet, nur das nicht.
Er sagt noch, er setze sich mit dem Laptop
zu einer Bank, wir können uns frei auf
dem Gelände bewegen und wenn wir Fragen
haben, sollen wir einfach zu ihm kommen. Unsere
Frage, wie viele Minuten wir auf dem Gelände
bleiben dürfen, wird von ihm mit "solange
ihr wollt, ich bin ohnehin hier" beantwortet

Wir bedanken uns und machen uns auf den Weg. |
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Da Michi filmen möchte, nehme
ich die Kamera und bin weg
Ich gehe bis weit nach hinten, dort stehen die
noch nicht restaurierten Waggons. Mir ist es
ein Rätsel, wie man aus solch einem Wrack
noch etwas machen kann, aber es geht, zweifelsohne. |

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Während dessen ich übers
Gelände streife, fällt mir plötzlich
ein 10-Dollar-Schein auf, der am Boden liegt,
fein säuberlich zusammen gelegt. Ach,
das ist doch die Idee
Diese 10 Dollar bekommt der freundliche Herr,
der uns außerhalb der Öffnungszeiten
den Aufenthalt hier ermöglicht.
Meine Güte
Jetzt strolche ich schon mehr als eine Stunde
hier herum
Wo ist eigentlich Michi
Ich sehe ihn nirgends und gehe zurück.
In einer Halle kann ich ihn entdecken
Ok, er ist mit dem Filmen beschäftigt,
dann kann ich mich nochmals den Zügen
draußen widmen.
Ich nehme die restaurierten Züge und
Waggons unter die Lupe. Wenn man bedenkt,
dass die alle mal Wracks waren – kaum
vorstellbar
Und die Restaurierung wird bis heute nur von
Freiwilligen gemacht – Respekt 
Nach einer weiteren Stunde wollen wir uns
von dem Herrn verabschieden, aber wir können
ihn nicht entdecken, auch unser Rufen hilft
nichts.
Daher werfe ich den 10-Dollar-Schein ins Postkästchen.
Wer sich den dann nimmt, steht in den Sternen.
Gemütlich fahren wir nach Honolulu zurück
und essen Toast mit Schinken und Käse
im Zimmer.
Anschließend kommen die üblichen
technischen Sachen dran und ich tippe beim
Reisebericht weiter.
Morgen möchten wir gerne den Kealia
Trail laufen. Mal sehen, ob das Wetter mitspielt.
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