| Um 6.45 Uhr läutet das Handy. Ein kurzer Blick
aus dem Fenster zeigt eine Wetterlage, die ich nicht näher
beschreiben möchte. Nein, es regnet nicht, aber fast…
Was soll's, ich bereite unser Frühstück zu,
während Michi selig schläft. Bis ich ihn dann
endlich munter bekomme, vergeht schon eine Zeit, aber
dann frühstücken wir sehr gemütlich.
Gestern wurden im TV für die nächsten Tage
schwere Regenfälle vorhergesagt, deswegen drehen
wir jetzt den TV nochmals auf, um einen eventuellen Wetterumschwung
nicht zu verpassen. Doch nichts da, keine Besserung ist
in Sicht 
Davon lassen wir uns nicht sonderlich beeindrucken, packen
unsere Siebensachen zusammen, denn wir fahren auf den
Haleakala. Wenn es möglich ist, möchten wir
zumindest ein Stück des Sliding
Sands Trails laufen.
Obwohl es letzte Nacht nahezu ständig stark geregnet
hat, gießt wiederum ein Angestellter des Hotels
liebevoll den Rasen und auch den Weg, damit letzterer
noch rutschiger wird 

75 Minuten später sind wir am Summit des Haleakala,
wo wir zuerst mal im Auto sitzen bleiben. Es herrscht
dichter Nebel und es ist ganz schön kalt.
Kaltes Wetter ist nur eine Sache der richtigen Kleidung,
die wir ohnehin tragen.
Wir gehen den 0,2 Meilen (bzw. 0,3 Km) langen Pa
Ka'oao Trail (White Hill Trail). Der Weg ist eine
Mischung aus Lavasteinen und Sand und teilweise sehr schmal,
dann wiederum 1 m breit.
Was ist plötzlich los
Ich habe wie aus dem Nichts enorme Schwindelzustände
und muss mich setzen. Fast gleichzeitig wird mir schwarz
vor den Augen – jetzt nur nicht ohnmächtig
werden
Es dauert nicht sehr lange und es geht mir wieder besser,
waren das die lächerlichen 3000 Meter 
Egal, wir gehen weiter und sind in Kürze oben, von
wo aus wir auf der einen Seite auf den Parkplatz blicken.
Wir sehen auch zu Sience City und Red Hill hinüber
und rein theoretisch könnten wir auch in den Krater
sehen, was der Hauptgrund wäre, wenn – tja,
wenn dieser nicht vom Nebel eingehüllt wäre.
Es hat erstaunliche 18,2° C.
| Für kurze Zeit lichtet sich der Nebel etwas,
aber es reicht nur für ein paar nicht besonders
schöne Fotos. |
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Wir beschließen, zurückzufahren.
Ich muss allerdings sehr langsam fahren, denn es schüttet
wie aus Eimern. Erst in Pukalani wird es etwas besser.
Fast schon gewohnheitsgemäß holt Michi Kaffee
vom Starbucks ins Auto.
Um 14 Uhr sind wir im Hotel und lunchen. 1,5 Std. später
fahren wir in Richtung Ma'alaea.
Witzigerweise regnet es bis Ma'alaea, ab dann nicht mehr.
Um 16.15 Uhr stellen wir den Jeep am Lahaina Pali Trail
Ma'alaea Side ab. Kurz darauf gesellt sich ein grüner
PKW – als einziges weiteres Fahrzeug – zu
uns. Ein älteres Paar steigt aus und will wissen,
ob hier der Lahaina Pali Trail ist, was ich bejahe. Als
nächstes wollen sie Auskunft, wie lang dieser Trail
sei und ich spiele bereitwillig Auskunftsbüro.
Die beiden stellen daraufhin fest, dass sie den gesamten
Trail heute nicht mehr laufen können – wie
wahr – und machen sich auf den Weg. Zuvor sah ich
die Handtasche der Lady am Sitz stehen und diese hat sie
jetzt nicht bei sich 
Ja, Himmel nochmal
Auch wenn man nichts von der großen Gefahr der Autoeinbrüche
weiß, aber sprechen die Tausenden von Glasscherben,
die unter Garantie nicht von irgendwelchen Flaschen stammen,
keine eindeutige Sprache 
Ich kann nicht anders und mache sie darauf aufmerksam,
keine Wertgegenstände im Auto zu lassen und deute
auf die vielen Glasscherben.
Beide erschrecken fast zu Tode, denn die Lady sagt, dass
sie ihr gesamtes Geld, die Kreditkarten und den Reisepass
in der Handtasche habe
Ich glaube, so schnell hat sie ihre Handtasche noch nie
genommen...
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Endlich, um 16.20 Uhr, beginnen wir mit dem Lahaina
Pali Trail. |
| Zu Beginn ist der Weg normaler Waldboden, der mit
Steinen und Wurzeln durchsetzt ist, beidseits wachsen
hüfthohe Gräser und große Bäume.
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Bald darauf geht der Weg in eine alte Fahrstraße
über. Kurz darauf sehen wir ein Schild mit dem Hinweis,
dass rechterhand der Lahaina Pali Trail weiter geht.
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Es dauert nicht lange, liegt – aus Lavasteinen
errichtet – ein nach links weisender Pfeil auf
der Straße. Ab mit uns ins Gelände
Ohne diesen Pfeil ist man geneigt, gerade aus zu gehen,
da dort der alte Fahrweg weiter führt. |
Jetzt beginnt eine kleine Kletterpartie über größere
Lavasteine, der Pfad ist nur mehr ca. 30 cm breit. Rechts
unten sehen wir die alte Fahrstraße und unter dieser
– weder zu übersehen, geschweige denn zu überhören
- der Honoapi'ilani Hwy. Es geht nach wie vor auf dem
schmalen Pfad bergauf.
Die Sonne wärmt unsere Rücken, wir schwitzen
enorm und legen eine kurze Trinkpause ein. Es hat erfrischende
33.5° C.
Im Moment haben wir 221 Hm überwunden, zick-zack-mäßig
geht es über kleinere und größere Lavasteine
bergauf, es sieht fast wie eine Treppe aus.
Gerade kommt uns jenes Pärchen entgegen, das wir
am Parkplatz getroffen haben. Wir plaudern ein wenig miteinander.
Der Mann erzählt, dass er 10 Tage im Jahr Urlaub
hat, diese Tage kann er sich – theoretisch –
bis zu 9 Wochen aufsparen. Er kann aber trotzdem nicht
9 Wochen auf Urlaub gehen, da er um seinen Job fürchtet.
Er geht mit seinem iPod wandern, redet aber andererseits
davon, seinen Job zu wechseln oder - was ihm viel lieber
wäre - in Rente zu gehen.
Um 17.40 Uhr stehen wir auf einer kleinen Anhöhe
mit Blick auf Lana'i. Die Sonne ist gerade am Untergehen,
natürlich im Westen und dadurch ganz schön blendet.
Lana'i sieht man ein wenig schwer, da auf der Insel eine
Wolkendecke sitzt.
Es bläst ein ziemlicher Wind, der relativ kühl
ist, allerdings scheint mich mein Gefühl zu täuschen,
denn es hat 27,7° C.
Wir treten den Rückweg an, um nicht in die Finsternis
zu kommen. Um 18.25 Uhr erreichen wir wieder den alten
Fahrweg, 10 Minuten später das unversehrte Auto.
Unverzüglich fahren wir zum Hotel, es schüttet
wieder einmal wie aus Eimern. Um 19 Uhr sind wir beim
Hotel, hier in Kahului ist es staubtrocken.
Zum Abendessen gibt es Papayas und Weintrauben. Anschließend
widmen wir uns – wie allabendlich – der Technik
und um 21.30 Uhr belege ich den TV-Sessel. Vom Fernsehen
bekomme ich aber nicht mehr viel mit, da ich sehr schnell
einschlafe, bis mich Michi um 22.45 Uhr weckt und wir
uns zur Fortsetzung des Schlafes ins Bett verziehen.
Doch für mich ist die Nacht unruhig, ich werde immer
wieder durch den prasselnden Regen munter.
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