Samstag, 20. September 2003 :
Auch heute bimmelt der Wecker um 6.45 Uhr. Die übliche Morgenprozedur im Bad folgt.
Das Frühstück soll zwar um 7.30 Uhr ins Zimmer gebracht werden, hat jedoch 20 Minuten Verspätung. Macht nichts, wir verhungern deswegen nicht.
Abfahrt vom Motel ist um 9 Uhr bei km 181.133, es stehen die Highlights an der Südwestküste und eine kleine Wanderung am Programm.
Also fahren wir von Kingscote am Playford Hwy. entlang über Parndana in den Flinders Chase NP. Beim Visitor-Center machen wir Halt, denn es muss Eintritt bezahlt werden – 14 $ pro Nase.
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Michi genehmigt sich einen Espresso, dazu einen Käsekuchen,
ich bestelle mir einen Cappuccino. Kaum verlassen wir
das Gebäude, sehe ich unter einem Baum ein Känguru und
ich nähere mich. Ob es wohl wegläuft Nein, es bleibt
sitzen und lässt sich ausdauernd von mir streicheln
Dann geht's zu „Admirals Arch“, einer bekannten Felsformation am Meer. Doch bevor wir zu Admirals Arch kommen, müssen wir einen Stopp bei den Seelöwen einlegen, denn von diesen Tieren gibt es mehr als genug. Etliche liegen einfach faul am Strand, andere wiederum robben hin und her, die nächsten streiten (oder vergnügen ) sich.
Laufend gehen weitere Seelöwen an Land und insgesamt
sind es ganz schön viele. Vor lauter fotografieren,
filmen und staunen kommen wir zuerst gar nicht weiter.
Doch irgendwann siegt die Vernunft, schließlich steht noch anderes am Programm und wir treten den weiteren Weg an – er führt uns zu den „Remarkable Rocks“, die man aber auch schon von Admirals Arch sehen kann. |
 
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Witzig – ein paar wenige Formationen kennt ja jeder Australienbegeisterte schon von Fotos, aber wenn man dann selbst direkt davor steht, ist es hundert zu eins Wir haben Spaß daran, auf die verschiedenen Felsen zu krabbeln, abwechselnd fotografieren wir uns. |
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Mittlerweile ist es 14 Uhr und wir wollten
doch unbedingt eine kleine Wanderung unternehmen. Einige
sind auf Grund ihrer Länge nicht geeignet, andere sind
zu kurz, nämlich nur 15 Minuten lang.
Es bietet sich der „Billi Goat Falls Walking Trail“ an. Selbiger beginnt und endet am gleichnamigen Parkplatz.
Zu diesem Zwecke fahren wir den West End Hwy. so lange, bis er in den Playford Hwy. mündet. Hier fahren wir links, aber nur ein kurzes Stück, dann geht rechterhand die Colmans Rd. ab, eine unsealed road wie auch die weiteren, die wir fahren. Die nächste Abzweigung ist in die Snug Cove Road und diese wiederum fahren wir solange, bis wir letztendlich nach knapp einer Stunde die Western River Wilderness Protection Area und kurz darauf den Parkplatz des „Billy Goat Falls Walking Trail“ erreichen. Außer uns ist natürlich wieder mal kein Mensch vorhanden  |
| Also Bushie abgestellt, Wasser in den Rucksack und ab mit uns. Doch gleich zu Beginn – nein, eigentlich noch knapp vor dem Beginn des Trails – müssen wir unsere Schuhe gründlichst reinigen, um nicht eventuelle Sporen in diese Wilderness Protection Area zu bringen – das könnte den Pflanzen schaden. Zum Schuhe-putzen findet sich ein großer Aluminiumdeckel, den wir hochheben müssen, darunter sind zwei Schuhputzabteile, eines für den rechten, das zweite für den linken Schuh. Es sind jeweils an der Bodenseite zwei Schuhputzbürsten montiert sowie links und rechts ebenfalls je eine.
Nachdem unsere Schuhe sauber sind, dürfen wir endlich starten 
Anfangs ist der Trail noch gut begehbar, es geht leicht bergab und das auf relativ feinem Schotter, doch bald darauf wird der Trail zunehmend schlechter, teilweise nur Erde, die von einem vorhergehenden Regen noch etwas feucht und dadurch sehr rutschig ist. Teilweise ist es auch steinig.
Später gesellen sich noch Wurzeln dazu, es geht
relativ steil bergab, bis wir letztendlich nicht mehr
wissen, wo es weitergehen soll. Die Markierung, die bis
zu diesem Zeitpunkt ohnehin dürftig ist, fehlt nun
vollkommen. |


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Der Zufall kommt uns zu Hilfe, denn plötzlich
entdecken wir einen ganz schmalen Streifen am Boden, der
eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Trail haben könnte.
Dieser schmale Streifen ist jedoch extrem schmal, teilweise
wieder überwuchert, sodass uns das Weiterwandern erschwert
wird, doch langsam aber sicher kommen wir vorwärts.
Was uns sehr beunruhigt ist, dass am Himmel tiefschwarze Wolken aufziehen und das mit einer Riesengeschwindigkeit. Laut Angaben im Info-Blatt haben wir noch etwa eine halbe Stunde Gehzeit vor uns. Was tun Ich bin für's Weitergehen und Michi hat seine Bedenken. Ausnahmsweise siege ich – wir gehen weiter Das stellt sich sehr bald als gut heraus, denn so rasch wie die schwarzen Wolken gekommen sind, verschwinden sie auch wieder.
Nach ca. 45 Min. sind wir an jenem Punkt angelangt, von dem man den sogenannten „Winter-Wasserfall“ sehr gut sehen kann. Wir lassen uns auf einer provisorischen Bank, die nur aus rechts und links je einem kurzen Baumstamm und quer darüber liegend nochmals einem Baumstamm besteht, nieder. Es ist wirklich ein Genuss, die Ruhe und Einsamkeit, weit weg vom üblichen Touristenrummel, zu genießen  |
| Um 16.30 Uhr machen wir uns auf den Rückweg und
werden plötzlich durch ein Geräusch am Trailrand
am Weitergehen gehindert – ein Echidna ist aufgetaucht
Der Traum eines jeden Kangaroo-Island-Besuchers
Wir holen rasch den Camcorder sowie die Digi-Cam aus unseren
Rucksäcken und schleichen uns ganz vorsichtig an
diesen stacheligen Erdbewohner heran, filmen und fotografieren
wie die Bösen 
Aber trotz allem müssen wir weiter und der Echidna macht es uns leicht, indem er im Gebüsch verschwindet. Schade zwar, aber im anderen Fall säßen wir jetzt noch dort 
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Nun heißt es, sehr raschen Schrittes weiter gehen, der Himmel verdüstert sich schon wieder ganz enorm. Keuch, pust, schnauf – so kommen wir beim Bushie an 
Unser Wunschziel ist, auf jeden Fall vor der Dämmerung
den Hwy. zu erreichen, doch das ist meiner Meinung nach
ohnehin ein leichtes Spiel. Ich steige aufs Gaspedal und
los geht's. Erst wenige Kilometer vor Kingscote setzt plötzlich
der Regen ein, allerdings nur für kurze Zeit, denn
als wir im Motel ankommen, hörter bereits wieder auf.
Was nun 
Ganz einfach – wir haben Hunger und demnach wollen wir etwas Essbares zwischen die Zähne haben. Da wir das Ozone-Hotel schon von gestern kennen, kommt nun das Queenscliff Family Hotel bzw. dessen Restaurant in Betracht.
Es ist von außen völlig unscheinbar, genauer genommen schreckt es einen fast ab, aber wir wagen es trotzdem. Was soll schon passieren 
Im Inneren sind die Tische bereits gedeckt, es ist nicht
so laut wie im Ozone-Hotel gestern, das ist schon mal ganz
gut.
Beide bestellen wir ein Pfeffersteak mit Salat, geliefert wird Genanntes, dazu aber noch Pommes. Wir haben gerätselt, wann wir zuletzt solch ein gutes Pfeffersteak gegessen haben. Es muss wohl lange her sein, denn wir können uns nicht daran erinnern.
Jedenfalls ist dieses Restaurant, zumindest was das Pfeffersteak betrifft, empfehlenswert.
Den Preis pro Nase weiß ich nicht mehr ganz exakt, ich glaube, es sind 18 $.
Da ich seit zwei Tagen die Wäsche waschen will, suchen
wir in Anbetracht der relativ frühen Abendstunde die
laundry auf. Meine Güte, wie können zwei Leute
innerhalb von einer Woche sooooo extrem viel Schmutzwäsche
haben
Es wird mir immer ein Rätsel sein, aber es ist halt
so.
Dumm ist nur, dass es zwei verschiedene Schilder auf der
laundry gibt – auf dem einen steht, sie sperrt um 21 Uhr,
am anderen, um 22 Uhr. Sehr witzig
, es ist nämlich, bevor wir sie betreten, schon 20.30
Uhr – also waschen und trocknen innerhalb einer halben Stunde
Nöö, das geht beim besten Willen nicht.
Also teilen wir die Wäsche in zwei Waschmaschinen auf und später in zwei Trockner. So, das wäre also erledigt.
Im Motel steht zusammen packen an der Abendordnung, morgen
um 10.30 Uhr müssen wir die Fähre auf's Festland
nehmen 
Seit einer guten Stunde schläft Michi schon, es ist mittlerweile 0.30 Uhr, draußen geht ein riesiger Sturm; man meint fast, es reißt einem das Dach weg. Das kann ja morgen eine lustige Überfahrt auf's Festland werden, überhaupt deswegen, weil Michi höheren Wellengang nicht verträgt.
Tages-km: 258,6
Gesamt-km: 181.392
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