Freitag, 8. 5. 2009

Warnung - Das ist ein sehr Foto-lastiger Tag

Um 1.55 Uhr läutet Handy Nr. 1, fünf Minuten später Nr. 2. Rasch stehen wir auf und ich gehe auf den Balkon, um zu sehen, ob es regnet oder geregnet hat. Nein, glücklicherweise nicht.

Wie magnetisch angezogen gucke ich auf den Balkon, der rechts von uns ist. Dort schläft doch glatt jemand auf den zwei unbequemen Sesseln, die halbherzig zusammengeschoben wurden. Der- oder diejenige ist gut zugedeckt und möchte anscheinend beim Meeresrauschen dösen.

Wir frühstücken ein wenig und packen die restlichen wenigen Sachen in unsere Rucksäcke.

Um 2.45 Uhr fahren wir vom Hotel ab.

Schon vor Pahoa beginnt es zu nieseln, später verstärkt sich der Regen. So ein Käse Von uns aus kann es in Hilo schütten, aber doch nicht hier

Es ist kaum Verkehr und schneller als erwartet sehe ich linkerhand die Painted Church, der Treffpunkt mit Chris.

Das Foto von der Painted Church hat mir freundlicherweise Elsupremo vom Forum usa-reise.de zur Verfügung gestellt. Ganz herzlichen Dank dafür

Die Painted Church ist, wie Chris am Telefon sagte, beleuchtet. Wir biegen in die kleine Straße zur Church ab und parken uns am Rasen ein.

Und es regnet und regnet und regnet... Nach wenigen Minuten lässt der Regen etwas nach und ich ziehe meine Wanderschuhe an. Anschließend ist mein T-Shirt ganz schön nass

Es ist 3.55 Uhr und schlagartig hört der Regen auf Das gibt's doch gar nicht

Nahezu zeitgleich kommt Chris. Wir unterschreiben, dass wir uns der Gefahren bewusst sind, die uns auf der Tour möglicherweise erwarten und entbinden damit Chris jeglicher Haftung. Nun noch der finanzielle Teil ($ 150 pro Person) und anschließend folgen wir Chris, der zur Viewing Area fährt. In der Nähe stellen wir unsere Fahrzeuge ab.

Mittlerweile ist es 4.20 Uhr. Mit sehr gut leuchtenden Stirnlampen, die von Chris zur Verfügung gestellt werden sowie für Chris und mich mit einem hiking stick bewaffnet, ziehen wir los.

Was wir in der Folge erleben, ist einfach unbeschreiblich

Weit vor uns sehen wir eine große, rot beleuchtete Dampfwolke, noch weiter westlich eine kleinere Dampfwolke.

Nach ca. 45 Minuten Gehen über der pahoehoe-Lava stehen wir oberhalb der großen Lavatube, unter uns fließt die Lava ins Meer. Wir stehen also wie auf einem Balkon und sehen diesem Schauspiel zu. Das Miterleben, wie neues Land entsteht, ist einmalig und ich kann es nicht in Worte fassen, das muss man gesehen und erlebt haben.

Vor uns geht es senkrecht hinunter. Wir sehen auch einen Crack im Lavaboden und Chris rät uns dringend davon ab, über diesen Crack zu steigen, da das restliche Stück zweifelhaft stabil ist.

Die unter uns befindliche Lava fließt in mehreren Strömen, es entstehen bei der ins Meer fließenden Lava kleine Feuerwerke.

Außer uns drei sind noch weitere zwei Leute hier, ein Fotograf und ein Einheimischer.

Wir wechseln den Standort und gehen ein kleines Stück nach Westen. Von hier haben wir eine noch bessere Sicht auf das, was sich uns bietet. Wir stehen auch hier immer noch auf der Lavatube, unterhalb von uns fließt nach wie vor Lava ins Meer.

Nach langer Zeit gehen wir westlich zur zweiten Dampfwolke weiter. Chris erklärt sehr viel. Er wurde auf Big Island geboren und ist hier aufgewachsen, verbrachte aber Teile seines Lebens in New Mexico und Kalifornien und ist überhaupt ein kleiner Weltenbummler. - Und nebenbei sehen wir fasziniert der Lava zu.

Gerade geht die Sonne auf – es ist unbeschreiblich schön

 
Chris

Lust, Videoclips von der Lavatour zu sehen, die ich geschnipselt habe Dann nichts wie los - Vorhang auf

Lavatour bei Nacht 1
Lavatour bei Nacht 2
Lavatour bei Nacht 3
Lavatour bei Nacht 4
Lavatour bei Dämmerung
Lavatour nach Sonnenaufgang

Dass es auf meiner Homepage überhaupt Videoclips gibt, habe ich Jack Black aus dem Forum von usa-reise.de zu verdanken - danke Rainer

Der Weg zur zweiten Dampfwolke führt teilweise über eine nur ein Monat alte Lavaschicht.

Ein Stück weiter nördlich unseres jetzigen Standortes stehen mitten auf der Lava ringförmig angeordnet Betonsteher.
Chris erzählt, was es damit auf sich hat bzw. hatte: Ein Mann wollte sich unbedingt hier ein Haus bauen, das Dach war zeltartig vorgesehen, ähnlich einem Zirkuszelt. Zu diesem Zweck hat er in der Mitte einen Mast errichtet, das sollte die Dachspitze werden.

Dem guten Mann wurde der Weiterbau verboten und er bekam die Auflage, den in der Mitte angebrachten Mast abzutragen.
Kurz darauf kam die Lava und nun ragen die Betonsteher nur mehr ca. 1 m aus der Lava heraus, der Rest ist unterhalb der Lava.

Weiter nördlich davon steht ein kleines weißes Haus, darinnen befindet sich Wasser sowie weitere Warnhinweise, dass man äußerst vorsichtig sein soll.

Wir gehen in Richtung der kleinen Dampfwolke weiter. Rot glühende Lava können wir zumindest jetzt noch nicht sehen.
Chris rät uns ab einer bestimmten Stelle, nicht mehr weiter zu gehen, da das Gebiet sehr instabil sei. Wir halten uns natürlich daran.

Das einzige, was wir von hier aus sehen können, sind kleine Lavaexplosionen, aber bei weitem nicht so überwältigend wie bei der großen Dampfwolke.

Witzig ist, dass zwei Mal Chris' Handy läutet. Ein Mal ein Bekannter, das zweite Mal seine Mutter, die wissen will, wann er zurück ist. Ihr sagt er, dass er die Tour um 9.45 Uhr beendet haben wird – vielleicht erwartet ihn dann das Frühstück - wer weiß.

Wir müssen uns trennen - vor uns (Richtung Osten) ein Sea Arch und im Hintergrund die große Dampfwolke.

Witzig ist der Wasserdampf, der in Windhosenform aufs Meer hinaus saust.

Am Rückweg legen wir einen weiteren längeren Stopp bei der großen Dampfwolke ein, keiner von uns Dreien kann sich so schnell davon trennen. Wir sind einfach nur glücklich, dass wir das erleben dürfen.

Gut ist auch, dass der Wind nicht in unsere Richtung, sondern Richtung Meer bläst. Dies ist aber für die im Boot vorbeifahrenden Touristen mehr als negativ, da sie außer Dampf nichts sehen können.
Ursprünglich hatten wir solch eine Morgentour mit dem Boot auch geplant, aber nach den heutigen Erlebnissen ist sie ganz schnell gestrichen – sie kommt für uns überhaupt nicht mehr in Frage, zumindest in diesem Urlaub nicht.

Vorbei an längst erkalteter Lava gehen wir in Richtung Auto,.

Wir gehen Richtung Osten fast am Meer entlang und kommen unterhalb der momentan existenten Viewing Area vorbei.

Anschließend gehen wir durch einen kleinen Wald, es wachsen die verschiedensten Baum- und Farnarten. Chris erklärt alles ganz genau, z. B. wofür man die Wurzeln verwendet etc.

Kurz nach 10 Uhr Uhr sind wir beim Auto. Unsere Wasserflaschen, die wir im Rucksack haben, sind auf der Lava fast leer geworden.

Chris verspricht, dass er mir die Fotos, die er mit seiner Kamera machte, schickt, ich darf sie dann mit seiner Erlaubnis sowohl auf meine Website als auch ins Hawai'i-Board bei usa-reise.de stellen.

Dann ist es soweit, wir müssen uns von Chris verabschieden. Ein Küsschen für mich, einen Handschlag für Michi, Chris fährt schon mal weg, während wir immer noch von all den Eindrücken geplättet bei unserem Jeep stehen und nicht wirklich glauben können, was wir gesehen haben.

Schließlich setzen wir uns ins Auto und fahren auch zurück. Während der Fahrt gibt es nur ein einziges Thema: Lavatour mit Chris

In Pahoa parken wir uns direkt vor dem Black Rock Café ein. 2007 haben wir hier sehr gut gefrühstückt und das haben wir auch jetzt vor.

Wir bestellen scrambled eggs, hash browns, ham, toasts. Dazu Kaffee, der kostenlos nachgefüllt wird, so oft man möchte. Es schmeckt uns wiederum ausgezeichnet und wir zahlen knapp über $ 16.

Gut gesättigt fahren wir ins Hotel zurück. Erstaunt stellen wir die fest, dass das Zimmer noch nicht gemacht ist. Egal, wir müssen dringend unter die Dusche, denn der Rückweg auf der Lava zum Auto war in praller Sonne.
In der Zwischenzeit überspielen sich die Fotos auf das Netbook.

Anschließend sehen wir uns die fast 500 Fotos an – eines ist schöner als das andere Die Tele-Fotos sind der Hammer schlechthin

Um 13.20 Uhr fahren wir in den Volcanoes NP – wohin auch sonst Allerdings bleiben wir zuvor in Volcano Village stecken, genau genommen in "Keawe Kitchen".
Michi bestellt einen Eiskaffee und einen Espresso, ich mir eine Potatoe Soup, die ausgezeichnet schmeckt.
Wir zahlen $ 17 und fahren endgültig in den Volcanoes NP. Es ist traumhaftes Wetter

Als Erstes werfen wir einen Blick in den Kilauea Iki Crater. Ach, ist er schön Es gehen unten sogar ein paar wenige Leute.
Im Hintergrund ist der neue Vent des Halema'uma'u Craters gut zu sehen.

Anschließend fahren wir wiederum zu "Devils Throat", dem folgt der Pauahi Crater. Er ist mit seinen steil abfallenden Wänden nicht weniger beeindruckend als Devils Throat.
Im Hintergrund ist der Mauna Ulu zu erkennen.

Pauahi Crater

Weiter südlich auf der Chain of Craters Rd. halten wir am Straßenrand an, da wir die zwei Dampfwolken gut sehen können. Uihh, und dort waren wir gestern
Es weht aber ein extrem starker Wind, trotzdem fahren wir noch bis zu Alanui Kahiko weiter.
Alanui Kahiko heißt übersetzt "alter Highway" und damit ist ein kleines Stück der früheren Chain of Craters Rd. gemeint, die an dieser Stelle nicht von der Lava bedeckt wurde.

Hier drehen wir aber um und fahren nicht bis zum Trailhead der Pu'u Loa Petroglyphs, da der Wind mehr und mehr zunimmt.

Am Mauna Loa o Mauna Ulu Parkplatz stellen wir den Jeep ab und sehen uns ein wenig um. Die Rauchschwade des neuen Vents ist sehr gut zu sehen, die zunehmend größer und größer wird. Das müssen wir uns aus nächster Nähe ansehen.

Doch zuerst parken wir uns beim Kilauea Visitor Center ein, vielleicht ist Frank Box hier. Von einem Ranger erfahren wir, dass Frank jeden Moment von seiner Tour zurückkommen müsse und genau in diesem Moment geht die Tür auf und Frank kommt herein
Noch ehe wir etwas sagen können, will er schon wissen, ob wir gestern bei Alana waren. Ja klar Wir erzählen Frank, dass wir auch seinen Nachbarn dort getroffen und mit ihm gesprochen haben. Frank freut sich sichtlich, dass wir gekommen sind, um ihm Bericht zu erstatten und jetzt erfahren wir, dass er tatsächlich zuvor schon Alana von unserem Kommen informiert habe.
Zum Abschied ernte ich von Frank ein Küsschen.

Beim Hinausgehen aus dem Kilauea Visitor Center fällt mir ein Zettel an der Wand auf. Dort steht geschrieben, dass morgen zwischen 10.30 und 11.30 Uhr Hula Kahiku sei.

Diese Hula Show findet draußen auf der Plattform statt, die auf der Wiese errichtet wurde und ist ca. 1 m hoch, mit Lavasteinen umrandet ist. Sieht sehr schön und gepflegt aus.

Von hier hat man zwischen den Bäumen hindurch einen herrlichen Blick auf den neuen Vent des Halema'uma'u.

Schließlich fahren wir wiederum zum Halema'uma'u Crater, um den neuen Vent zu filmen und zu fotografieren.

Dann geht es zum Hotel zurück, wo wir um 18 Uhr ankommen.

Ich richte unser Abendessen. Brötchen mit Käse und Schinken für Michi, für mich dasselbe, nur das Brötchen lasse ich weg Als Nachspeise essen wir eine Papaya.

Anschließend lade ich einige Lava-Fotos auf meine Homepage hoch und um 22.30 Uhr gehen wir ins Bett