Freitag, 21. 9. 2007:
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Jetzt kommt langsam der Zeitpunkt,
an dem ich Wecker nicht mehr leiden kann –
er läutet doch glatt um 6.45 Uhr. Was soll’s,
es gibt Dinge, die sind nicht zu ändern, daher
stehe ich auf und richte unser Frühstück,
während Michi noch tief schläft.
Draußen schüttet es, es ist alles grau
in grau.
Trotzdem lassen wir uns den heutigen Tag nicht
vermiesen, die nächste Wanderung im Koke’e
State Park steht an und zu diesem Zweck fahren wir
um 9.45 Uhr los. Um 11.25 Uhr stelle ich vor dem
Koke’e Museum den Motor ab. Die ganze Fahrt
haben wir schon die Befürchtung, dass wir heute
Pech mit dem Wetter haben würden und so ist
es auch: Nix geht mit wandern 
Wir stöbern im Koke’e Museum, ich –
wie immer – auf der Suche nach Büchern
jeglicher Art von und über Hawai’i. Im
Vordergrund stehen Trailbücher und entsprechende
Karten, die nach kurzem den Besitzer wechseln.
Anschließend gehen wir ins Restaurant rüber
und wen sehen wir dort
Jenen Herrn, der vor drei Tagen auch hier saß,
am selben Tisch wie damals, genauso Bud light trinkend
wie damals, genauso die „Bibel“ lesend
wie damals.
Wir bestellen uns eine portugiesische Bohnensuppe,
denn uns ist ein wenig kalt. Die Suppe stellt sich
– für das Koke’e Restaurant –
als Köstlichkeit heraus, das hätte ich
nicht vermutet.
Ein Blick nach draußen verrät: Es schüttet
nach wie vor. Was tun  |
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Ich schlage vor, in den Westen, genauer,
in den Polihale State Park zu fahren. Erstens waren
wir dort vor Jahren zuletzt und zweitens fuhren
wir damals nicht bis ans Ende der Piste, da wir
keinen Allrad hatten und Allrad wird empfohlen. |
Die Piste in den Polihale State Park
ist heute äußerst schlecht, weist zahllose
Schlaglöcher auf. Obwohl ich versuche, einigen
Schlaglöchern, die doch eine beachtliche Tiefe
haben, auszuweichen, gelingt es mir nur selten. Wäre
es eine Waschbrettpiste wie auf der Gibb River Road
in Australien, könnte ich mit 80 km/h drüber
flitzen, aber bei dieser Schlagloch-Ansammlung geht
nichts mit Drüberflitzen, hier hilft nur Geduld.
Zu unserem großen Erstaunen wagen sich sogar
Touristen mit 2WD-Fahrzeugen hier herein. Beim Überholen
kann ich die äußerst angespannten Gesichter
der jeweiligen Fahrer erkennen. Kein Wunder  |
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Wie auch sonst legen wir zahlreiche
Foto – und Filmstopps ein. Es ist unheimlich
heiß, die Temperatur beträgt 107°
F. Die Sonne scheint vom strahlend blauen Himmel,
der nur ganz wenige Wolken zu bieten hat –
die Entscheidung, hierher zu fahren, war goldrichtig
Am Ende der Piste angekommen, belegen wir einen
der wenigen Picknicktische. |
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Ein Besuch der Toilettenlage ist
nicht möglich. Die Toiletten sind versperrt,
ein Schild besagt, es gäbe ein Wasserproblem
und „fixed in three weeks“. Ahja, deswegen
stehen die portable WCs in einiger Entfernung.
Während Michi filmt, mache ich mich mit dem
Fotoapparat auf den Weg zum Meer. Der weiße
Sandstrand zieht sich hier über insgesamt 17
km (nicht Meilen). Ich zähle die Leute, die
ich auf diesem Teil des Strandes entdecken kann
und komme nicht über 20 Personen! Es ist wirklich
ein nahezu menschenleerer Strand. |
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| Um 16.30 Uhr machen wir uns auf den
Weg zurück. Kaum haben wir die Piste hinter uns
gebracht, sehen wir – wie schon bei der Hinfahrt
– linkerhand und rechterhand die ehemaligen
Zuckerrohrfelder, die den Robinson’s gehören.
Diese Felder werden jetzt nicht mehr bebaut. |
| Weshalb in vielen Reiseführern steht, dass
es auf Kaua’i keine Zuckerfabrik mehr gäbe
und auch Tourguides diesen Unsinn erzählen,
wird mir ein Rätsel bleiben. Fakt ist, dass
es – Stichtag 21. September 2007, noch eine
einzige Zuckerfabrik auf Kaua’i gibt. Die
Zufahrt befindet sich auf dieser Straße zwischen
MM 20 und 19.
Ich zweige an der entsprechenden Stelle rechts
ein und schon nach kurzer Zeit stehen wir vor der
Zuckerfabrik, die tatsächlich noch in Betrieb
ist. |
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Dass ich abbiege, hat
jedoch einen anderen Grund: Ich weiß, dass
es Touren gibt, die aber in Kürze eingestellt
werden sollen und es wäre schön, an solch
einer Tour noch teilnehmen zu können. Ein Info-Blatt,
das an einer versperrten Tür hängt, besagt,
dass Touren nicht länger verfügbar sind.
Schade 
Wir schießen noch ein paar Fotos und gehen
zum Auto zurück. Gerade in diesem Moment parkt
sich neben mir ein Pickup ein. Der Fahrer steigt
aus und nimmt seine große Getränkebox
von der Ladefläche, sieht mich und grüßt
freundlich – ich ebenso zurück. Jetzt
DIE Chance, denn ich kann noch nicht glauben, dass
es wirklich keine Touren mehr gibt und frage ihn.
Seine Antwort: Ja klar, es gibt die Touren noch,
aber nicht mehr heute, erst nächste Woche wieder.
Ich erwähne das Schild, das an der Tür
hängt und das besagt, dass keine Touren mehr
verfügbar seien, da meint er, ja, das sei aber
nur für den heutigen Tag gemeint, Touren gäbe
es definitiv noch und wir sollen nächste Woche
einfach herkommen und bei einer Tour mitmachen.
Wie
So einfach
Er sieht anscheinend mein ungläubiges Gesicht
und bestätigt nochmals, nächste Woche
herkommen und eine Tour mitmachen. That's it 
Yipp
Dann kommt Michi vielleicht doch noch zu seiner
Sugar Mill Tour
Ihn interessiert natürlich brennend der Unterschied
(oder auch Nicht-Unterschied) zwischen der Technik
einer Zuckerfabrik in Europa und auf Hawai’i,
zumal er in allen möglichen Ländern der
Welt für die Technik in Zucker- und sonstige
Fabriken zuständig war.
Wir bedanken uns, der freundliche Herr tritt nun
seine Nachtschicht an und wir fahren weiter. |
| Schon nach kurzer Zeit stoppen wir, der schöne
Regenbogen ist schuld daran. |
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| Nein, wir fahren noch nicht zum Hotel,
denn der Zeitpunkt der bald einsetzenden Abendsonne
ist für den Glass Beach ideal. Den Glass Beach
finden wir, indem wir in Eleele rechterhand in die
Waialo Rd. (= 541) abzweigen und diese fast bis
zum Ende fahren. Kurz vor ihrem Ende geht linkerhand
die Aka Ula Rd. weg, die im weiteren Verlauf ungeteert
ist (kann man auch leicht zu Fuß gehen, ist
nur ein relativ kurzes Stück). Ehe diese Straße
eine deutliche Linkskurve macht, lässt man
das Auto stehen und geht zum Strand – zum
Glass Beach. Wie der Name schon sagt, besteht er
aus Glas, das vom Wasser rund gespült wurde.
Besonders in der Abendsonne glitzert das Glas besonders
schön und etliche Farben kommen zur Geltung.
Doch nicht enttäuscht sein: Der Glass Beach
ist sehr klein, fast winzig. |
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Je mehr die Dämmerung einsetzt,
umso mehr Locals reisen mit ihren Pickups und sonstigen
Fahrzeugen an, anscheinend ist jetzt angeln angesagt.
Eine Zeit lang sitzen wir gemütlich am Strand,
unsere Blicke schweifen über das Meer und die
untergehende Sonne sorgt für Romantik. |
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Doch jetzt wollen und müssen
wir zum Hotel zurück.
Im Grind’s Coffee genießen wir noch
einen Kaffee – ich bin hundemüde.
In Kapa’a erledigen wir noch einen Kurzeinkauf
beim Foodland, Abendessen gibt’s im Hotelzimmer
– eigentlich in der Hotelwohnung 
Bis das ganze technische Zeugs geladen, die Fotos
auf die externe Festplatte und zumindest ein kleiner
Teil beim Reisebericht weiter geschrieben ist, ist
es schon wieder Mitternacht… |
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