Samstag, 22. 9. 07:
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Michi
hat Geburtstag
Happy Birthday
Was ist um 6.30 Uhr
Richtig
Der Wecker läutet
Ich beschließe, mich nicht mehr darüber
zu ärgern, es bringt ja doch nix, der Kerl
ist erbarmungslos 
Ich riskiere einen Blick aus dem Fenster: Das Wetter
scheint sehr wechselhaft zu sein.
Egal, jetzt wird mal ganz gemütlich gefrühstückt,
dann sehen wir weiter.
Für heute haben wir zwei Pläne:
1. Honopu Trail bis zum Ende,
2. Alaka’i Swamp Trail von der Mohihi Rd.
aus bis zum Ende beim Kilohana Lookout. Ein gewagter
Plan, da es schon vor dem Lookout meistens regnet
und man sich daher den letzten Teil bis zum Lookout
ersparen kann.
Wir fahren um 9.10 Uhr vom Hotel in Richtung Waimea
Canyon Rd. ab. Heute und morgen ist Jagdtag, weil
Wochenende und ich bin mir nicht sicher, ob unser
erster Plan, den Honopu Trail an einem Jagdtag zu
gehen, sinnvoll ist. Daher fragen wir den Ranger,
einen sehr freundlichen, älteren Herrn.
Seine Antwort: Nein, an Jagdtagen ist der Honopu
Trail nicht zu empfehlen. Meine Frage, ob denn die
anderen Roads westlich der Koke’e Rd. geöffnet
seien, bejaht er, sagt aber dazu, an Jagdtagen solle
man dort besser nicht fahren. Ja, das sehe ich noch
ein, aber wenn nicht an Jagdtagen, wann dann? Die
übrige Woche sind sie doch gesperrt, weil kein
Jagdtag ist. Mir dämmert, dass wir diese diversen
West-Roads wohl nie fahren können, einerseits
gesperrt, weil keine Jagd, andererseits geöffnet,
weil Jagd, aber dann zu gefährlich. Sehr witzig…
Der Ranger erkennt anscheinend, dass wir Hiker
sind und gibt uns Trail-Tipps:
Canyon Trail – ok, abgehakt, schon gegangen,
Nualolo Trail – ok, abgehakt, schon gegangen,
Awa’awa’puhi Trail – ok, abgehakt,
schon gegangen,
Iliau Nature Loop Trail – ok, abgehakt, schon
gegangen.
Während ich mir das Lachen noch verkneifen
kann, sucht der Ranger nach weiteren Trails für
uns, in einem anderen Gebiet auf Kaua’i.
Er probiert es mit dem
ersten Teil vom Kalalau Trail – ok, abgehakt,
schon gegangen,
Nounou Trail – ok, abgehakt, schon gegangen,
Powerline Trail North or South – ok, abgehakt,
schon gegangen,
Und zückt sein letztes Register: Hanalei Okolehau
Trail – ok, abgehakt, schon gegangen 
Ein paar wenige Trails hat er nicht aufgelistet,
die wir auch schon gegangen sind, aber ich will
den guten Mann in den frühen Morgenstunden
nicht in Depressionen verfallen lassen
Er versucht ja nur sein Bestes 
Ok, den Honopu Trail können wir also für
heute abhaken und wir entscheiden uns für Plan
2: Alaka'i Swamp
Trail ab Mohihi Rd. |
Zu Beginn ist die Mohihi Rd. passabel
zu fahren, doch dann ändert sich die Beschaffenheit
und sie ist in einem sehr wechselhaften Zustand.
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Einerseits weist sie enorm viele
tiefe Schlaglöcher auf, dazwischen kommt ein
Stück, das gerade frisch gegradet wurde und
um nicht übermütig zu werden, werde ich
gleich wieder mit großen Lavasteinen, die
aus der Piste ragen, konfrontiert und ich frage
mich, was wohl der Auspuff unseres Jeeps dazu sagen
wird. Von Australien einiges gewöhnt, umfahre
ich, so gut es geht, diese herausragenden Steine
und kann mich bei den nächsten Schlaglöchern
nicht entscheiden, welches soll ich nehmen, welches
soll ich umfahren
Achja, ich habe noch eine Alternative: Ich könnte
alle Schlaglöcher fahren! Die Alternative,
sämtliche Schlaglöcher zu umfahren, habe
ich nicht, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. |
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Plötzlich sehe ich weit vor uns
ein Tier, ein weißes, sieht wie ein Hund aus.
Wir nähern uns vorsichtig und tatsächlich
– es ist ein Hund mit einem dicken Halsband.
Das Tier bewegt sich ein wenig seltsam, legt sich
zwischendurch mitten auf die Piste, frei nach dem
Motto „ich kann nicht mehr“. Doch wie
sollen wir dem Tier helfen
Wem gehört es
Ein Rätsel, das wir nie lösen werden. |
| Endlich kommen wir beim Trailhead des
Alaka’i Swamp Trails an, wir ziehen unsere Wanderschuhe
an und starten um 12 Uhr. |
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Vorerst ist der Alaka’i Swamp
Trail noch auf einer normalen Fahrpiste zu begehen,
die allerdings mit drei Metallpfosten abgesperrt
und somit für Fahrzeuge nicht zugänglich
ist.
Wir gehen teilweise auf Wiese, links und rechts
stehen Bäume, dazwischen blühen u. a.
Ginger-Pflanzen, es duftet herrlich – das
ist ganz nach unserem Geschmack 
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Doch schon bald, kurz nach dem 0.25
MM, beginnen die Holzbretter mit darüber montierten
Eisengittern, um nicht auszurutschen - wie wir sie
vom anderen Teil des Alaka’i Swamp Trails
her kennen. Wir tauchen in ein Gemisch aus Wald
und Farne ein, teilweise beginnen schon die Ohia’s
zu blühen. |
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Wir gehen flotten Schrittes voran und erreichen
um 13 Uhr die Intersection.
Geradeaus geht des den Alaka’i Swamp Trail weiter,
bis zum Kilohana Vista.
Linker- und rechterhand ist der Pihea Trail, wobei
wir den linken Teil schon kennen.
Rechterhand geht es zusätzlich zum Kawaiko’i
Camp.
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Zielstrebig gehen wir auf den Kilohana
Lookout zu, der Anblick war uns beim letzten Versuch
versagt.
Und hier – nach kurzer Zeit – beginnen
auch die Stufen, die jedoch eine unterschiedliche
Länge haben – aber Stufen sind es allemal.
Stufen, die wir jetzt bergab gehen und am Rückweg
– logischer Weise – bergauf steigen
dürfen. Der Muskelkater lässt jetzt schon
grüßen 
Die Stufen führen durch einen hoch gewachsenen
Wald, wobei auch hier überall gerade die Ginger-Blüte
beginnt. |
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Um 13.20 Uhr sind die Holzbohlen zu Ende und wir
wandern auf natürlichem Waldboden weiter.
Und dann, um 13.30 Uhr, erreichen wir einen Seitenarm
des Kawaiko’i Streams. Die Überquerung
ist Dank der im Bach liegenden Lavasteine leicht
möglich.
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Anschließend ist Schluss mit lustig –
wir gehen (besser gesagt: rutschen) durch matschiges
Gebiet bergauf, haben Mühe, uns an irgendwelchen
Ästen oder Farnen festzuhalten. Dieser Teil
ist heute wahrlich kein Genuss! Aber er muss sein,
denn wir wollen auf jeden Fall zum Kilohana Vista.
Ab 15 Uhr haben uns die Bohlen wieder – ein
Segen  |
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| Immer wieder muss ich daran denken,
dass uns Aaron von Na Ala Hele erzählte, dass
er seinerzeit am Bau der Holzbohlen beteiligt war.
Monatelang standen er und etliche andere Helfer teilweise
bis zum Knie im Sumpf, um die Rundhölzer in den
Boden zu rammen, die Stege zu errichten. Aaron erzählte
auch, es war damals verdammt kalt. |
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Der Sumpf nimmt mehr
und mehr zu, die Bäume werden niedriger bzw.
hören auf und werden von einem niedrig wachsenden
Wald, bestehend aus Farnen und Ohia’s, abgelöst.
Glückwunsch an all jene, die in ungefähr
zwei Monaten diesen Trail gehen, sie werden durch
einen Ohia-Blüten-Wald wandern! Meinen Neid
haben sie.
Und dann – endlich – erreichen wir
um 14.50 Uhr bei schönem Wetter Kilohana Vista.
Wer hätte das gedacht
Wie können zwei Menschen – nämlich
wir – soooo viel Glück haben
Wir haben das schönste Wetter, eine ganz tolle
Sicht. Weit unter uns liegt die Hanalei Bay und
Princeville, wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.
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Um wieder zu Kräften
zu kommen, legen wir eine kurze Lunchpause ein. All
zu viel Zeit haben wir nicht, denn der Rückweg
steht uns noch bevor. Zwar haben wir Taschenlampen
dabei, aber wir möchten das Auto bei Tageslicht
erreichen.
Nach weiteren Fotos machen wir uns auf den Rückweg.
Gerade kommt uns ein Pärchen entgegen. Dachte
ich es mir doch, als wir vorhin beim Kilohana Lookout
weggingen, dass – wenn uns jemand begegnet
– sie genau wissen wollen, wie weit es noch
ist und deshalb habe ich beim Lookout auf die Uhr
geguckt ? Und prompt wird die Frage an uns gestellt
„how far is it to the lookout “.
Ein Blick auf meine Uhr und ich kann den beiden
verraten, dass sie noch 20 Minuten vor sich haben.
Die Lady bedankt sich mit einem „oh, that’s
a perfect answer“.
Nicht lange darauf Pärchen Nummer zwei. Was
interessiert sie wohl am meisten
„How far is it to the lookout “
Wiederum ein Blick auf meine Uhr, die beiden haben
noch 30 Minuten bis zum Lookout. Als der Herr das
hört, stellt er richtiger Weise fest, sie müssen
sich beeilen, da sie nicht in der Dunkelheit beim
Auto ankommen wollen. Wie wahr!
Um 16 Uhr sind wir wieder beim Bach, es hat 26,9°
C, über uns blauer Himmel mit nur ein paar
Wolken.
Wir haben fast jede Menge Zeit und die nutzen wir
auch – zum Fotografieren und zum Filmen, eh
klar  |
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Um 18 Uhr sind wir wieder
beim Auto. Keines der beiden Pärchen hat uns
eingeholt, obwohl es nun bald finster wird. Das
bedeutet eigentlich, sie sind über den Pihea
Trail auf den Alaka’i Swamp Trail gegangen.
Und was steht uns nun bevor? Richtig! Die Fahrt
nach Kapa’a, ganze 1,5 Stunden, schneller
schaffe ich es nicht, zumal unser Jeep von Anfang
an die Unart hat, ab einer gewissen Geschwindigkeit
– nämlich ab 45 mph – sehr stark
zu rütteln und zu schütteln, dass man
das Fürchten lernt. Angst, dass der Jeep auseinander
fällt, hatte ich nur bei der ersten Attacke
gleich am ersten Tag, mittlerweile habe ich mich
fast daran gewöhnt, aber es ist ärgerlich.
Irgendetwas scheint mit der Spur nicht zu stimmen,
die Räder sind nicht gewuchtet usw.
Ja, ich weiß, wir hätten den Jeep gegen
einen anderen umtauschen können, aber unserer
hat nur diese einzige Macke. Wer weiß, wie
viele und welche Macken der nächste Jeep gehabt
hätte...
In Waimea stoppen wir, denn vorhin hat Michi den
Vorschlag gemacht, anlässlich seines Geburtstages
im „Wrangler’s Steak House“ zu
dinieren.
Zur freien Entnahme steht uns vorerst eine Suppe
zur Verfügung, die heute eine „clam chowder“
ist, eine gebundene Suppe mit Fleisch, Kartoffeln,
Mais und vielem mehr. Sie schmeckt ausgezeichnet.
Anschließend dürfen wir uns an der Salatbar
bedienen und während wir uns den Salat schmecken
lassen, überlegen wir, was wir wohl als Hauptgang
bestellen.
Michi wählt die „Spezialität des
Tages“, das ist heute eine Mahimahi mit Shrimps
und Käse überbacken, dazu Reis. Ich wähle
– wie könnte es anders sein – ein
Pfeffersteak mit mashed potatoes.
Während Michis Portion eine noch annähernd
normale Größe hat, ist mein Pfeffersteak
offenbar für drei Personen gedacht –
und ich habe es ganz für mich alleine! Ich
lasse die mashed potatoes mashed potatoes sein und
genieße das Steak, während Michi mit
seinem Mahimahi ebenfalls eine sehr gute Wahl getroffen
hat. Es schmeckt uns ausgezeichnet! Dieses Restaurant
kann ich weiter empfehlen!
Michi gönnt sich zum Abschluss noch ein „Desert
Sampler“, eine Kreation aus zwei verschiedenen
Torten, dazu Eis mit Creme, als Ergänzung bestellt
er Kaffee.
Insgesamt zahlen wir $ 70.
Übrigens ist es kein Restaurant der „pikfeinen“
Sorte, sondern der rustikalen, was man schon an
der Einrichtung erkennt. Das Personal ist sehr freundlich
und flink – was will man mehr 
Frisch gestärkt geht es weiter in Richtung
Hotel, wo wir um 21.30 Uhr ankommen. Die übliche
Technik sowie beim Reisebericht weiter schreiben
folgen.
Die heutigen 10 km (lt. GPS) waren zwar anstrengend,
vor allem wegen der vielen Stufen, aber es war ein
wunderschöner Trail.
Übrigens – ich habe beim Rückweg
die Stufen gezählt und bin auf 264 gekommen,
wobei ich allerdings nur die Stufen im mittleren
Bereich des Trails gezählt habe. Jene Stufen
zu Beginn und später, nahe des Kilohana Lookouts,
wo nur ganz wenige sind, zählte ich nicht.
Nun sind wir beide todmüde und gehen kurz
nach Mitternacht ins Bett. |
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