| Erbarmungslos wirft uns das Handy um 6.30 Uhr aus
dem Bett. Wir machen uns rasch fertig und gehen zum Breakfast
hinunter, das ab 6.30 Uhr erhältlich ist.
Der Kaffee hat zwar die übliche Farbe, der Geschmack
hat allerdings nur wenig Ähnlichkeit mit Kaffee.
Wir bedienen uns am Buffet und dürfen $ 25,25 zahlen,
was nicht gerade wenig ist.
Wettermäßig ist es wechselhaft. Im Augenblick
ist der Mauna Kea nicht zu sehen, aber langsam kommt blauer
Himmel
hervor. Richtung Volcanoes NP sieht es nach wie vor düster
aus.
Egal, wir fahren trotzdem um 8 Uhr in den Volcanoes NP,
schließlich haben wir das Permit für den Napau
Crater Trail. Umdisponieren und auf die Saddle Rd.
fahren, um den Pu'u O'o Trail zu laufen, können wir
immer noch.

Je näher wir dem NP kommen, umso mehr brennen mir
die Augen und mein Hals kratzt. Schönen Gruß
vom Schwefeldioxyd 
Um 9 Uhr stellen wir den Jeep bei der Mauna Ulu parking
area ab, ziehen unsere Wanderschuhe an und starten um
9.15 Uhr.
Über uns ist blauer Himmel mit zahlreichen Wolken
durchzogen.
| Wir sind noch nicht lange unterwegs, springt vor
uns eine ca. 5 cm große Spinne. Würde sie
sich nicht bewegen, wir würden sie gar nicht
sehen, denn sie ist Lava-farben. |
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Was mir gegenüber früheren Jahren hier fehlt,
sind die gelben Leuchtmarkierungen, die mehr als spärlich
zu sehen sind, es wurden allerdings – verglichen
mit 2007 – mittlerweile große Steinmännchen
errichtet.
Um 9.45 Uhr sind wir bei der Abzweigung zum Pu'u Huluhulu,
gehen aber nicht hinauf. Es kommt ein ziemlicher Wind
auf und vom Pu'u O'o kommt die altbekannte SO2-Wolke auf
uns zu.
Erfreut stelle ich fest, dass ich den Reisezeitraum richtig
erwischt habe, denn ich wollte, dass wir genau zur Ohelo-
und OhiaBlüte auf den Inseln sind. Bei den Ohelos
sind teilweise schon die orangefarbenen und weißen
Beeren sichtbar.
50 Minuten später sind wir beim direkt neben dem
Napau Crater Trail gelegenen ehemaligen Lavasee. Dieses
"Loch im Boden" halten die meisten Touristen
(so auch ich bis 2007) für einen Krater, was es aber
definitiv nicht ist. Dieser ehemalige Lavasee trägt
jedoch derzeit keinen offiziellen Namen.
Er weist zahlreiche große Risse auf und sieht
nicht wirklich zuverlässig aus. Nach wie vor weht
ein heftiger Wind, aber temperaturmäßig ist
es ideal, was die Sicht nicht behaupten kann.
Wir wandern über dampfende Lavaspalten hinweg, denn
wir befinden uns in einem Gebiet, in dem es qualmt und
qualmt und qualmt. Es ist wunderschön
Um 11 Uhr legen wir eine kleine Trink- und Verschnaufpause
ein, bis zum Makaopuhi Crater ist es nicht mehr allzu
weit.
Linkerhand des Makaopuhi Craters ist ein kleiner Hügel,
dort befindet sich der Krater "Kane Nui o Hamo",
der am kleinen Einschnitt in der Landschaft zu erkennen
ist.
Wir gehen in diese Richtung, in der es ebenfalls enorm
qualmt, was auf Regenfälle in der letzten Zeit zurück
schließen lässt.
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Der Weg ist soweit mit Steinmännchen markiert,
bis wir um 11.15 Uhr am Boden – offenbar mit
Spray geschrieben – das Wort "END"
sehen. |
Ab dann wandern wir querfeldein, immer im Hinterkopf,
dass das Gebiet unter uns instabil ist.
Dass hier nur äußerst selten jemand geht ist
daran zu erkennen, dass der Lavaboden so gut wie keine
Abnützungserscheinungen zeigt. Es knirscht unter
unseren Füßen, da wir mit den Schuhen die oberste
Lavaschicht abrubbeln.
Wir streben auf das Wäldchen zu, das wir sehen und
hoffen, dass wir dann – wie auch immer – den
Kane Nui o Hamo – sehen.
Das Gebiet unter uns ist sehr hohl. Wie hohl merke ich,
als ich plötzlich einbreche
Glücklicherweise passiert kaum etwas, ich habe nur
einige Schürfwunden am Unterschenkel, die sofort
zu bluten beginnen, sonst nichts.
Allerdings sehen wir jetzt wieder den Makaopuhi Crater,
nur aus einer anderen Sicht. Ein Durchkommen durch das
Wäldchen ist wegen sehr dichten Bewuchses nicht möglich
und da wir bis zum Napau Crater kommen wollen, drehen
wir nach etlichen Fotos und Filmaufnahmen um.
… doch nur kurz, denn es lässt uns keine Ruhe
– wir möchten den Kane Nui o Hamo finden 
Der Boden unter uns ist nach wie vor spröde und
hohl. Der Makaopuhi Crater ist im Moment zu unserer Rechten
und wir gehen über das knirschende Gelände weiter.
Um 11.45 Uhr stehe ich vor dem Makaopuhi Crater. Vor
mir geht es offenbar senkrecht hinunter, rechts im Crater
qualmt es ein wenig.
Zwar geben wir uns große Mühe, den Kane Nui
o Hamo zu finden, aber es gelingt uns nicht. Wir müssen
uns endgültig von der Sucherei lösen, da wir
unser Tagesziel unbedingt erreichen und vor Einbruch der
Dunkelheit wieder beim Auto sein möchten.
| Bleibt nur eines: umdrehen und auf dem knirschenden
Lavaboden zurück gehen. |
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Um 12.30 Uhr sind wir wieder am Napau Crater Trail, der
Makaopuhi Crater befindet sich zu unserer Linken.
Der Himmel ist sehr stark bewölkt, es sieht nach
Regen aus, optimistisch setzen wir jedoch unsere Wanderung
fort. Übrigens hat es 26,5° C. Der ansonsten
sehr starke Wind beim Makaopuhi Crater ist heute nicht
besonders ausgeprägt.
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Kurz darauf kommen wir zu "unserem" Wäldchen.
Erstaunlicher Weise ist der Eingang stark verwachsen,
gerade so, als würden die meisten Hiker beim
Makaopuhi Crater kehrt machen. Na – uns kann
es Recht sein. |
Von einem "Aussichtspunkt" sehen wir sehr schön
in den Makaopuhi Crater hinunter und linkerhand sehen
wir im Krater jene Dampfwolke, die zuvor – auf der
anderen Seite des Craters – rechts von uns war.
Wir gehen ein Stück weiter und ein quer liegender
Baum möchte uns den weiteren Weg versperren –
keine Chance, wir steigen drüber.
Kurz darauf das nächste Hindernis, nämlich der
nächste schräg liegende Baum, wir können
allerdings bequem unten durch gehen.
Um 12.50 Uhr stehen wir an der Kreuzung mit dem Naulu
Trail bzw. Kalapana Trail und dem Lae'apuki Trailhead.
Ein Schild verrät, dass wir noch 1,9 mi bis zum Napau
Crater haben.
Weiter geht es durch den wild-romantischen Wald. Dieser
Napau Crater Trail ist einer der schönsten im ganzen
Hawai'i Volcanoes NP.
Zehn Minuten später kommt uns ein jüngeres
Pärchen entgegen. Sie erzählen, dass man vom
Lookout nichts sehen kann, da alles voller Rauchschwaden
ist. – Mit etwas Anderem rechnen wir allerdings
sowieso nicht, sondern genießen diese schöne
Wanderung.
Während des Gehens verspeisen wir einen Trailmix,
eine Mischung aus Erdnüssen, Cashewnüssen und
Rosinen. Schmeckt ganz gut, kostet 99 Cent und ist im
Foodland erhältlich.
Über uns ist der Himmel nach wie vor grau in grau
und es stellt sich mir die Frage, ob wir heute nicht noch
ordentlich eingewässert werden. Besonders günstig
wäre das nicht, da wir unsere Wanderschuhe morgen
unbedingt benötigen.
| Um 14 Uhr erreichen wir die Old Pulu Factory. |
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Der Trail ist auch weiterhin gut erkennbar, aber nur
ca. 30 bis 40 cm breit. Beidseitig wachsen Farne, die
unsere Beine zerkratzen, aber wir wollten es nicht anders,
deshalb sind wir auch in Shorts unterwegs 
Zehn Minuten später sind wir an der Kreuzung, wo
es linkerhand zur Napau Campsite und rechterhand zum Napau
Overlook geht. Da wir uns die Campsite ansehen wollen,
biegen wir links ab.
 |
Kurz darauf sehen wir ein Holzschild mit der Aufschrift
"Toilet" und einem Pfeil geradeaus und nun
ist auch schon das entsprechende Holzhäuschen
sichtbar. Es ist eine pit toilet, ein Besen mit langem
Stiel ist vorhanden. |
| Ich versuche herauszufinden, wo sich die Campsites
befinden. Meiner Meinung nach ist keiner der Untergründe
wirklich geeignet. Wenn man allerdings bei der Toilette
links herum geht und dem Pfad weiter folgt, kommt
man zu einer freien Lavafläche, die gut genug
fürs Zelten zu sein scheint. |
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Hier ist auch der weitere Trail zum Napau Crater, der
mit einem entsprechenden Schild "Stay on trail"
und allen möglichen Warnungen gekennzeichnet ist.
Ein Stück dürften wir auf diesem Trail noch
gehen, ehe er gesperrt ist, da der Napau Crater seit Jahren
nicht durchquert werden darf.
Wir drehen um und gehen zum Napau Crater Trail zurück.
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Um 14.30 Uhr – spät, aber doch –
sind wir am Ziel, dem Napau Overlook. Endlich –
nach 1,5 Jahren – stehen wir wieder vor den
Napau Crater, der uns zu Füßen liegt. |
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Wir machen es uns auf dem Boden gemütlich und verspeisen
unser Mitgebrachtes: Würstchen aus der Dose. War
der Pu'u O'o vor wenigen Minuten noch sichtbar, so ist
er jetzt völlig verschwunden – die dicke SO2-Wolke
ist daran schuld.
Um 14.50 Uhr beginnen wir mit dem Rückweg. Es ist
feucht und auch kalt, weswegen wir unsere Jacken anziehen.
20 Minuten später gehen wir an der Old Pulu Factory
vorbei.
Man glaubt es kaum: Um 15.35 Uhr ( )
kommt uns ein junges Pärchen entgegen. Sie sind ganz
schön spät dran... Sie haben eine beachtliche
Ausrüstung, nämlich absolut nichts. Keinen Rucksack,
nichts in Händen… Manchmal können wir
uns nur wundern.
Die junge Frau interessiert sich für die Uhrzeit,
da sie selbst keine Uhr trägt.
Um 15.40 Uhr sind wir wieder an der Kreuzung mit dem
Naulu Trail. Laut meinem Plan liegen weitere fünf
Meilen vor uns.
20 Minuten später sind wir gerade noch im Wäldchen
und es beginnt zu regnen. So etwas müsste nun wirklich
nicht sein
Was bleibt uns übrig, als unsere Regencaps anzuziehen.
Aber auch als wir aus dem Wald heraußen sind, regnet
es weiter. Vor uns ist der Himmel grau in grau –
herrliche Aussichten für den weiteren Rückweg
Es hört zwar bald darauf zu regnen auf, aber es
geht solch ein unangenehmer kalter Wind, sodass wir die
Regencaps als Windschutz anlassen. Neben uns ist der frühere
Lavasee, es ist 16.55 Uhr.
Eine halbe Stunde später gehen wir am Fuße
des Pu'u Huluhulu vorbei. Zur Abwechslung regnet es wieder.
Um 18.10 Uhr haben wir es geschafft – wir sind
wieder beim Auto.
Es war eine wunderschöne Wanderung, auch wenn wir
den Pu'u O'o fast nicht sehen konnten. Der Trail verlangt
allerdings ein wenig Kondition, da er doch ganz schön
lange und das Gehen auf der Lava anstrengend ist.
Wir ziehen unsere Wanderschuhe aus, legen die Regencaps
ab und fahren zum Hotel zurück, wo wir um 19.30 Uhr
ankommen. Ich kann kaum aus dem Auto aussteigen, in der
Folge kaum gehen. Meine Oberschenkel brennen auf der Rückseite
dermaßen, als hätte ich dort keine Haut, sondern
eine riesengroße offene Wunde. Jeder Schritt ist
eine Qual.
Nun ja, wir sind lt. GPS immerhin 21,3 Km gelaufen.
Nach dem Duschen statten wir der Wai'ouli Lounge einen
Besuch ab. Nein, wir wollen keinen Mai Tai, ich möchte
eine heiße Suppe, mir ist nämlich erbärmlich
kalt und Michi hat sowieso Hunger.
Wie schön, in der Bar befindet sich nur die Angestellte,
die wir schon seit langem kennen, sonst niemand.
Michi bestellt sich ein Chicken Gordon Bleu Sandwich und
ich wähle, wie erwähnt, eine Suppe, egal, welche
kommen mag.
Später, beim Versuch, wieder aufzustehen, gelingt
mir das nur äußerst mühsam. Ich kann nach
wie vor kaum gehen, da ich enorme Schmerzen habe.
Im Zimmer erledige ich noch den technischen Teil, ehe
wir todmüde um 22.45 Uhr ins Bett fallen.
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