Samstag, 15. 9. 2007:

Um 6.15 Uhr läutet der Wecker.
Frühstück gibt es, wie immer, bei Perry’s. Man bemerke: Die scrambled eggs haben wieder die Qualität von früher, nur der Kaffee lässt noch zu wünschen übrig.

Draußen schüttet es aus Eimern, es gibt nur ganz kurze Unterbrechungen. Kein Wunder, warum sich heute die Gäste bei Perry’s besonders lange aufhalten.

Endlich, als es so aussieht, als könnten wir unser Hotel schräg gegenüber zu Fuß und auch noch trocken erreichen, gehen wir zu diesem zurück. Nein, diesmal packen wir keine Rucksäcke für einen Trail, diesmal brauchen wir die Fotoapparate, den Camcorder, das Manfrotto und Getränke, Es steht etwas Besonderes am Programm, das wir uns nicht selbst draufgeschrieben haben: Das Aloha Festival

Jetzt um 9 Uhr beginnt die Floral Parade beim Ala Moana Park, die dann beim Kapiolani Park endet. Wir machen es uns einfach und gehen zur Kalakaua Ave., suchen uns ein schönes Plätzchen und harren der Dinge, die da kommen.

Was zuerst kommt, ist der Regen – wie schön Doch er hält niemanden ab.

Jung und alt sitzen auf ihren mitgebrachten Campingstühlen oder auch nur am Straßenrand.
Dann endlich, es ist gerade mal 10.15 Uhr, keine Autos fahren auf der Kalakaua Ave., zieht die Floral Parade an uns vorbei. Michi filmt wie ein Weltmeister, ich fertige, wie ich später feststelle, fast 400 Fotos an, von denen ich am Abend die Hälfte wieder lösche.

Hoch zu Ross reitet die Pu’u Queen vorbei, gefolgt von der Prinzessin von Hawai’i, dazwischen gibt’s ein bisschen Militär und Air Force, ehe die Prinzessin von Maui an uns vorbei reitet.

Von den aktiven Teilnehmern hört man laufend „aloooooohhhhhaaaaa“ und „good morning everyone“, Küsschen werden per Luftpost verschickt.

Da Pferde bekanntlich ab und zu Rossknödel hinterlassen, marschiert hinter jeder Pferdetruppe der Reinigungstrupp, bewaffnet mit Besen und Schaufel.

Um mehr Abwechslung ins Ganze zu bringen, gibt es auch aktive Teilnehmer diverser Hotels und Airlines, gefolgt von Gymnastikgruppen diverser Schulen und Hulavorführungen.
Ein Glück, dass der Regen nachlässt und mehr und mehr die Sonne heraus kommt. Das wiederum macht es den Teilnehmer nicht leicht, denn es ist brütend heiß. Um sie mit Wasser zu versorgen, gibt es den „Versorgungstrupp“, wie ich ihn nenne. Sie haben entweder Spritzflaschen oder normale Wasserflaschen, deren Inhalt sie den Teilnehmern entweder – wenn sie treffen – direkt in den Mund spritzen oder einfach nur übers Gesicht schütten. Jeder bedankt sich und ist froh, auf irgendeine Art und Weise Abkühlung bekommen zu haben.

Die Princess of Kaua’i hat ein sehr schön geschmücktes Pferd und als King Kamehameha vorbei zieht, gibt es einen besonders lauten und langen Applaus.

Nur eines werde ich wohl nie verstehen: Weshalb muss man, wenn es taghell ist und die Sonne vom Himmel knallt, beim Fotoapparat den Blitz einschalten

Anschließend reitet die Princess of Moloka’i und die Princess of Ni’ihau an uns vorbei, eigentlich wird es schon ganz schön schwer zu sagen, wer die schönste Princess ist.
Und selbst die Princess of Kaho’olawe ist mit dabei, obwohl die Insel Kaho’olawe dzt. von Minen befreit wird und noch kein einziger Mensch dort wohnt. In wenigen Jahren soll Kaho’olawe für den Tourismus erschlossen und die ersten Hotels erbaut werden.

Princess of Kaua'i

Princess of O'ahu

Princess of Moloka'i

Princess of Lana'i

Princess of Kaho'olawe

 

Wem's gefällt, der sieht auch vom Waikiki Beach aus zu...
Jetzt ist es 11.45 Uhr, an unserer Stelle ist die Floral Parade vorbei und es kommt die Durchsage, dass nun der Reinigungstrupp durchzieht. Tatsächlich Drei Straßenreinigungsautos bemühen sich, die Kalakaua Ave. so gut wie nur irgendwie möglich zu reinigen, das meiste haben schon die Leute von den Pferdekartoffeln getan.

Nun, was tun mit dem angefangenen Tag Ich weiß, was ich gerne hätte und das tun wir jetzt auch.
Es entstehen Filmaufnahmen, u. a. vom International Market Place, dort kommt es zu einer witzigen Show-Einlage einer Angestellten, die mir ins Foto läuft, die Situation blitzartig erkennt und sich rasch neben Michi stellt

Im International Market Place gibt es im Moment eine Baustelle, aber das Schild „open“ weist darauf hin, dass hier irgendwas geöffnet ist. Nein, wir sind nicht neugierig, es interessiert uns nur

Noch ehe wir die paar Stufen hinauf erklimmen, werden uns Gutscheine für einen Mai Tai um $ 2,00, allerdings nur gültig, wenn man sich ein Essen bestellt, überreicht. Um diese Uhrzeit – es ist gerade 12.15 Uhr – einen Mai Tai Das ist nichts für uns, wir wollen nur je eine diet coke. Beim Warten auf die Cola lesen wir – eigentlich nur just for fun – die Speisekarte durch. Dabei fällt unser Blick auf eine Pizza, die wir bestellen und anschließend gemeinsam essen. Eine Köstlichkeit für sich

Am Nebentisch werden riesige Burger angeliefert, sie sehen ebenfalls sehr verlockend aus, aber unsere Mageneingänge sind geschlossen.

Wir gehen zum Hotel zurück und ich überspiele die unsagbar vielen Fotos der Flower Parade auf die externe Festplatte. Da dies so lange dauert, packe ich inzwischen unsere Koffer, denn morgen geht es nach Kaua’i.

Anschließend fahren wir noch ein Stück die Ostküste hoch, machen aber beim Sea Life Park kehrt.
Zurück in Honolulu kommen wir gerade noch zum Sonnenuntergang am Waikiki Beach zurecht.
Gemütlich schlendern wir über die Kalakaua Ave. und kommen am schön beleuchteten Top of Waikiki Restaurant vorbei. Es befindet sich im 18. Stockwerk und ist das einzige sich drehende Restaurant von Hawai'i, von dem aus man einen traumhaften Blick sowohl über Honolulu als auch den Pazifik hat.

Top of Waikiki Restaurant

Nun ist es 19 Uhr und wie aus dem Nichts hat Michi eine Idee: Wir könnten zum Outrigger Reef on the Beach Hotel rüber gehen und dort an der Bar einen Drink nehmen, sozusagen zum ersten Abschied von O’ahu. Also tun wir das, stellen aber bald fest, das Outrigger Reef on the Beach Hotel ist eine einzige Baustelle. Es ist zwar alles intakt, d. h., das Hotel ist buchbar, die frühere Bar gibt es an der gewohnten Stelle nicht mehr, einiges wurde bereits restauriert, aber wohnen möchte ich für den Moment jetzt mal nicht hier.

An der Bar erkennt uns die Lady sofort wieder und sie erzählt uns, dass die Renovierungsarbeiten in ungefähr einem Jahr abgeschlossen sein werden.

Wir genehmigen uns einen Mai Tai und stellen fest: So gemütlich wie früher ist es jetzt nicht mehr, der Lärmpegel ist – unserem Ermessen nach – zu laut.

Trotzdem bekommen wir Hunger und bestellen uns fish & chips. Alles in allem zahlen wir $ 40,00.

Dann geht’s zum Hotels zurück, ich schalte den Laptop ein und stelle fest: Wir haben Internet

Und nun kommt, wie schon des öfteren, die Frage: Wie sind wir früher ohne all diesen Technikkram ausgekommen Einerseits kann man ihn nicht leiden, andererseits möchte man ihn auch nicht missen – eine seltsame Mischung…

Ich werfe die diversen Ladegeräte für die diversen Akkus an, überspiele die Fotos auf die externe Festplatte und schreibe noch ein wenig beim Reisebericht. Allzu weit komme ich nicht, denn der Wecker läutet morgen um 6.15 Uhr.

Sleep well