Donnerstag, 30. 4. 2009

Wie fast immer, läutet um 6 Uhr das Handy, doch wir wollen noch fünf Minuten dazugeben, schließlich sind wir ja im Urlaub
Das gelingt nicht ganz, denn das nächste Mal werde ich erst um 7.30 Uhr munter

Rasch stehe ich auf. Ein Blick aus dem Fenster zeigt ein sehr bedecktes Hilo, dzt. regnet es nicht. Der Parkplatz vor Coconut Island ist jedoch nass. Der Mauna Kea hält sich wieder einmal mehr versteckt.

Ab mit uns zum Frühstücksbuffet

Um 9.30 Uhr fahren wir vom Hotel in Richtung Volcanoes NP – wie könnte es auch anders sein

Genau eine Stunde später parken wir uns am Parkplatz von "Devils Throat" auf der Chain of Craters Rd. ein. Dieser befindet sich geschätzte 150 m nach dem Abzweig zur Hilina Pali Rd. auf der rechten Seite (Devil's Throat liegt jedoch linkerhand).

2007 haben wir vergeblich einen Zugang zu Devils Throat gesucht, dieses Jahr ist es anders.

Vom Parkplatz gehen wir einige Meter zurück und ehe man das Schild "Hilina Pali Rd." (nach links abzweigend) sieht, ist rechterhand ein eigentlich nicht zu übersehender Trail.

Im Vordergrund – fast an der Chain of Craters Rd. – steht ein heute ca. 2 m hoher Ohia-Baum, der momentan in voller Blüte steht.
Der Weg ist deutlich zu erkennen, es gibt allerdings keinerlei Beschriftung, wohin der kurze Trail führt.
Nach ca. 50 m sehen wir das Schild "do not enter, unstable cliffs will collapse without warning".
Nur wenige Meter dahinter liegt Devils Throat vor uns.

Es ist ein unheimlich tiefes "Loch" im Boden, wobei die Wände senkrecht abfallen.

Zuerst wagen wir uns gar nicht so weit vor, sodass wir den Boden erkennen können, doch von der Südseite her aus erscheint uns der Boden relativ sicher.

An der Nordseite ist der Schlund mit etwas Farn bewachsen, ansonsten ist er überall kahl.

Wir hören, wie sich ein Auto auf der Chain of Craters Rd. einbremst und können einen Mercedes erkennen (Devils Throat liegt wirklich nur einen Steinwurf von der Straße entfernt!).
Der Fahrer steigt aus und sieht uns, weiß aber nicht, was es hier Besonderes geben soll und dreht wieder um.

Um 11 Uhr sind wir wieder beim Auto und fahren bis zum Trailhead des Keauhou Trails weiter. Wettermäßig sieht es sehr gut aus.

Nur 15 Minuten später sind wir beim genannten Trailhead bzw. am Parkplatz davon und machen uns auf den Weg. Just in dem Moment, in dem wir uns vom Jeep entfernen, parkt sich hinter uns der große Jack's Tours Bus ein. Ganze fünf Minuten lang haben die Touristen hier zur Verfügung...

Es hat 31.6° C. Mittlerweile ist es sehr stark bewölkt, nur ein paar kleine blaue Stellen sind am Himmel zu erkennen. Kein Lufthauch ist zu spüren, es ist richtig schwül.

Der Trail führt zu Beginn über pahoehoe-Lava. Um 11.40 Uhr biegen wir rechterhand in Richtung des kleinen Wäldchens ab, beidseits wachsen Ohia lehua. Steinmännchen weisen den Weg, dadurch kann man ihn vorerst überhaupt nicht verfehlen.

Um 12 Uhr legen wir eine kleine Pause ein. Meine Uhr verrät 32.3° C und wir haben entsprechend Durst. Der Himmel vor uns ist grau.

Besonders schön ist, dass die Ohias so herrlich blühen Nach ihrer Blütezeit habe ich diesen Urlaub gebucht und sie lassen uns nicht im Stich.

Beim Weitergehen verlassen uns langsam die Steinmännchen und wir finden kaum noch welche. Da wir den Trail aber bereits 2007 gegangen sind, wissen wir ungefähr, wo wir lang müssen.

 

Um anderen Hikern den Trail zu erleichtern, errichten wir ab und zu neue Steinmännchen.

Es ist nun 12.30 Uhr und wir stehen vor einer niedrigen Mauer, die sich linker- und rechterhand von uns befindet. In der Mitte ist ein kleiner Durchgang – sehr praktisch

Hinter dieser Mauer hören schlagartig die Ohia lehua auf, ab jetzt ist es altes Weideland. Die Mauer war vermutlich in früheren Zeiten ein Weidezaun. Es könnte sich aber auch um die Districtgrenze Puna / Ka' handeln.

Wir gehen auf einem alten Fahrweg weiter, der sehr gut zu erkennen ist.

Um 12.45 Uhr erreichen wir ein Schild, das aus unserer Richtung nur die Rückseite zeigt.
Laut Schild sind es bis zur Chain of Craters Rd. 2,0 mi, rechterhand (Richtung Meer) Keauhou 4,8 mi und linkerhand (Trailhead Kipuka Nene) 5,4 mi.

Wir wandern Richtung Kipuka Nene, also landeinwärts, später zweigen wir auf den 'Ainahou Trail ab..

Auf diesem Fahrweg, der mit unterschiedlich großen Lavasteinen durchsetzt und teilweise mit Gras bewachsen ist, geht es beständig leicht aufwärts.

Am Wegesrand blühen immer wieder schöne gelbe Blümchen.

Um 13.15 Uhr kommen wir zu einem T-Stück. Linkerhand geht es zu Kipuka Nene 4,9 mi, hinter uns Keauhou 5,3 mi sowie Chain of Craters Rd. 2,5 mi, wie auf einem entsprechenden Schild zu lesen ist. Demnach haben wir von dem vorhergehenden Schild bis jetzt nur ½ Meile zurück gelegt.

Wohin es rechterhand geht, verrät weder das Schild noch eine meiner an sich sehr detaillierten Wanderkarten, es handelt sich jedoch um den 'Ainahou Trail.

Hier legen wir eine Pause ein, um etwas zu trinken und den Inhalt eines Trailmix-Säckchens zu verspeisen. Um 13.30 Uhr gehen wir bei leichtem Wind un 30,4° C weiter.

Nur ½ Std. später sehen wir vor uns das uns schon von 2007 bekannte abgesperrte Gebiet mit dem Schild "Endangered species closure, absolutly no entry", wir gehen linkerhand weiter.

Nach 10 Minuten taucht "unsere" Hütte vor uns auf, bei der wir 2007 Rast gemacht haben. Mal sehen, ob wir auch dieses Jahr hier Nenes sehen.
Hinter dieser Hütte ist die Aufzuchsstation.

"unsere Hütte"

Nene Aufzuchtstation

Doch was ist los Die Nene Sanctuary ist völlig verlassen Es ist keine einzige Nene zu sehen, auch nicht zu hören.

Wir setzen uns auf die Stufen der Hütte und packen unser Mitgebrachtes aus.

Plötzlich hören wir in unmittelbarer Nähe eine Nene, sehen können wir sie nicht. Wir müssen jedoch den Rückweg antreten, für den wir ca. 3,5 Std. benötigen werden.

Richtung Meer ist der Himmel fast schwarz, naja, wenigstens ist über uns ein wenig blauer Himmel.
Vor uns sieht es besser aus und wir erfreuen uns an den blühenden Ohia's.

Um 17 Uhr sind wir aus dem Wäldchen heraußen und auf der freien Lava. Wenn man nun meint, wir sind gleich beim Auto, so ist das ein Irrtum, denn der Weg zieht sich noch ganz schön.

Rund um uns sind dunkle Wolken...

Ob wir trockenen Fußes zum Auto kommen, ist unklar. Es weht ein ziemlich starker Wind, aber das ist für diese Gegend normal.

Um 17.20 Uhr sind wir beim Auto, das ging ja weitaus schneller als gedacht. Langsam wird mir kalt, denn es hat nur mehr 23,8° C

Am Weg zurück nach Hilo stoppen wir beim Foodland, um noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen.

Zum Abendessen gibt es nicht mehr viel. Ein winziges Brötchen und je ½ Papaya, das reicht völlig aus.

Anschließend – wie jeden Abend – die Technik. Erstaunlicherweise fallen wir bereits um 22.45 Uhr hundemüde ins Bett

Um 1.30 Uhr werde ich munter. Das wäre ja weiters nicht störend, wenn ich nur wieder einschlafen könnte, aber es funktioniert irgendwie nicht. Um 4.45 Uhr sehe ich zum letzten Mal auf die Uhr, ehe mich der Schlaf übermannt. Anscheinend bin ich doch zu früh ins Bett gegangen