Um 3.30 Uhr läutet das Handy.
Ich bin sooooo müde

Aber es nützt nichts, wenn das Handy läutet,
heißt es aufstehen.
Aber Moment mal… - warum läutet es eigentlich
um 3.30 Uhr

Da Michi ausnahmsweise durch das Handyläuten
wach wird, frage ich ihn. Seine Antwort: „Ähemmmm,
ich habe vergessen, die Uhrzeit zu aktualisieren“.
Ok, also Uhrzeit aktualisiert, neue Weckzeit
eingestellt, es wird weiter geschlafen 
Um 6.45 Uhr läutet das nächste Mal
das Handy, diesmal so gewollt. Nach der Morgentoilette
gehen wir – wie könnte es anders sein
– zu Perry’s
Smorgy, das sich schräg gegenüber
unseres Hotels befindet. Die Lady, die wir seit
vielen Jahren kennen, ist immer noch an der Kassa.
Es ist schön, bekannte Leute wieder zu sehen.
Bei Perry’s ist heute enorm viel los, kein
Wunder, in Honolulu ist das Musik-Event.
Der Kaffee ist zu unserem Bedauern, wie schon
2007, der Lions. Der früher angebotene Kona
Coffee wurde offenbar auf Dauer zu teuer. Die
Eierspeise hat die gute Qualität wie eh und
je, einzig und allein der gebratene Speck fehlt,
aber auch ohne diesem ist das Angebot groß
Aber jetzt nicht lange getrödelt, wir möchten
schließlich den Kuaokala Trail laufen.

Anschließend gehen wir zum Hotel zurück,
wir schnappen unsere Rucksäcke und fahren
Richtung Westküste.
Was sich dort gegenüber 2007 an Zelten der
Obdachlosen vermehrt hat, verschlägt uns
die Sprache. Es entsteht fast ein kleines Dorf,
das Dorf der Obdachlosen, wie ich es nenne.
Müllsäcke stehen entlang der Straße,
Mäuse und Ratten laufen herum. Weshalb die
Müllsäcke von der Müllabfuhr nicht
mitgenommen werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
Polizeiautos fahren auf und ab, die Westküste
hat endgültig ihren Reiz verloren. Schade
darum, denn viele Strände hier sind wunderschön.
Es ist aber auch ein wenig verständlich,
dass O'ahu die Obdachlosen mehr oder weniger beisammen
haben will. Dass dafür die von Touristen
weniger angesteuerte Westküste gewählt
wird, ist logisch.
Urplötzlich hebt sich mein Adrenalinspiegel:
Ein Autoreifen kommt von der Gegenfahrbahn direkt
auf unser Auto zugerollt Meine kurze Überlegung
ist, trifft der Reifen meine Fahrertür oder
die Hintertür. Ich will keines von beiden,
daher werfe ich einen raschen Blick in den Rückspiegel
– mein Hintermann hat den Reifen bereits
gesehen und angehalten, ich flitze ein paar wenige
Meter zu unserem Vordermann, ohne in seinem Kofferraum
zu sitzen und halte die Luft an…
Ein Blick in den Außen- und Rückspiegel
zeigt, der Reifen saust knapp hinter unserem Auto
vorbei. Puhhhhh
Erst als ich Sekunden darauf sage „Mensch,
das war echt knapp“ fragt Michi „wovon
redest du
“.
Er hat das Ganze überhaupt nicht mitbekommen,
da er irgendetwas Interessantes auf der rechten
Seite sah.
Endlich gelangen wir zum Gate der Satellite Tracking
Station Road, diesmal hat eine junge Lady Dienst.
Besonders viel weiß sie mit dem Permit nicht
anzufangen, aber da der Stempel von Na
Ala Hele darauf ist, verkneift sie sich eventuelle
Fragen, öffnet uns das Gate und wir fahren
durch. Offenbar ist heute das zweite Gate besetzt,
da die Lady nichts Anderes erwähnte. Ich
schlängle uns mit dem Auto die kurvenreiche
Strecke hinauf und bald stehen wir vor dem verschlossenen
Gate. Sehr schön – es ist unbesetzt.
Hupen nützt nichts, es kommt niemand.
Michi entdeckt ein Telefon, dort wird eine Telefonnummer
angegeben, die man anrufen soll, wenn man das
Gate passieren möchte. Also frisch drauf
los, Nummer gewählt, doch schon bei der zweiten
Ziffer kommt das Besetztzeichen. Ok, also warten,
noch mal versuchen, derselbe Effekt. So geht das
einige Male, bis Michi einfach eine andere Telefonnummer
wählt. Das nützt aber genauso wenig
und daher fahren wir wieder hinunter zu der Lady.
Stolz gibt die Blondine ihr Wissen preis: Wir
müssen doch nur die Telefonnummer wählen,
die angegeben ist, dann meldet sich jemand und
kommt zum Gate, um es zu öffnen. Michi erklärt
ihr Länge mal Breite mal Höhe, dass
die Telefonnummer falsch sei, wohl veraltet und
daher nicht funktioniert. Ein Vergleich mit ihrer
vorliegenden Telefonnummer für solche Fälle
zeigt, dass die Nummern nichts Identes haben.
Sie ruft bei der oben stationierten Polizei an
und wir dürfen noch mal hochfahren. Kaum
angekommen, erwartet uns am anderen Ende des Gates
ein Polizeiauto. Ein schwer mit Maschinenpistolen
bewaffneter Polizist steigt aus, wirft einen kurzen
Blick auf das Permit, es folgt ein kleiner small
talk und dann fahren wir bis zum Trailhead des
Kuaokala Trails, der nicht weit entfernt ist.
Um 11.10 Uhr starten wir mit dem Kuaokala Trail,
der mit einer Länge von 4 km (ja, Kilometer,
nicht Meilen) angegeben ist.
Zu Beginn ist der Boden mit Nadeln, Steinen und
Wurzeln durchsetzt, der Trail ist ca. 45 cm breit
und es riecht nach Maggi, ähnlich wie auf
dem Kilauea Iki Trail auf Big Island.
Es ist extrem schwül, wir schätzen
die Temperatur auf 30° C. Ab und zu hören
wir die kleinen Flieger vom Dillingham Airfield
und selten ein Service-Auto, das irgendwo in unserer
Gegend fährt, aber nicht zu sehen ist. Ansonsten
Vogelgezwitscher und unsere Schritte – mehr
ist nicht zu hören.
Über uns sind ein paar düstere Wolken,
aber sie beunruhigen uns nicht.
Um 11.20 Uhr stehen wir vor einem T-Stück,
bei dem es sich um eine Fahrpiste handelt. Es
gibt keinerlei Hinweise, ob wir rechter- oder
linkerhand gehen sollen, wir entscheiden uns für
links.
Nun ist es 11.35 Uhr, wir
folgen nach wie vor der Fahrpiste, es sind
auch frische Reifenspuren sichtbar und wir
stoßen auf einen überdachten
Picknickplatz, der sich rechterhand befindet.
Kurz vor dem Picknickplatz sehe ich auf
einem Baum ein blaues Band. Dieser Picknickplatz
trägt die Nummer 1. |
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Geradeaus blickend ist der Fahrweg mit Gras bewachsen,
auf einem Strauch hängt ein rosarotes Band.
Mal blau, mal rosa – sehr abwechslungsreich.
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Nach einem kurzen Stück des Weitergehens
entdecken wir in der Ferne Kaua’i.
Bald darauf sehen wir zur Yokohama Bay.
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Doch jetzt muss eine 5-minütige
Pause sein. Trinken ist angesagt und Michi muss
sich eincremen, sonst sieht er abends wie eine
Tomate aus.
Dann geht es weiter auf der Hochschaubahn –
mal rauf, mal runter, es ist ein ständiges
Bergab- und Bergangehen.
| Um12.15 Uhr dann ein orangefarbenes Band
auf einer Baumwurzel befestigt. Auf dem Band
steht „stay left on trail“. |
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Es ist 12.55 Uhr und wir kommen kaum vorwärts,
weil es so steil bergauf geht und außerdem
ist es für mein Knie ein ziemliches Problem.
Vor uns sehen wir in der Tiefe eine große
Grünfläche, mittendurch führt ein
Fahrweg. Wie man dort wohl hinkommt 
Nieselregen setzt ein, wir legen unsere Regencapes
an und drehen um.
Von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr fahren wir auf der
Mokule’ia Access Rd. und stehen nun am anderen
Trailhead des Kuaokala Trailheads. Vor uns sind
kleine Wolken sichtbar, temperaturmäßig
ist es sehr angenehm.
Die Mokule’ia Access Rd. ist, im Vergleich
zu September 2007, wo wir zuletzt hier waren,
in einem deutlich schlechteren Zustand. Ohne Allrad
mit 4L geht nichts. Es sind aber Reparaturarbeiten
im Gange, wie ein abgestellter Bagger zeigt.
Um 15.40 Uhr beginnen wir von dieser Seite her
den Trail.
Zu Beginn handelt es sich um einen Fahrweg. An
den Spuren kann man erkennen, dass hier schon
die Planierraupe gefahren ist.
Der Weg geht in der Folge steil nach oben, ich
muss meinen Fotoapparat in den Rucksack verfrachten,
da ich beide Hände zum Weiterkommen benötige.
Die Ausblicke entschädigen für die Strapazen.
Nachdem wir dieses Steilstück überwunden
haben, geht es auf einem ca. 0,5 m breiten Weg
durch einen fast schon märchenhaften Wald
weiter.
Um 16.35 Uhr erreichen wir eine Stelle, bei der
es vor uns sehr steil hinauf geht. Mein Knie schmerzt,
ich gehe in Streik. Michi klettert das Stück
hoch und sieht, dass jene Stelle, bei der wir
heute schon wegen Regens umgekehrt sind, nur einen
Steinwurf entfernt ist. Somit haben wir den gesamten
Kuaokala Trail gemeistert.
Wir drehen daher um und suchen uns ein Plätzchen
zum Mittagessen. Ja, richtig gelesen - um diese
Uhrzeit gibt es Mittagessen.
Anschließend gehen wir zurück. Die
Rückfahrt bis zum Gate beträgt 4,2 mi
und wir benötigen eine Stunde dafür.

Das Gate ist natürlich wieder verschlossen.
Die Telefonnummer, die Michi heute als aktuell
genannt bekam, ist teilrichtig. Der Herr hat es
gut gemeint und noch 808 davor geschrieben, das
müsse unbedingt sein. Vonwegen – die
Telefonnummer funktioniert nur ohne der 808….
Nachdem das Telefonat geglückt ist, kommt
kurz darauf ein Polizeiauto vorgefahren, ein junger
Mann, eine Maschinenpistole lässig in der
rechten Hand haltend, kommt auf uns zu, steigt
wortkarg aus und öffnet das Tor. Wir fahren
durch und weiter geht's.

Nach dem Passieren des untersten Gates (diesmal
hat nicht mehr die Lady, sondern ein völlig
unwissender Herr Dienst), sitzen wir noch geraume
Zeit im Auto. Sonnenuntergang ist angesagt
Wir konsumieren je eine Minidose Frankfurter Würstchen
mit Quitschbrötchen. Michi schießt
die letzten Fotos vom Sonnenuntergang.
Er unterhält sich – sehr zu meinem
Missfallen – mit einem jungen Mann. Das
Unterhalten stört mich in keinster Weise,
aber Michi hat die DSLR um den Hals und hantiert
mit dieser, als sei sie eine 100 Euro-Kamera.
Ich beobachte, was vor sich oder nicht vor sich
geht. Glücklicherweise nichts. Puhhhh, Glück
gehabt 
So, die Sonne ist untergegangen, also nichts
wie auf Richtung Honolulu. In Makaha machen wir
Halt und genehmigen uns je einen doppelten Espresso
im Starbucks
Leider hinterlässt der Espresso bei mir nicht
die gewünschten Spuren, nämlich das
Munterwerden und somit übernimmt Michi das
Steuer.
In Honolulu gibt es – angeblich –
Stau, doch den bekomme ich nicht mit, da ich mit
schlafen beschäftigt bin. Schließlich
sind wir um 21 Uhr beim Hotel.
In dem gegenüber des Hotels stehenden Eis-
und Sandwich-Laden bestellen wir uns je einen
Smoothie. Da diese Diele aber wenige Minuten später
sperrt, setzen wir uns mit den Smoothies in die
Lobby unseres Hotels.
Anschließend erledigen wir den technischen
Teil des heutigen Tages.
Ein wunderschöner Tag geht zu Ende. Die
Mokule’ia Area von dieser Seite zu sehen,
ist einfach nur traumhaft. Am liebsten morgen
gleich noch einmal 
Mal sehen, was wir uns auf den morgigen Plan
schreiben. Die Ko’olau Mountains fallen
mit ziemlicher Sicherheit aus.
Bis in ein paar Stunden