Um 6 Uhr läutet zuverlässig der Radiowecker.
Er ist so schrill und laut, dass es uns aus den Betten
hebt. Zehn Minuten später zum zweiten Mal. Wir stehen
auf, machen uns fertig und gehen zu Perry's hinüber.
http://www.perryssmorgy.com/
Die Lady beim Empfang, die wir schon seit Jahren kennen,
freut sich, dass sie uns schon wieder sieht.
Aber Moment mal – warum ist eigentlich schon aufgesperrt,
es ist doch erst 6.45 Uhr 
Die Lady klärt uns auf: Perry's sperrt um 6.30 Uhr
auf. Ich verweise auf das Schild an der Eingangstür
und sie erklärt, das sei schon längst veraltet.
Na super 
Nach dem Frühstück richten wir unsere letzten
Dinge zusammen. Wettermäßig sieht es ganz gut
aus, es ist aber jetzt - um 8.10 Uhr - schon angenehm
warm.
Unser heutiger Plan führt uns in den Nordwesten,
wofür wir das Permit für das Mokule'ia-Gebiet
schon Mitte April bei unserem ersten Aufenthalt in Honolulu
erworben haben.
Wir benötigen pro Nase einen Lichtbildausweis. Mal
sehen, wie das heute mit Gate offen oder geschlossen und
vor allem auch mit den Telefonnummern funktioniert.
Um 8.15 Uhr fahren wir los. In Honolulu ist sehr wenig
Verkehr und die Lady bei Perry's erzählte auch, dass
nicht nur sie, sondern die ganzen Hawai'i-Inseln einen
enormen Touristenrückgang zu verzeichnen haben.
An etlichen Hotels sind die Schilder "vacancy"
zu sehen.
Der Hwy. ist ebenfalls sehr wenig befahren, von Stau
ist überhaupt keine Rede, obwohl das ansonsten um
diese Uhrzeit ganz normal ist bzw. war. Wir sind ja immerhin
in der rush hour unterwegs.
Entlang der Westküste sind die Zelte der Obdachlosen
noch mehr geworden. Die Leute verkaufen am Straßenrand
Huli Huli Chicken und bieten auch andere Dienste an, z.
B. Car Wash mit einem ganz normalen Gartenschlauch 
Um 9.30 Uhr sind wir bei der Check In Station bei der
Satellite Tracking Station Access Rd.. Drinnen sitzt eine
junge Lady von ca. 25 Jahren, rötliches Haar, Sonnenbrille
am Kopf, Tarnanzug. Sie trägt ein Schild, auf dem
steht "Volonteene".
Solch ein Permit, wie wir es ihr vor die Nase halten,
hat sie noch nie gesehen, denn sie liest es sehr gründlich
durch und obwohl unsere Autonummer ohnehin am Permit steht,
fragt sie danach. Insgesamt ist sie aber sehr bemüht
und macht auch noch ausfindig, bei wem wir uns verlässlich
melden könnten, wenn abends das Gate wieder geschlossen
sein sollte. Sie stellt sogar sicher, dass dann jemand
dort ist, der das Gate öffnet.
| Kurz darauf können wir weiter fahren, sehen
wieder den großen "Tennisball" und
das Gate ist geöffnet. Ein junger Mann, den wir
im April schon gesehen haben, hält uns mit der
entsprechenden Handbewegung auf und sagt, beim Gebäude
11 auf der rechten Seite sollen wir einfach ans Fenster
klopfen, sollte das Gate abends geschlossen sein,
was es vermutlich ist. |
 |
Nun stehen wir auf dem Parkplatz, wo wir 2007 Aaron
von Na Ala Hele begegnet sind. Michi wechselt noch rasch
die Filmkassette.
Kurze Zeit später biegen wir in die Kuaokala-Mokule'ia
Access Rd. ein und lassen den Kuaokala Trail rechterhand
liegen.
Hier steht ein Schild "4WD beyond this point".
Die asphaltierte Straße geht ziemlich bergab, hat
ab und zu kleinere Schlaglöcher. Sie ist aber nur
einspurig befahrbar.
Also Allrad rein - weiter geht's 
Kurz darauf sind wir am Beginn der Piste. Hier steht
das braun-gelbe Schild "Mokule'ia Trail".
Das ist aber Unsinn, wie sogar der Plan daneben zeigt,
denn hier ist nicht der Trail, sondern die Road. Wenn,
dann müsste es heißen "to Mokule'ia Trail".
Da sich aber hier so gut wie keine Touristen zeigen –
außer uns
– spielt das keine Rolle und wir wissen es ja ohnehin.
Zeitweise sehen wir gut zur Nordküste von O'ahu.
Wir fahren weiter. Die Piste ist halbwegs gut befahrbar,
aber mit unterschiedlich großen Lavasteinen durchsetzt
und hat teilweise tiefe Spurrillen.
Wir erreichen die Kreuzung, an der linkerhand der Kealia
Trail beginnt bzw. endet und fahren geradeaus weiter.
Wenige Minuten später ist rechterhand einer der
beiden Mokule'ia Trailheads, da der Trail von zwei Seiten
begehbar ist.
Etwas später sehen wir in einer 90°-Rechtskurve
einen Parkplatz und unmittelbar dahinter sehr viele Hawai'i-Cherrys.
Wir gönnen uns eine Vitaminpause.
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Ein Foto für
die Botaniker  |
Beim Weiterfahren steht linkerhand ein alter, verrosteter
und mit einer Leiter versehener Wassertank.
| Die Sicht auf die Nordküste von O'ahu wird
besser. |
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Schließlich sind wir beim Schild "Mokule'ia
Public Hunting Area Unit E" sowie einem zweiten Schild,
auf dem "Kealia Trail & Kuaokala Trail"
steht.
Somit stoßen wir auf eine asphaltierte Straße,
die quer vor uns verläuft. Wir fahren rechterhand,
linkerhand würden wir nach kurzer Zeit zu einem Gate
kommen.
So, Allrad heraus.
Rechterhand (!) stehen wir vor einem Gate, das am Plan
nicht eingezeichnet ist
Es bleibt nichts Anderes übrig, als auf diesem schmalen
Stück umzudrehen und wir fahren nun – aus vorhergehender
Sicht – links.
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Hier stehen wir nach kurzer Zeit ebenfalls
vor einem Gate, das sich auf der asphaltierten Straße
befindet. Rechterhand ist ein Pfeil mit dem Schild
"Mokule'ia Campground Peacock Flats, Mokule'ia
Trail". |
Rechterhand campiert ein Ehepaar mit Kind und Hund. Das
Kind läuft ganz aufgeregt auf die Straße, als
es unser Auto kommen hört. Der Mann kümmert
sich sofort um den Hund.
| Wir grüßen freundlich und fahren weiter. |
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Kurz darauf parken wir uns am Trailhead des Mokule'ia
Trails ein.
Wettermäßig ist es stark bewölkt,
nur ab und zu sieht man ein kleines Stück blauen
Himmel. Es ist allerdings sehr schwül.
Wir ziehen unsere Wanderschuhe an und ziehen um
12.10 Uhr los. |
Gleich zu Beginn des Trails findet man Schuhbürsten
vor, an denen wir uns gründlichst die Schuhe reinigen,
um womöglich keine Samen in dieses Gebiet einzuschleppen.
Der Trail ist ca. 1 m breit und führt ganz leicht
bergauf, bergab. Der Waldboden ist mit Steinen und Wurzeln
durchsetzt und mit Tausenden Koa-Blättern bedeckt.
Vögel zwitschern, ab und zu hören wir ein Flugzeug,
das beim Dillingham Airfields gestartet ist.
Es gibt auch ein fremdes Geräusch, nämlich
das Piepsen des GPS-Gerätes, das verzweifelt nach
einem Satelliten sucht und keinen findet, weil wir durch
Wald gehen.
| Nach fünf Minuten kommen wir zu einem Gate,
das für uns neu ist. Es ist nicht nur ein Gate,
sondern es führt beidseits ein Wildschweinzaun
weiter. Es kann nur die obere Hälfte der kleinen
Tür geöffnet werden, die untere ist fix
geschlossen, somit klettern wir durch die obere durch.
Es hat 32,7° C. |
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Teilweise bilden Baumstämme einen Tunnel über
unseren Köpfen. |
Beidseits des Weges wachsen immer wieder Farne, die
saftig-grün strotzen. Er führt dann nicht mehr
eben, sondern deutlich ansteigend nach oben.
Auf diesen Trail braucht man jede Menge Antimoskitospray.
Wir sind zwar eingesprüht, aber wirklich viel hilft
das nicht, sodass wir immer wieder nachsprühen.
Der Wildschweinzaun begleitet uns nach wie vor.
Um 12.50 Uhr erreichen wir rechterhand ein Picknickshelter.
Es hat nur Baumstümpfe zum Sitzen, aber keinen Tisch.
Es steht ein Schild "Mokule'ia Trail" mit einem
Pfeil, der nach links weist, dort.
Beim Weitergehen befindet sich nach einer Rechtskurve
unterhalb von uns ein kleiner Bach mit nur wenig Wasser.
Dann erreichen wir wiederum eine Absperrung in Form eines
Zaunes. Außer einem rosaroten Bändchen ist
keinerlei Markierung vorhanden.
Laut Beschreibung heißt es, nach zwei Meilen ende
der Trail bei der Boundary. Das GPS verrät, dass
wir erst 1,2 Meilen zurück gelegt haben.
| Linkerhand des Zaunes ragt auf beiden
Seiten ein Rundholz heraus, es ist zum Passieren des
Zaunes gedacht. |
 |
Die Moskitos sind nahezu unerträglich, sie stechen
sogar durch die Socken.
Wir suchen uns den Trail, der zeitweise nicht mehr sehr
gut zu erkennen ist.
 |
Jetzt machen wir auf Vitaminzufuhr
Wir stehen vor einem Mandarinenbaum
Allerdings brauchen wir für die Ernte einer hoch
oben hängenden Frucht fast 10 Minuten 
Die Mandarine ist sehr groß, mit sehr dicker
Schale, aber nur mäßig im Geschmack, wenngleich
sie auch sehr saftig ist. |
Wir gehen danach nur wenige Meter weiter und schon stehen
wir vor einem umgefallenen Baumstamm, der quer über
dem Weg liegt.
Er ist allerdings so behauen, dass einem das Darübersteigen
erleichtert wird.
Bisher sind wir 1,7 Km gegangen, es fehlen uns mindestens
noch 9,8 Km, wir sind aber schon 2,5 Std. unterwegs
Wir gehen aber auch sehr langsam...
Und schon ist der nächste Zaun vor uns, er
hat ebenfalls eine Übersteigvorrichtung –
sehr praktisch 
Hier verspeisen wir bei starkem Wind, stark bewölktem
Himmel und "eisiger" Kälte
unsere Würstchen und drehen dann um. |
 |
Bisher waren es 1,92 Km.
Bei der primitiven Hütte mit den Holzstämmen
zum Sitzen beginnt es zu tröpfeln 
Plötzlich hören wir auf einmal Stimmen. Oder
täuschen wir uns
Nein, wie sich herausstellt, dort steht jemand 
Ein hawaiisch aussehendes männliches, zwei weibliche
Wesen, ein Kind sowie ein Hund. Eine der beiden Ladys
trägt einen großen Tramperrucksack.
Sie fragen uns, ob wir "over there" waren.
Hmmm, was ist "over there"
Wir antworten sicherheitshalber mit "yes" und
gehen weiter.
Um 16.45 Uhr sind wir wieder beim Auto.
Das Lügen-GPS zeigt 4,58 gegangene Km an, wobei
der Rückweg ½ Km länger war als der Hinweg
– sehr interessant, da wir auf diesem Trail nirgendwo
einen Abstecher hätten machen können.
Kaum sitzen wir im Auto, kommen uns weitere fünf
Leute entgegen. Vier Burschen, ein Mädchen mit Hund.
Wahrscheinlich sind sie vom Campground bis hierher gegangen.
Wir grüßen freundlich, die fünf sehen
absichtlich weg und grüßen nicht. Naja, auch
egal.
Sie sehen aber nicht sehr lustig oder heiter aus, vielleicht
passt ihnen der sehr stark bewölkte Himmel nicht.
Endlich sind wir beim Auto und nach 18 gefahrenen Meilen
auf der Holperpiste haben wir wieder Asphalt unter den
R ädern.
Bei den Hawai'i-Cherrys machen wir wieder Halt, um den
Vitaminlevel gleichmäßig hoch zu halten 
Ich sammle noch vier Guaven ein, somit ist das Abendessen
auch schon gesichert 
Kurz darauf stehen wir vor dem verschlossenen Gate, es
ist niemand vorhanden, der uns das Gate öffnen könnte.
Daher fahren wir zum Gebäude 11, wie es uns in der
Früh gesagt wurde. Michi klopft an die Fensterscheibe
dieses Gebäudes, das einer Gartenhütte mit Vogeldach
sehr ähnlich sieht. Niemand öffnet.
Zu dumm
Gerade vorhin ist uns ein Security-Auto entgegen gekommen,
der sehr freundlich mit "hang loose" gegrüßt
hat. Wahrscheinlich war das jener, der uns das Gäte
hätte öffnen können.
Ein Herr kommt von weiter oben der Straße herunter
und fragt uns, ob wir Hilfe brauchen. Ja, irgendwie schon,
denn wir möchten das Gate passieren, ohne es zu ramponieren
Ich höre ein Auto und drehe mich um: Es ist wieder
das Security Auto. Der Herr, mit dem wir gerade sprechen,
hält das Auto an und teilt dem Fahrer mit "these
guys want to get out".
Der Security Mensch fordert uns mit "follow me"
auf und wir düsen ihm nach. Er sperrt das Gate auf,
wir bedanken uns und fahren Richtung Farrington Hwy.
Leider gibt es heute keinen nennenswert schönen
Sonnenuntergang.
Beim Check In-Häuschen stoppen wir, das ist hier
ein must be.
Jetzt hat ein Herr Dienst, Michi ruft ihm zu" we're
the hikers", das Tor wird geöffnet und wir fahren
durch.
Es ist 18.30 Uhr.
Beim KFC in Waianae stoppen wir und fahren nach der Stärkung
Richtung Honolulu.
Dieser KFC befindet sich meerseitig. Qualitativ waren
wir zufrieden, auch die Bedienung sehr freundlich. Quantitativ
war es nicht so, wie gewohnt, die Teile waren um einiges
kleiner als sonstwo. Der zweite KFC ist übrigens
in Nanakuli.
Auf der Fahrt am Hwy. löst mich Michi ab, da ich
hundemüde bin.
Um 20.35 Uhr kommen wir im Hotel an.
Nachdem wir uns gestern dem technischen Krimskrams nicht
gewidmet haben, holen wir das jetzt nach.
Weit nach Mitternacht gehen wir ins Bett 
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