Montag, 20. 4. 2009

Pünktlich läuten die Handys um 4.40 Uhr. Ich stehe rasch auf, bereite unser Frühstück zu, das wir in aller Ruhe genießen können.

Um 5.20 Uhr verlassen wir Kahului, um 80 Minuten später in Lahaina zu sein. Wir steuern den kostenlosen Parkplatz an und gehen anschließend zum Hafen. Ein Stück weiter draußen hat ein großes Schiff angelegt.

Überpünktlich checken wir ein, müssen aber dann von Slip 3 zu Slip 1 wechseln, da dort die Moloka'i Princess abfährt. Kurz darauf kommt die Fähre, etliche Passagiere steigen aus, wir ein und blicken auf das Pioneer Inn Hotel.

Die Abfahrt ist nicht – wie angegeben – um 6.45 Uhr, sondern um 7.10 Uhr. Im Speiseraum, der sich eine Etage tiefer befindet, wird Frühstück angeboten und zwar kleine Stück Kuchen, gemischtes Obst, Fruchtsäfte und Kaffee.
Wir genehmigen uns Obst und Kaffee. Anschließend gehen wir auf das Deck und plötzlich sehen wir enorm viele Wale, die Gäste einer Whale Watching Tour würden vor Neid erblassen.

Linkerhand ist Lana'i zu sehen bzw. fast nicht zu sehen, obwohl wir so nahe daran sind. Ein großer Dunstschleier umgibt die Insel.

ein Blick zurück

Um 8.10 Uhr sehen wir Moloka'i zu unserer Rechten und um 8.50 Uhr legen wir in Kaunakaka'i an.

Kaum verlassen wir die Insel, kommt auch schon – wie versprochen – der unbeschriftete Bus. Ein ziemlich dicker Hawaiianer namens Rudi begrüßt uns zur Ali'i Tour.

Im Bus erzählt er allerlei Wissenswertes, während wir den Parkplatz für den Phallic Rock sowie den Kalaupapa Lookout ansteuern.

Von hier aus gehen einige Tourteilnehmer und auch wir zum "Phallic Rock", zu dem es durch einen wunderschönen Wald über Stock und Stein geht. Der Phallic Rock verdient seinen Namen zu Recht.

Anschließend gehen wir noch die wenigen Meter zum Kalaupapa Overlook, von wo aus man die Kalaupapa Peninsula sieht.

Wettermäßig ist es sonnig und hat 28,1° C. Es muss allerdings vor kurzem stark geregnet haben, denn es ist alles nass und es stehen sogar Pfützen.

Unsere weitere Fahrt bringt uns zu Coffees of Hawai'i, mit angeschlossenem Shop und Souvenirladen. Die vorhandenen Informationstafeln interessieren mich jedoch weitaus mehr.

Als nächstes fahren wir zur Macadamianut-Farm, wo wir Wissenswertes über die Pflanzen und ihre Früchte erfahren und auch Nüsse aufklopfen dürfen.

Auch gibt es eine Verkostung von gerösteten Macadamianuts, die man in Honig oder Senf tunken kann. Ich entscheide mich für Senf, gut schmeckt es!.

Nun geht es weiter. Rudi erklärt uns, dass das linkerhand erscheinende "Restaurant" Kualapu'u Cookhouse eine wirklich gute Empfehlung sei.

Um 12 Uhr treffen wir beim Hotel Moloka'i ein. Hier bekommen wir das vorreservierte Essen, wobei ich mich für das Teriyaki Chicken mit Gemüse und Reis entschied, dazu gibt es gemischtes Obst.

Mit uns am Tisch sitzt ein neuseeländisches Paar, das vor zwei Jahren nach Alaska ging, jetzt aber die Flucht vor dem Mt. Redoubt, der in ihrer unmittelbarer Nähe ausgebrochen ist, ergriffen haben. Das ist der Grund, weshalb sie nun Urlaub auf Hawai'i machen.

Auf der Fahrt Richtung Westen (= 450, Kamehameha V. Hwy.) stoppen wir bei der St. Joseph Church, die 1876 von Father Damien erbaut wurde. Das Innere der Kirche ist sehr dezent – man könnte auch sagen: sparsam – eingerichtet.

in unmittelbarer Nähe steht die Statue von Father Damien

Der nächste Stopp ist bei der Kirche "Our Lady of Seven Sorrows", die 1874 erbaut wurde. Im Freien ist das große Holzkreuz mit dem überdimensional großen Lei nicht zu übersehen.

Kurz vor Kamalo folgt eine kleine Pause am Meer. Wettermäßig sieht es sehr stark bewölkt und nach Regen aus. Ich gehe auf den aus dem Meer herausragenden Lavafelsen ein Stück weiter und frage mich, weshalb die anderen ängstlich am Ufer zurück bleiben. Eine Frage, auf die es – wie so oft – keine Antwort gibt.

Nach geraumer Zeit treten wir den Weg Richtung Kaunakaka'i an, wo wir um 15.10 Uhr ankommen und 30 Minuten Zeit haben, die Hauptstraße auf und ab zu laufen.

Michi und ich sehen uns die "St. Sophia Catholic Church" an.

Etwas später stellen wir im "Kama'i Professional Center" fest, dass dieses sogar über Dialysis Facility verfügt.

Bei "Dave's Hawaiian Ice Cream" wird Michi allein schon auf Grund der großen Hitze, die es in Kaunakaka'i hat, schwach. Wir betreten den Laden und werden wie Marsmenschen angeguckt. Naja, wir laufen in kurzer Hose und T-Shirt herum, eine geschätzte 15-jährige Einheimische hat einen dicken Anorak an, die Kapuze am Kopf und Winterstiefel!! Zur Abkühlung kauft sie sich ein Eis… Ich hoffe, sie wundert sich nicht allzu sehr, dass wir sie ansehen, als käme sie von der Antarktis…

Es ist beachtlich, wie die Uhren hier stehen geblieben sind, wie kurz das Stück Hauptstraße ist, auf der sich ein paar wenige Läden befinden (insgesamt spazieren wir vier Mal in 30 Minuten die Hauptstraße gemütlich auf und ab). Die Autos fahren dermaßen langsam, dass man als mitteleuropäischer Fußgänger kein Problem mit dem Überholen hätte, wenn man denn wollte.

Pünktlich fahren wir von Kaunakaka'i ab und Rudi bringt uns in wenigen Minuten zum Hafen. Ich darf noch ein Erinnerungsfoto von ihm schießen, ehe wir uns verabschieden.
Kurz darauf sind wir wieder auf der Fähre, die uns ab 16 Uhr nach Maui zurück bringt.

Es war ein für uns sehr schöner Ausflug, der uns einen guten Einblick in Moloka'i brachte.

Um 17.40 Uhr kommen wir in Lahaina an und suchen "unseren" Tunesier auf, der seinen Café-Laden im unteren Geschoss des kleinen Shopping Centers hat. Wir bestellen Espressos. Natürlich ist auch bei ihm tote Hose im Geschäft, vieles rundherum musste schließen. Wir unterhalten uns über die Krise und noch vieles mehr. Im Laufe des Gesprächs stellt sich heraus, dass der Tunesier von Sousse ist und in Sousse hat Michi vor vielen Jahren mehrere Monate gearbeitet.

Schließlich verabschieden wir uns und er schließt – um 18.30 Uhr (!) - das Geschäft, es habe ja doch keinen Sinn.

Auf der Fahrt von Lahaina nach Kihei kommen wir in einen gewaltigen Regenschauer. 45 Minuten später sind wir in unserer Junior Suite im Maui Seaside Hotel.
Während sich Michi um den technischen Teil kümmert, richte ich unser Abendessen – Schinken-Käse-Toast

Um 23 Uhr knipsen wir das Licht aus – sleep well